Endlich wieder gemeinsamer Jahresauftakt

Rückblick, Ausblick und Ehrungen beim Neujahrsempfang der Stadt Ettenheim

Ettenheim (ds). Nach drei Jahren Pause hatte die Stadt an Dreikönig wieder zu ihrem traditionellen Neujahrsempfang in die Stadthalle eingeladen.


Rund 300 Gäste starteten mit Bürgermeister Bruno Metz ins neue Jahr mit Wilhelm von Humboldts Zitat: Im Grunde seien es die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben, welches mit dem gemeinsamen Jahresauftakt gestärkt wurde.

Dass sich die Stadt für die musikalische Umrahmung mit Blues-Musiker Matt Woosey entschieden hat, war eine gute Entscheidung. Mit seinen eigenen Stücken umrahmte er mit Gesang und Akustikgitarre musikalisch den Neujahrsempfang.

Rückblick

In den Pandemiejahren wurde ausgesprochen viel gearbeitet, so Bürgermeister Metz. Er nannte ein Budget von 60 Millionen Euro jährlich, davon wurden rund zehn Millionen Euro in wichtige Projekte in Kernstadt und Ortschaften investiert (Schulen, Kindergärten, Neubau Münchgrundhalle, Sanierung Halle Münchweier, Digitalisierung, Bau des Rettungszentrums). Begleitet war dies von erschwerten Bedingungen durch die Pandemie.
Kommunen seien besonders gefragt gewesen, Entscheidungen von Berlin und Stuttgart oft sehr kurzfristig umzusetzen, was neben einer Menge Zusatzarbeit auch Unmut und Kritik einbrachte. Mitarbeitende der Verwaltung, Betriebe, Schulen und Kindertagestätten mussten Frust einiger weniger in Form persönlicher Angriffe erdulden.


Diese gemeinsame Erfahrung habe aber auch zusammengeschweißt und große Hilfsbereitschaft wurde gezeigt. Die zeigte sich auch, nachdem wenige Wochen nach Kriegsbeginn 160 Menschen aus der Ukraine Zuflucht in Ettenheim gefunden haben.


Ausblick

Krisenzeiten seien immer auch besonders kreative Epochen gewesen, betonte Metz. Die Pandemie habe beispielswiese die Digitalisierung schneller vorangetrieben als viele Diskussionen in der Vergangenheit. 2025 sollen in enger Zusammenarbeit mit der Breitband Ortenau alle Stadtbereiche mit Glasfaser erschlossen sein.


Auch im Klimaschutz leistet die Stadt wichtige Beiträge (Windpark, Solarthermieanlagen, Ausbau Radwege), um den CO2-Ausstoß zu begrenzen. Ziel ist, so Metz, dass Ettenheim im Jahr 2035 klimaneutral ist. Damit die Innenstadt lebendig bleibt, gab es eine Innnenstadtberatung der IHK, deren Ideen in den nächsten Wochen vorgestellt werden sollen.

Der Dauerbrenner Krankenhaus war ebenso Thema in der Neujahrsrede von Metz. Vor Weihnachten kam noch der Bauantrag für die Reha-Klinik, die anstelle des Bettenhauses mit 60 Betten für geriatrische Rehabilitation entstehen wird. Daneben entsteht ein Zentrum für Gesundheit mit Artpraxen und einem vom Ortenaukreis betriebenen medizinischen Versorgungszentrum und einem ambulanten Operationszentrum und es wird auch in Ettenheim eine Rettungswache mit Notarzt geben. Auch die Stadt investiere gewaltig in Sicherheit der Menschen. Im März soll das neue Rettungszentrum von Feuerwehr und Wasserwacht eingeweiht werden. Kosten: 5,4 Millionen Euro. Direkt daneben entsteht für knapp vier Millionen Euro das neue Wasserwerk. 18 Prozent der laufenden Ausgaben von über 37 Millionen Euro gehen in den Bereich Kindergärten, so Metz. Ettenheim wird sprichwörtlich zur „HeimEtt“: mit dem Umbau des Volksbank-Gebäudes zu einem Begegnungszentrum für Jung und Alt.

Ehrungen

Die Verdienstmedaille der Stadt ging an Thomas Herr und Hugo Beck vom Freundeskreis Prinzengarten, an Achim Schwab und an Emil Spengler. Spengler ist ein Tausendsassa der Blasmusik und seit 72 Jahren aktiver Musiker, zuerst bei der Stadtkapelle, wo er Jugendausbilder und Leiter war, dann beim Musikverein Altdorf, wo er 35 Jahre lang den Taktstock geführt hat. Achim Schwab hat 25 Jahre den Vorsitz im KKW geführt und die Kulturinitiative mitgegründet. Auch war er bei der Gründung der Initiative Neustart und dem Eine-Welt-Laden dabei.


Thomas Herr und Hugo Beck erhielten die Verdienstmedaille für den Erhalt des Prinzengartens. Beck ist seit über 20 Jahren im Dauermodus als Gärtner im Prinzengarten tätig. Er fehlt bei keiner Veranstaltung und ist Ansprechpartner für Besucher. Herr ist Vorsitzender des Freundeskreises und leistet, so Metz, eine unglaubliche Arbeit (Kulturpreis der Stadt im Jahre 2011). Er sei der geborene Mann mit besten Kontakten und einer unglaublichen persönlichen Großzügigkeit.