Am Bahnhof geht es voran

Stellwerk und Bahnhofsgebäude in Müllheim werden Ende Juli abgerissen / Provisorium wird errichtet

Müllheim. Das dritte und vierte Gleis sowie der Bahnhof Müllheim sollen Ende 2025 fertig sein, betonten sowohl Susanne Müller, Arbeitsgebietsleiterin Planfeststellungsabschnitt 9.0/9.1 Müllheim–Eimeldingen, als auch Kommunikationschef Christoph Klenert von der Deutschen Bahn.

Jetzt noch eine barrierefreie Rampe zur Fußgängerunterführung auf der Ostseite hinzuzufügen, würde das Projekt nicht nur um  Monate, sondern um zwei bis drei Jahre zurückwerfen, erklärte Müller und Klenert verwies auf die dann fällig werdenden Konventionalstrafen an die Baufirmen.
Ein Sachstandsbericht der Bahn zum aktuellen Bauablauf auf der Baustelle sowie zur Parksituation stand auf der Agenda des Müllheimer Gemeinderats.
Klenert wies seitens der Bahn  die in der vorangegangenen Ratssitzung vom Gemeinderat beschlossene Forderung nach der Ostrampe zurück. Mit dem Aufzug auf der Ostseite sowie den Rampen auf der Westseite sowie zum Mittelbahnsteig werde die gesetzlich geforderte Barrierefreiheit sichergestellt, was darüber hinausgehe, werde vom Bund als Auftraggeber nicht finanziert, machte Klenert deutlich. Eine Bauunterbrechung durch die Umplanung hätte auch hohe Konventionalstrafen an das Bauunternehmen zur Folge, erklärten Müller und Klenert. Müller sprach dabei von einer Bauverzögerung von zwei bis drei Jahren, die eine Umplanung zur Folge hätte. „Wir bauen in Sperrpausen nachts und am Wochenende, diese planen wir drei Jahre im Voraus“, betonte Müller.
Selbst wenn die Stadt das Geld für die Rampe auf den Tisch lege, sei eine Umplanung zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr machbar, antwortete Klenert auf die Frage von Stadtrat Martin Richter (ALM/Grüne), was denn noch möglich sei. Klenert schloss den Bau einer Rampe durch die Bahn dabei kategorisch aus. Allerdings werde die Personenunterführung so gebaut, dass die Stadt nachträglich eine Rampe auf eigene Kosten einbauen könnte.
Was für die Rampe gilt, gelte auch für den Bau eines zweiten Aufzugs, erklärte Klenert, nachdem CDU-Sprecher Jürgen Nafz einen zweiten Aufzug vorgeschlagen hat, um die Kapazität zu erhöhen und Redundanz für den Ausfall des Aufzugs zu schaffen. Die Aufträge seien schon vergeben und die Baufirma zudem mit der Ausführungsplanung beauftragt.
BaufortschrittDie Bauphase B sei in vollem Gange, berichtete Susanne Müller. Der Bahnsteig ist nur durch die nördliche Geh- und Radwegunterführung erreichbar. Die bestehende  Personenunterführung auf der Südseite des Bahnhofs wird abgebrochen, die Baugrube für die neue Unterführung ist ausgehoben. Und die Gleise sind auf eine Hilfsbrücke verlegt. Die Unterführung wird in der Baugrube gebaut und später unter die Gleise geschoben.
Die Tage des Bahnhofsgebäudes sind gezählt: Stellwerk und Bahnhofsgebäude werden Ende Juli abgerissen, um Platz für die neuen Schnellbahngleise zu schaffen.
Bis dahin wird beim ehemaligen Hotel Bauer ein provisorischer Ersatz in Modulbauweise hergestellt. Dieses umfasst neben Warteraum, Fahrkartenautomaten und Bäckerei auch das Infocenter der Bahnbaustelle. Der Umzug von Bäckerei und Fahrkartenverkauf soll vom 4. Juli  bis 15. Juli erfolgen.
Nördlich des Bahnhofs entsteht die Baugrube für die künftige Straßenunterführung ins Industriegebiet und zu den Parkplätzen auf der Westseite.
Die Bauhphase C steht unmittelbar bevor, ergänzte Müller. Diese umfasst den Neubau des Bahnsteigs von Gleis 3 und 6, die Straßenunterführung der B 378, mit deren Bau im dritten Quartal dieses Jahres begonnen wird. Anfang 2023 wird auch die Unterführung der K 4946 verbreitert.  Alexander Anlicker