Rettungszentrum geht offiziell in Betrieb

Teuerstes Investitionsprojekt der Stadt Elzach in jüngeren Geschichte

Elzach (mkt). Über eineinhalb Jahrzehnte nach dem Versprechen, im Zuge der 2006 durchgeführten Feuerwehrreform ein neues Gerätehaus zu bauen, wurde dies jetzt umgesetzt. Morgen, Freitag, 18. November, wird im Rahmen eines Festaktes das neue Rettungszentrum mit der darin integrierten DRK-Rettungswache seiner Bestimmung übergeben. Mit einer Gesamtsumme von rund 8,6 Millionen Euro ist es das teuerste Investitionsprojekt der Stadt Elzach in ihrer jüngeren Geschichte.

Das Feuerwehr- und Rettungswesen im oberen Elztal blickt auf eine lange Geschichte zurück. 1878 wurde die Freiwillige Feuerwehr Elzach gegründet. 1882/1883 bezog sie ihr neu gebautes „Spritzenhaus“ in der Alfing. Es wurde mehrfach an-, umgebaut und saniert und war 100 Jahre später jedoch endgültig zu klein geworden. Zum neuen Feuerwehrgerätehaus wurde ein ehemaliges Autohaus mit Werkstätte und Tankstelle in der Freiburger Straße umgebaut. 1983 wurde das Anwesen bezogen. Mit der Zeit wurde es aber auch hier zu eng, denn immer mehr Ausrüstungsgegenstände und Spezialfahrzeuge machten in den Folgejahren mehrere An- und Ausbauten notwendig.
Zum 1. Januar 2006 beschloss der Gemeinderat der Stadt Elzach die Neustrukturierung der Feuerwehr. Die im Zuge der Gemeindereform in den 1970er-Jahren gebildeten Abteilungswehren Katzenmoos, Prechtal und Yach wurden in die Kernstadtwehr Elzach eingegliedert. Die Abteilungswehr Oberprechtal blieb erhalten und wurde sowohl technisch als auch personell aufgewertet. Die Wehrreform ging nicht ohne Blessuren und Aderlässe über die Bühne. Etliche der damals in den Abteilungswehren aktiven Wehrkameraden quittierten ihren Dienst. Davon hat sich die Feuerwehr Elzach jedoch längst erholt. Derzeit verfügt sie über 92 Aktive, 40 Angehörige in der Altersabteilung und 14 Kinder und Jugendliche in der Jugendfeuerwehr.
Zum ehemaligen Städtischen Krankenhaus Elzach gehörte immer auch ein Krankentransportwagen. Im Jahr 1975 hat das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Emmendingen, diesen Krankenwagen übernommen und in den Räumlichkeiten des Krankenhauses ihre DRK-Rettungswache Elzach eingerichtet. Das Fahrzeug wurde medizintechnisch und personell auf den damals geltenden Standard der Notfallrettung gebracht.
Nachdem das Krankenhaus geschlossen worden war, musste auch für die Rettungswache ein neuer Standort gefunden werden. Dafür entstand beim Feuerwehrgerätehaus in der Freiburgerstraße ein Anbau mit Platz für zwei Einsatzfahrzeuge nebst Personalräumen. Die wurden 1985 bezogen. Mit dem Ausbau des Notarztsystems im Landkreis Emmendingen wurde die Rettungswache Elzach auch zum Notarztstandort.

Suche nach einem geeigneten Grundstück
Zwischen 2006 und 2015 wurden seitens der Feuerwehr und der Stadt Elzach immer wieder Anläufe für ein neues Gerätehaus genommen. So richtig Fahrt aufgenommen hat die Suche nach einem geeigneten Grundstück jedoch erst ab 2014. In einem Workshop im Dezember 2015, an dem neben dem Gemeinderat und der Stadtverwaltung auch die Feuerwehr teilnahm, kam die Idee auf, im von der Stadt Elzach gekauften „Sauter-Areal“ ein neues Rettungszentrum mit integrierter DRK-Rettungswache zu bauen. In einem zweiten Bauabschnitt, der eigentlich parallel realisiert werden sollte, war auch der Neubau des städtischen Bauhofs auf dem Nachbargrundstück vorgesehen.
Mit dieser Vorgabe wurde im Jahr 2018 ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Die Fachjury entschied sich für den Entwurf des in Düsseldorf ansässigen Planungsbüro Buddenberg-Tauchmann Architekten, der letztlich auch den Zuschlag des Gemeinderates erhielt. 2019 musste das vorgesehene Raumprogramm für die DRK-Rettungswache jedoch noch einmal überplant werden, sodass sich der Baubeginn verzögerte. Der erfolgte im Januar 2021. Die Realisierung des Bauhofs wurde vom Gemeinderat mit Verweis auf die Haushaltslage noch einmal zurückgestellt. Er soll aber, so bekräftigte es der Rat in seiner vorletzten Sitzung, baldmöglichst erfolgen.

Zweistöckiges Gebäude in L-Form
Auf dem 7.500 Quadratmeter großen Grundstück entstand ein zweistöckiges Gebäude in L-Form. Das Zentralgebäude nimmt im Erdgeschoss die 273 Quadratmeter große Rettungswache des DRK auf. Neben zwei Stellplätzen für einen Rettungswagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug verfügt die Wache über fünf kleine Ruheräume, einen Aufenthaltsraum mit Küche und Büro, Sanitärbereiche, Medizin- und Techniklager, sowie Desinfektionseinrichtungen. Der bisher in Elzach stationierte Krankentransportwagen wird ins ebenfalls neue gebaute Rettungszentrum Gutach-Bleibach verlegt, das Ende diesen, Anfang nächsten Jahres bezogen wird.
Für die Feuerwehr sind im Erdgeschoss des Zentralgebäudes das Führungs- und Lagezentrum, Werkstätten, die Schlauchwaschanlage, Umkleide- und Lagerräume untergebracht. Daran angebaut ist die Fahrzeughalle mit insgesamt neun Stellplätzen. Im Außenbereich ist der Fahrzeugwaschplatz angebaut, der künftig auch vom städtischen Bauhof genutzt wird. Im Obergeschoss des Zentralgebäudes sind Büros, Technik- und Schulungsräume, sowie ein eigener Jugendraum unter gebracht. Die Nettoraumfläche für die Feuerwehr umfasst 2.264 Quadratmeter. Die Energieversorgung erfolgt durch die Nahwärme, sowie eine Fotovoltaikanlage. 70 Prozent des Flachdaches sind begrünt und dienen dem ökologischen Ausgleich der Flächenversiegelung. Die großzügige Außenfläche vor der Fahrzeughalle wird als Übungshof genutzt.

Gesamtkosten rund
8,6 Millionen Euro

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 8,6 Millionen Euro. Zwölf Prozent davon trägt das DRK, also rund 1,13 Millionen Euro. Dazu kommen rund 40.000 Euro für die Einrichtung der Wache. Rund 975.000 Euro steuert das Land Baden-Württemberg als Zuschuss bei. Den Rest muss der DRK-Kreisverband Emmendingen als Eigenfinanzierung aufbringen.
 Der Investitionsanteil der Stadt Elzach beläuft sich also auf rund 7,4 Mio. Euro. Die Feuerwehr erhält einen Fachzuschuss in Höhe von 455.000 Euro vom Land Baden-Württemberg. Außerdem konnte die Stadt 1,1 Millionen Euro aus dem Ausgleichsstock des Landes generieren, womit sich der Investitionsbedarf, den das Stadtsäckel beitragen muss, auf rund 5,8 Mio. Euro beläuft.