Ein luftiger Höhepunkt nach dem anderen

Volles Haus beim Dreikönigskonzert der Musikkapelle Waldkirch-Kollnau

Waldkirch-Kollnau (jb). Genau den Geschmack des Publikums hatte die Musikkapelle Kollnau getroffen bei ihrem Dreikönigskonzert am vergangenen Samstagabend in der Festhalle. Unter dem Motto „Alles, was fliegt“ verwandelte sich die Halle in den „Otmar-Weis-International-Airport“.

Beim „Check-in“ wurden die Gäste des Konzerts schon von reizenden Flugbegleiterinnen begrüßt. An den Sitzlehnen der Vorderleute fand sich das Programm und an der Bühne prangte das Anschnallzeichen. Die Vereinsmitglieder hatten sich alle Mühe gegeben, den Saal in die „Boeing MK1877“, in Anspielung auf das Gründungsjahr der Kapelle, umzubauen.
„Endlich wieder Konzert“, stellte Vorstand Felix Weis in seinen Begrüßungsworten fest. Dass auch den Kollnauern das kulturelle Leben gefehlt hatte, zeigte sich daran, dass noch mehr Stühle als ohnehin schon aufgestellt worden waren besorgt werden mussten, um allen „Fluggästen“ einen Sitzplatz zu bieten. „Durch unsicheren Luftraum“ habe man sich bewegt, wie es Weis ausdrückte. Durch den Zusammenhalt der Mannschaft „haben wir die Krise heil und erfolgreich überstanden“. Weis freute sich besonders, „dass kein einziges Mitglied abgesprungen ist“. Dann übergab Weis die Leitung des Abends an den „Piloten“ und Dirigenten Michael Schätzle, der stilecht mit Kapitänsmütze die Bühne betrat. Mit dem kraftvollen „Victory“ von Rossano Galante startete das Blasorchester in das rund zweistündige Programm. Kenntnisreich erläuterten die beiden Moderatoren, Svenja Oschwald und Tobias Österle, das „Flugplan“ genannte Programm.
„Luftige Höhepunkte“ waren die fast tragische Geschichte der „diebischen Elster“ von Rossini oder „Das fliegende Kanu“ aus „Between two worlds“ von Otto M. Schwarz. Die Moderatoren erläuterten den Hintergrund des magischen Kanus, was zwar die Heimkehr zur Familie in der Weihnachtsnacht ermöglichte, dafür aber die Seele kostete. Weiter ging es mit dem „Fliegermarsch“ von Hermann Dostal aus dem Jahre 1912, das zu den meistgespielten Militärstücken gehört. Zum Abheben lud auch die „Fantasy of Flight“ von Filmkomponist John Williams oder „El Condor Pasa“ in einem Arrangement von Daniel Robles ein. Das Publikum verlebte einen atemberaubenden Flug quer durch alle Genres, die einem Blasorchester zur Verfügung stehen. Musikern und Publikum war anzumerken, wie sehr die Rückkehr zu einem normalen kulturellen Leben herbeigesehnt worden war.