„Ein Hüsemer bisch oder bisch net“

Die Gemeinde Rheinhausen feierte ihr 50-jähriges Bestehen mit einem Fest

Rheinhausen (afe). Im Jahre 1972 haben sich die beiden eigenständigen Gemeinden Ober- und Niederhausen im Zuge der Gebietsreform zur Gemeinde Rheinhausen zusammengeschlossen.

Nun stand das 50-jährige Jubiläum an, dass „Hüse“, so die landläufige Bezeichnung, mit vielen Gästen am vergangenen Freitag im Bürgerhaus feierte und eine Hommage an den Zusammenschluss, die Geselligkeit, den Dialekt, die Region und den guten Wein war.
Pünktlich um 20 Uhr eröffnete der Musikverein Oberhausen die Festlichkeiten mit dem überaus passenden Musikstück „Ein halbes Jahrhundert“ und sorgte so für den gelungenen Einstieg zum 50-jährigen Jubiläumsfest, dass vom Musikverein selbst, den Akteuren rund um „d’alde Büddi“ und der Stadt organisiert wurde und dank einem bunten, rund dreieinhalbstündigen, Rahmenprogramm zu einem unvergesslichen Abend für die zusammengeschweißten „Hüsemer“ werden sollte.

Keine einfache Ehe
„Es war sicher nicht immer eine einfache Ehe“, begrüßte Ralf Klomfass die zahlreichen Besucher, der fast restlos ausverkauften Geburtstagsfeier und erinnerte an den Beginn der Zusammenführung der beiden Gemeinden Ober- und Niederhausen, aber auch an weiter zurückliegende Zeiten. Beispielsweise an die erste urkundliche Erwähnung Niederhausens, die ins Jahr 861 zurückreicht und an die vorderösterreichische Verbindung, die auch die Liebe zur Gaumenspezialität „Krächelesuppe“ erklärt, deren Erwähnung im Laufe des Abends immer wieder klatschenden Zuspruch bei den Gästen auslöste.
Ebenso wortstark wie Ralf Klomfass präsentierte sich auch sein Vater Rainer Klomfass, der als Moderator des Abends, mit Witz und Charme längst vergessene Zeiten aufleben ließ. Unterstützung erhielt Klomfass vom Musikerduo Stefan Kocon aus Rheinhausen und Bernd Kiefer aus Kenzingen, die den gesamten Abend mit passenden Volksliedern, aber auch einem selbstkomponierten Geburtsständchen für Rheinhausen bereicherten.

Jede Menge Lacher
Glückwünsche erreichte die Gemeinde auch von Landesvater Winfried Kretschmann, der von Stefan Kocon imitiert wurde und für jede Menge Lacher im Publikum sorgte. Die Liebe zum badischen Wort beherrschte auch der junge Adriano Weis, was er anhand eines selbstgeschriebenen und gekonnt vorgetragenen Gedichtes bewies und unter anderem darin erklärte: „Ein Hüsemer bisch oder bisch net“.
Fetzig ging es bei der 22-köpfigen Truppe „Celebrations“ des TUS Oberhausen zu, die die Festgäste mit akrobatischen Einheiten beeindruckten. Auch Konrektorin Sybille Kunzweiler-Nowak, Sportlehrerin Josefine Kunzweiler-Nowak und die vielen jungen Akteure wussten mit schauspielerischen und tänzerischen Einlagen zu begeistern. Für die genussvollen Momente sorgte eine Weinprobe mit ausgesuchten Sasbacher Weinen, die von Rainer Klomfass mit vielen detailreichen Informationen abgerundet wurde. Den musikalischen Abschluss übernahm der Musikverein Niederhausen mit dem „Badner Lied“.
Einen großen Dank zollte Bürgermeister Louis den Beteiligten des Abends, egal ob auf der Bühne oder im Hintergrund: „Ohne die vielen Mitstreiter gäbe es dieses Fest nicht. Die beiden Hüsen sind zusammengewachsen in den letzten 50 Jahren und werden es auch weiterhin tun“, unterstrich er nochmals eindringlich, bevor der Abend seinen Abschluss fand.