Ereignisreiches Jahr fürs „Städtli“

Endingen (bos). Das Jahr 2018 neigt sich dem Ende zu – ein guter Zeitpunkt für einen Bürgermeister, um ein Fazit zu ziehen. Hans-Joachim Schwarz spricht über die wichtigsten Bauprojekte, die zahlreichen Highlights in „Städtli“ und Winzerdörfern, die Wahl seines Nachfolgers als Bürgermeister und persönliche Highlights.

„Die Sommerradtour mit meiner Frau war mein persönlicher Höhepunk 2018“, sagt Schwarz im WZO-Gespräch. „Ohne elektrische Unterstützung und mit Gepäck haben wir es auf den Gotthard- den Maloja- und Flüela-Pass geschafft“. In Endingen und seinen Winzerdörfern zählten für ihn die zahlreichen Veranstaltungen zu den Jahreshöhepunkten. „Ich nenne hier beispielsweise „Endingen zeigt Flagge“ und die Lichternacht.“ Bei beiden Veranstaltungen strömten Tausende Besucher nach Endingen. Durch ein gutes Miteinander habe man es geschafft, diese „Mammutveranstaltungen“ zu bewältigen. Auch „Blühendes Endingen“ und der Büchermarkt stießen wieder auf enorme Publikumsresonanz. „Im Großen und Ganzen ist es der bunte Reigen der uns das ganze Jahr über begleitet. Endingen klingt wunderbar mit Musik und Gesang.“ Musik sei ein gutes Stichwort, denn er freue sich bereits auf das Jahreskonzert 2019 der Stadtmusik, das erstmals unter der Leitung des neuen Dirigenten Fabio Croce stehen wird. Martin Baumgartner hatte nach über 28 Jahren den Taktstock abgegeben.

Königschaffhausen durfte sich darüber freuen, mit Katrin Schmidt die Weinprinzessin für Kaiserstuhl und Tuniberg 2018/19 zu stellen, auch die ortstypischen und traditionellen Veranstaltungen wie die Blütenwanderung waren wieder äußerst gelungen.

Wichtige Bauprojekte

Bei den wichtigsten Bauprojekten 2018 nannte Schwarz den Kindergarten St. Anna in Amoltern. Im Sommer 2018 wurde das Kindergartengebäude komplett renoviert und Räume für eine zweite Krippengruppe angebaut. „Beim Wasser und beim Abwasser haben wir den Teufelsburg in Kiechlinsbergen und den Raiffeisenweg in Königschaffhausen saniert“, erklärt Schwarz, „das ganze Jahr über haben wir zuverlässig Trinkwasser in bester Qualität geliefert sowie das Abwasser gesammelt und geklärt.“ Begonnen wurde der Kindergarten im Baugebiet „Dritte Strecke“. 2019 soll dieser Kindergartenbau fertiggestellt werden, Kostenpunkt rund eine Million Euro. „2,7 Millionen Euro sind für den Schulhausneubau reserviert“, so Schwarz.

Im November 2018 haben die Sanierungsarbeiten an der Kirche St. Petronilla in Kiechlinsbergen begonnen, die wegen Einsturzgefahr seit längerer Zeit gesperrt ist. Die Fachbehörden haben für den ersten Bauabschnitt grünes Licht gegeben, in dem ein rund 40 Meter langer Teil des Bruchsteinmauerwerks am Friedhof und vor dem Hauptportal grundlegend ertüchtigt wird.

Im Endinger Haushaltsjahr 2019 sollen 31 Millionen Euro umgesetzt werden. „Ein Vergleich mit dem Haushalt 2018 ist schwierig, weil sich die Haushaltssystematik vom kameralen Verfahren in das dopische Verfahren verändert hat“, erläutert Schwarz.

Aktuelle Endinger Zahlen

„Bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten am Wohnort muss man schätzen“, erklärt der Bürgermeister. Die letzte veröffentlichte Zahl beziehe sich auf den 30. Juni 2017. Da waren es 3.978 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort, 3.582 Beschäftigte am Arbeitsort. „Wir haben also immer noch einen negativen Pendlersaldo von ca. 400, durch die Zuzüge können sich natürlich diese Zahlen verändert haben.“ Das Einwohnermeldeamt verzeichnete 604 Zuzüge und 561 Wegzüge im Jahr 2018. Aktuell hat Endingen 9.897 Bürger, davon rund 7.200 in der Kernstadt. 85 Geburten sind erfasst worden.

Rund 30 Vereine gibt es in Endingen im musikalischen, sportlichen und sozialen Bereich.

Turbulente Bürgermeisterwahl

Schwarz zeigt sich erleichtert, dass nach den Turbulenzen anlässlich des 1. Wahlganges der 2. Wahlgang der Bürgermeisterwahl in „sachlicher Atmosphäre“ verlaufen ist. „Es wurde ein eindeutiges Ergebnis durch die Wählerinnen und Wähler gebracht.“ Zum neuen Bürgermeister wurde Tobias Metz mit 59 Prozent der Stimmen gewählt. Die Wahlbeteiligung hätte angesichts des intensiv geführten Wahlkampfes in beiden Durchgängen höher sein können befand Schwarz. Für ihn als Vorsitzenden des Gemeindewahlausschusses ist eines noch wichtig: „Eine Wahlanfechtung hat es nicht gegeben.“

Politisch interessant wird es auch 2019. Am 26. Mai finden die Kommunalwahlen statt, Stadt- und Ortschaftsräte werden neu gewählt. Mit Prognosen hält sich Schwarz, dessen Amtszeit als Bürgermeister im Februar nach 24 Jahren endet, lieber zurück. „Zu den Kommunalwahlen kann ich nichts sagen, denn das wäre zu sehr ein Blick in die Glaskugel.“