Neuer zentraler Bauhof in Biederbach

Offizielle Inbetriebnahme mit kleiner Feierstunde

Biederbach (mkt). Mit einer kleinen Feierstunde nahm die Gemeinde Biederbach vor wenigen Tagen ihren neuen zentralen Gemeindebauhof im Ortsteil Finsterbach offiziell in Betrieb. Damit endete ein jahrzehntelanges Provisorium.

Lange Jahre wurde in der „Finstermühle“, gleich an der L 101 gelegen, ein Sägewerk betrieben, dessen Betrieb Anfang der 1990er-Jahre jedoch eingestellt wurde. Die Gemeinde Biederbach nutzte die Gelegenheit und kaufte das große Anwesen mitsamt dem darauf stehenden Gebäude. Genutzt wurde die Halle als zusätzliche Lagerfläche für die Bauhof-Utensilien. Dies kam vor allem auch dem Winterdienst zugute.

Doch nicht zuletzt auf Druck der Berufsgenossenschaften sahen sich Gemeindeverwaltung und Gemeinderat in der Pflicht, den gesetzlichen Vorgaben entsprechende andere Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. 2018 wurden verschiedene Bauhof-Standorte geprüft.

2019 schließlich einigte sich der Gemeinderat darauf, das gemeindeeigene Anwesen in der Finstermühle auszubauen. 2019 wurde der Bauantrag gestellt, 2020 begannen die Bauarbeiten. 2021 war der erste, 2022 der zweite Bauabschnitt bezugsfertig.

Zunächst wurde die Sägehalle um ein Feld gekürzt, sodass Platz für einen Neubau entstand. In diesem Neubau sind Büro, Archiv, Küche, Sozialräume, Sanitäranlagen untergebracht. Außerdem sind hier zwei große Doppelgaragen für den Fuhrpark des Bauhofs einschließlich der dafür notwendigen Zusatzgeräte vorhanden. Ergänzt werden sie durch verschiedene Werkstätten. Hier können die Mitarbeiter Reparaturen an Werkzeugen und Geräten selbst durchführen. In einer eigenen Holzwerkstatt können zum Beispiel Parkbänke oder Schilder hergerichtet oder Möbel repariert werden.

Wichtig ist ein Gefahrgut-Raum

Wichtig ist auch ein Gefahrgutraum, in dem u.a. Farben, Öle etc. gelagert werden. Auch dies war eine Vorgabe der Berufsgenossenschaften. Die alte Lagerhalle wird zur Aufbewahrung von Baustoffen, Werkmaterialien, Rohren usw. genutzt. Zwischen Lagerhalle und Bauhof ist der Streusalzsilo positioniert, der ein gefahrloses und den Umweltvorschriften entsprechendes Beladen der Winterdienstfahrzeuge ermöglicht.

Investiert wurden insgesamt 724.826,93 Euro. Die Kostenschätzung aus dem Jahr 2019 lag noch bei 807.500 Euro. Finanziert wurde der Bauhof mit ca. 525.000 Euro Eigenmitteln der Gemeinde sowie Zuschüssen aus dem Ausgleichsstock und dem ELR-Programm des Landes in Höhe von rund 200.000 Euro.

Seit 2013 leitet Markus Allgaier den Gemeindebauhof Biederbach. Ihm zur Seite stehen Manuel Burger, Heinrich Wernet und Hansjörg Allgeier. Sie betreuen mit 33,8 Quadratkilometern die siebtgrößte Fläche aller Kreisgemeinden im Landkreis Emmendingen mit einer sehr anspruchsvollenTopografie. Zu ihren Hauptaufgaben gehören der Unterhalt des weit verzweigten Straßen- und Wegenetzes, der Trink- und Abwasserleitungen, der touristischen Einrichtungen, die Bewuchspflege, Mäharbeiten usw.

Zahlreiche Aufgaben

Darüber hinaus sind sie auch für die Hausmeisterarbeiten in den gemeindeeigenen Gebäuden Rathaus, Schulhaus, Schwarzwaldhalle, Kindergarten St. Martin und Zwergenhaus, Flüchtlingsunterkunft usw. zuständig. Auch der Unterhalt des Friedhofs im Ortsteil Kirchhöf gehört dazu. Eine besondere Herausforderung ist stets der Winterdienst.

Das Gros der Gemeindefläche wird vom Bauhof selbst mit Unterstützung von drei Landwirten betreut. Kooperationen gibt es mit der Stadt Elzach, die den Ortsteil Frischnau versorgt, sowie der Gemeinde Gutach, die den Bereich Bäreneckle Richtung Oberspitzenbach betreut. Eine Spezialität des Biederbacher Bauhofs sind Bau- und Sanierungsarbeiten an den Gemeindebrücken. Aufgrund der beruflichen Qualifikation von Bauhofleiter Markus Allgaier können diese oft in Eigenregie bewerkstelligt werden. „Wir sparen damit viel Geld und können dadurch manchmal sogar auf Zuschussanträge verzichten“, freut sich Bürgermeister Rafael Mathis. Dies erfordert jedoch viel planerischen und logistischen Zusatzaufwand, den der Gemeindebauhof zusätzlich zu seinen originären Aufgaben erbringen muss.

In einer kleinen Feierstunde mit Gemeinderat und Bürgermeister, den Planern, den Handwerkern und dem Bauhofteam wurde der Bauhof vorige Woche seiner offiziellen Bestimmung übergeben. Bürgermeister Mathis stellte fest, dass der Kostenrahmen eingehalten wurde. In der aktuellen Krisenzeit mit den explodierenden Baupreisen sei dies besonders bemerkenswert.

Seinen großen Dank richtete er deshalb an den Planer Thomas Schultis und das Bauhof-Team; sie hätten bei Planung und Umsetzung immer darauf geachtet, nur das wirklich Nötigste zu verlangen und dieses kostengünstig, aber effizient umzusetzen.

Bauhofleiter Markus Allgaier war voll des Lobs über das neue, moderne Bauwerk: „Wir sind jetzt gut untergebracht. Die Räume sind optimal.“ „Wir haben ein tolles Team, das jetzt endlich an einem zentralen Punkt angekommen ist, wodurch die Arbeit effektiver wird. Für die Zukunft sind wir bestens aufgestellt“, betonte Bürgermeister Mathis.