Energieversorgungssicherheit gestärkt

Arbeiten am neuen Umspannwerk an der L113 schreiten voran

Endingen. Voll im Zeitplan liegen die Arbeiten für das neue Umspannwerk im Norden von Endingen an der L 113. 13,5 Millionen Euro investiert die EnBW-Tochter Netze BW insgesamt in das Projekt, das in zwei Bauabschnitten realisiert wird und Ende 2020 vollständig in Betrieb gehen wird. Bürgermeister Tobias Metz und sein Forchheimer Amtskollege Johann Gerber informierten sich am Mittwoch vor Ort detailliert über das Umspannwerk und die kommenden Arbeitsschritte.
Andreas Götz, Konzessionsmanager Netze BW Regionalzentrum Rheinhausen, und Erwin Vollmer, Betriebsserviceleiter Breisgau der Netze BW, erklärten genau, was es mit dem neuen Umspann-werk auf dem rund 10.000 Quadratmeter großen Gelände auf sich hat und wie das Projekt vo-ranschreitet. „Wir wollen mit dem neuen Umspannwerk die Energieversorgungssicherheit in der Region Kaiserstuhl stärken und schließen damit eine Lücke zwischen Breisach und Herbolzheim“, so Götz. Das Umspannwerk werde direkt im Lastschwerpunkt bei den stark wachsenden Gewer-begebieten von Endingen errichtet. „Den Platz haben wir uns bereits vor 25 Jahren gesichert, als das hier ausschließlich eine landwirtschaftlich genutzte Fläche war“, erklärte Götz. Nicht nur Endingen werde von diesem wichtigen Knotenpunkt aus mit Strom versorgt, sondern auch die Gemeinden Sasbach, Forchheim, Wyhl, Riegel, Weisweil und Malterdingen. Die Anbindung der Leistungstransformatoren erfolgt mit 110.000 Volt-Hochspannungskabeln, die Transformatoren erzeugen daraus eine Spannung von 20.000 Volt. „Ausgehend von einer dem neuesten Stand entsprechenden Schaltanlage werden die Gemeinden dann mit den bereits im Vorfeld neu verleg-ten 20.000 Volt-Kabeln angefahren. In den Gemeinden wird diese Spannung dann auf 400 Volt zur Versorgung der Netzkunden herunter transformiert“, so Vollmer.
Transformatoren montiert
Die zwei geplanten Leistungstransformatoren sind bereits im neuen Umspannwerk montiert, zuvor mussten die Zufahrtswege und der Untergrund für die jeweils rund 60 Tonnen schweren Transformatoren ertüchtigt werden. Auch für einen in der Zukunft möglichen dritten Transfor-mator ist das neue Umspannwerk ausgerichtet. Bereits jetzt ersetzen die Schaltanlagen im neuen Umspannwerk das alte Endinger Schaltwerk an der Üsenberger Straße aus den 60er Jahren, das außer Betrieb ist. Bereits vor rund zwei Jahren wurden die Mittelspannungskabel vom alten zum neuen Standort verlegt. Freileitungen wurden in der Region in letzten Jahren, wo möglich, durch Erdkabel ersetzt. Auch die Freileitungen zwischen Forchheim und Endingen sollen noch durch Erdkabel ersetzt werden. Das neue Umspannwerk wird nicht nur den steigenden Anforderungen ans Stromnetz gerecht, sondern sichert zudem auch eine zuverlässige Aufnahme von Strom aus erneuerbaren Energien, der zunehmend aus dezentralen Anlagen ins Netz eingespeist wird. „Das neue Umspannwerk ist per Fernsteuerung von unserer Leitstelle aus anfahrbar, Fehler können von dort schnell erkannt werden, oft bevor der Techniker überhaupt vor Ort ist“, so Götz.
Überbaut wird nur ein geringer Teil der 10.000 Quadratmeter großen Fläche des Umspannwer-kes – auf dem Betriebsgelände wird es gemäß Auflage große Flächen für Eidechsen und Insekten geben. „Es ist insgesamt auch ein sehr ruhiger Platz, denn normalerweise herrscht hier kein Be-trieb“, betont Götz.
Fertigstellung Ende 2020
Bis Ende dieses Jahres soll das Umspannwerk fertig gebaut sein. Im zweiten Bauabschnitt ent-steht dann bis spätestens Ende 2020 die Technik für die Umwandlung von Hoch- auf Mittelspan-nung. Von Riegel kommend müssen zwei 110-Kilovolt-Erdkabeltrassen zum Anschluss ans Um-spannwerk verlegt werden. Götz: „Wir werden nächste Woche in der Riegler Gemeinderatssitzung alles genau vorstellen, Fragen beantworten und um die Zustimmung zur Verlegungstrasse wer-ben, damit es weiterhin zügig mit dem Projekt weitergehen kann.“ Geplant ist nach der Fertigstel-lung auch ein Tag der Offenen Tür für alle Interessierten auf dem Gelände des neuen Umspann-werkes.