„Einfach mal die Nase reinstecken“

Am Berufs-Info-Abend in Denzlingen gab's Tipps und Infos über zahlreiche Berufsausbildungen

Denzlingen (hvg). Wie heißen die Zauberworte, um zu wissen, was geht ab im Handwerk oder in der Verwaltung? Einblicke, Informationen, Ausprobieren! Auf diese Weise „zaubern“ ließ am Montagabend das Wirtschaftsnetzwerk Denzlingen, indem es im Rahmen seiner Kooperation mit örtlichen Schulen Neuntklässlern, Eltern und Lehrern im Kultur- und Bürgerzentrum Einblicke in Berufe und Ausbildungschancen ermöglichte.

Nahezu an allen Tischen und Ständen waren Azubis oder Gesellen da, um aus erster Hand und vor dem Hintergrund eigener frischer Erfahrungen Tipps und Infos zu geben, wie es so läuft. Wer vermittelt Details über das, was ein Feinwerkmechaniker macht, wer gibt Tipps, wie man die Bewerbungsphase gut bewältigt, wer sagt einem, was vom Versicherungsfachangestellten oder dem Bäcker oder dem Zweiradmechaniker im Alltag so verlangt wird? Hier war der Ort und an diesem Abend war die Zeit dafür, um darauf Antworten zu kriegen.

Am Stand der Schreinerei Kiefer und Sohn schleift ein Schüler eifrig Holzkanten – exakt soll’s werden, ein schöner Teelichterhalter braucht den letzten Schliff. Erik Schalhorn zeigt, wie’s geht. Er ist im dritten Lehrjahr, seine Begeisterung über sein Metier wird ihn in eine erfüllende Zukunft tragen: „Holz  ist einfach cool, es ist so vielseitig, es gibt so viele  Härtegrade, so vielfältigen Farbschattierungen, man kann so viel machen damit – das ist einfach mein Ding!“ Vom Ausprobieren im Technikunterricht ging sein Weg ins Schreiner-Praktikum und von da später in die Ausbildung.

„Fragen - probieren - machen!“

Emre Polat wird Fachangestellter für Bäderbetriebe. Wie wird man’s? Vielleicht so: Bei einer Begegnung hat ihm Bürgermeister Markus Hollemann gesteckt, dass auch die Kommune ausbildet. Emre hat sich kundig gemacht und ist nun im Mach‘ blau in der Ausbildung: „Ich würde das nie eintauschen! Das Team ist klasse, hier fühle ich mich wohl!“ Marcus Kleint, stellvertretender Betriebsleiter des Sport- und Familienbades, freut sich mit – bessere Werbeargumente gibt’s kaum.

Unweit davon entfernt wird deutlich, dass der Wechsel von Schule in die Ausbildung ein Riesenschritt sein kann in Sachen Vertrauen und Verantwortung: Da gibt Sick einem „Frtischling“ – grad vier Wochen dabei – die Chance, für das Unternehmen einzustehen. Nicolas Dorrmann, Dual-Student und angehender Informationstechniker, verrät Tipps über einen mehrstufigen Auswahlprozess, über Erwartungen und Chancen. Er verrät, wie sein Berufseinstieg gelang  klar, jede und jeder muss den eigenen wEg gehen, aber Tipps helfen, die Richtung abzustecken.

Die Stadtwerke Emmendingen zogen mit einer Geschicklichkeitsübung die Aufmerksamkeit auf sich, am AOK-Stand reagierten Zeynep Kendirlik und Nuray Yilmaz auf die Informationsneugier vieler Schüler mit Auskünften und Informationen. Junge Mitarbeiter auch des SV Teams Allgaier vermittelten auf lockere Art Einblicke in einen Beruf, der mit Köpfchen, mit Menschen, mit Abwechslung zu tun hat: Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzen. Angesichts der Fülle an Tipps hier und an den anderen Ständen der Hinweis für den kommenden Berufs-Info-Abend: Würden ein paar Eltern mehr mitkommen, würden mehr Augen und Ohren mehr Informationen aufnehmen, daheim könnten Auswertung und Überlegungen dann noch fundierter ausgewertet werden.

„Wie sieht's innen wirklich aus?“

Bei Schölly gibt’s Einblicke ins Innere einer Paprika – mittels Endoskop, was überraschende Perspektiven ergab. Von dieser Veranschaulichung ist rasch der Bogen geschlagen zu hypermoderner (Medizin-)Technik. Industriemechaniker, Mechatroniker, Lageristen, Industriekaufleute und weitere Ausbildungsberufe stehen in Denzlingen zur Verfügung.

Von hier weltweit Wirkung erzielen: Die Firma Meku war dabei, sind dabei Marc Schultis und Frederik Maurer werden Feinwerkmechaniker – und sind jetzt schon „Wertschöpfungspartner“; so steht es auf ihrer Arbeitskleidung und sie sehen sich über ihr Unternehmen eingebunden in eine weltweite Wirkungskette: Wo Autos elektrifiziert sind, ist Meku dabei, egal, mittels welcher Energie Fahrzeuge angetrieben werden, „ihre“ Firma wird mit im Geschäft sein. Gute Aussichten also schon bei Berufsbeginn.

Sehr zufrieden mit dem Zuspruch an diesem Abend zeigte sich auch Thomas Hörnisch von der Delcanto-Geschäftleitung: Auf die Frage „Du willst dich kreativ in unserem jungen Team entfalten und stehst auf Action!“ hörte er mehrfach ein „Ja!“. Ob Koch, Restaurantfachfrau oder Veranstaltungskaufmann (jeweils für alle Geschlechter angeboten), es gab gute Nachfrage. Selina Köninger, im Delcanto Dual-Studentin Eventmanagerin, hatte da offensichtlich ein Teil ihrer Begeisterung fürs Metier auf andere überspringen lassen.

Ob Sport- und Fitnesskaufmann (Gesundheitszentrum Denzlingen), Maurer oder Straßenbauer (Fa. F. Gerber), Ofen- und Luftheizungsbauer (Meisterbetrieb Rudolf Wöhrlin, dessen Geselle Marcel Hamacher als Botschafter sagte: „Tip-top-Ausbildung, hier lernt man nicht bloß ‚Ofen‘, sondern auch das Arbeiten mit Mauerwerk, Fliesen, Holz, Elektrik – das ist was für Handwerker!“), Metzger (Fa. Linder, Glottertal) oder Fliesenleger (Der Fliesende Roland) und viele mehr: Mit Neugier, mit Nachfragen, mit Ausprobieren und eigenem Erkunden fängt eine ordentliche Berufsausbildung an.
„Wir wollen auch sehen, wie wach ein junger Mensch ist, wie aufmerksam und wie engagiert“, antwortete Personalreferentin Katharina Volk einer Schülerin auf die Frage, was man mitbringen müsse, um zu überzeugen. Das ließ sich schon an diesem Abend gut umsetzen.