Antworten auf viele Fragen

Jahresbericht der Beratungsstelle für ältere Menschen in Neuenburg vorgestellt

Neuenburg. Das Thema Senioren stand im Mittelpunkt der Sitzung des Ausschusses für Verwaltung und Finanzen des Neuenburger Gemeinderats. Unter anderem ging es um den Jahresbericht der im Fridolinhaus untergebrachten Beratungsstelle für ältere Menschen und ihre Angehörigen.

Die Beratungsstelle für Menschen über 65 Jahre war zeitweise nicht besetzt. Seit April 2021 ist die gelernte Altenpflegerin und Sozialarbeiterin Sindy Baumgarten Ansprechpartnerin in der Beratungsstelle im Fridolinhaus. Träger der Einrichtung ist der Caritasverband Breisgau-Hochschwarzwald. Die Stadt Neuenburg beteiligt sich mit einem Euro pro Einwohner an der Finanzierung der Einrichtung.
In der Beratungsstelle erhalten  ältere Menschen und ihre Angehörigen aus Neuenburg und den Ortsteilen Informationen und Unterstützung im Zusammenhang mit Alter, Krankheit und Pflegebedürftigkeit.
Die Beratung findet nach Terminabsprache im Büro, am Telefon oder mit Hausbesuchen statt. Baumgarten hebt die Klientenzentrierte Beratung hervor, die den Betroffenen mit einbindet und dessen Bedürfnisse und Möglichkeiten berücksichtigt.
Von April bis Dezember 2021 wurden insgesamt 51 Klienten beraten, darunter waren 25 ältere Menschen sowie 26 Angehörige. Die Statistik weist 45 persönliche Beratungen aus, darunter 26 Hausbesuche und 19 im Beratungsbüro. Hinzu kommen 68 telefonische Beratungen, 36 Kontakte zu Institutionen wie Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste oder Ärzten sowie sieben Kontakte zu Angehörigen.
Weitere Aufgaben seien die Netzwerkarbeit, wie die Besprechungen der Beratungsstellen im Landkreis, der Austausch mit der Altenhilfekoordinatorin des Landkreisen oder den verschiedenen Einrichtungen der Caritas.
Bei den Beratungsthemen stehen Fragen zu Pflegegraden und Begutachtung an erster Stelle, gefolgt von der Psychosozialen Entlastung. An dritter Stelle steht die Hilfe bei der Suche nach einem Heimplatz, Pflegedienst aber auch Rechtsberatung oder Psychotherapie. Auch Leistungen zum Pflegeversicherungsgesetz zählen zu den häufigen Beratungsthemen. „Das ist ziemlich kompliziert und auch für jüngere Leute schwer zu verstehen“, sagt Baumgarten. Letztlich gehe es darum, was den Menschen zusteht.
Ferner geht es in den Gespräch um Themen wie häusliche Pflege, betreutes Wohnen, Wohnumfeld,  Hilfsmittel, Demenz, Vorsorge- und Patientenverfügung, Stationäre Pflege, Sozialhilfe oder die Überleitung nach einem Krankenhausaufenthalt.
Die meisten Beratungsgespräche betreffen Menschen im Alter von 80 bis 89 Jahren, aber auch einige ab 70 Jahren. Generell sind mehr Frauen als Männer betroffen. Besonders deutlich wird dies bei den pflegenden Angehörigen, wo die Frauen drei Viertel der Anfragen ausmachten.
Baumgarten weist auch auf bereits bestehende Versorgungslücken hin, so müsse sie beispielsweise viel telefonieren um einen amubulanten Pflegedienst oder einen Platz in einer stationären Einrichtung zu finden. Der Fachkräftemangel sei deutlich spürbar, sagt sie.
Darüber hinaus leiden die älteren Menschen unter einem Mangel an Möglichkeiten zur sozialen Begegnung und zum Austausch. Dies habe sich während der Pandemie verstärkt. Darüber hinaus gebe es bei den älteren Menschen einen Bedarf zur Unterstützung der Mobilität. Auch gebe es eine hohe Nachfrage nach barrierefreiem Wohnraum.
Baumgarten verwies abschließend auf geplante Änderungen der Beratungsstellen und Pflegestützpunkt durch den Landkreis, die weiter ausgebaut werden sollten. Angesichts der bereits in der Zähringerstadt vorhandenen Angebote, warb Bürgermeister Joachim Schuster dafür, dass ein Pflegestützpunkt in der Zähringerstadt eingerichtet wird. Alexander Anlicker