Geschichtsträchtiger Freudentag für Winden

Feierlicher Tunnelanschlag des Brandbergtunnels mit zahlreichen Ehrengästen

Winden (db). Die Entlastung von Winden nimmt Fahrt auf. Am letzten Samstag wurde im großen Stil und in Volksfestatmosphäre der feierliche Tunnelanschlag für den künftigen Brandbergtunnel gefeiert. Der Parlamentarische Staatsekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, MdB Steffen Bilger, Verkehrsminister MdL Winfried Hermann und MdL und Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer gaben damit den Startschuss für den Baubeginn des 881 Meter langen Tunnelbauwerks.

Bilger betonte: „Heute ist ein wichtiger Tag für Winden und für die gesamte Region. Das Projekt Ortsumfahrung Winden konnte ich seit meiner Wahl in den Bundestag 2009 als Mitglied des Verkehrsausschusses und nun als Parlamentarischer Staatssekretär begleiten. Daher ist dies auch für mich persönlich ein Tag der Freude. Mit dem Tunnelanschlag starten wir den zweiten Teil der Ortsumgehung Winden im Zuge der B 294. Damit stärken wir den Verkehrsfluss auf einer der zentralen Verkehrsachsen im Schwarzwald. Durch die Ortsumgehung entlasten wir die Anwohner um ca. 85 Prozent des Durchgangsverkehrs und erhöhen die Verkehrssicherheit und speziell die Lebensqualität in Winden“. Hermann betonte: „Ich freue mich sehr, dass wir mit dem heutigen Tunnelanschlag endlich den Bau des zentralen Bauwerks des zweiten Bauabschnittes der Ortsumgehung Winden beginnen. Dieser Tunnel ist ein weiterer wichtiger Schritt zum Ausbau der B 294 im Elztal und zur Entlastung der Einwohner aus Oberwinden. Damit wird die letzte Ortsdurchfahrt der Bundesstraße beseitigt und die Verkehrssicherheit deutlich erhöht“, so Hermann, der auch eine Lanze für E-Mobilität und Klimaschutz brach. Beide erinnerten an den jahrzehntelangen Kampf der Bürgerschaft für diese Maßnahme und lobten speziell die „sympathische Beharrlichkeit und Hartnäckigkeit“ der engagierten Bürgerinitiative im „Tunnelpatin“ Marita Schmieder und Ehrenbürger Clemens Bieniger. 2024 sei mit der Tunnelfreigabe zu rechnen.

Bienigers Lebenswerk

Alle Redner inklusive Bärbel Schäfer lobten die großen Verdienste und die herausragende Lebensleistung von Bürgermeister i.R. Ehrenbürger und ADAC-Präsident Clemens Bieniger für dieses Jahrhundertprojekt. „Ein großartiger Tag für Winden und die gesamte Region“. Das sehr gutes und konstruktives Zusammenwirken aller Beteiligten habe letztendlich zum Ziel geführt, bekräftigte Schäfer. Die Regierungspräsidentin weiter: „Die Lärm- und Abgasemissionen werden innerhalb der Ortsdurchfahrt Windens spürbar abnehmen. Die Gemeinde erhält damit die Chance, ihre Ortsmitten bürgerfreundlich zu entwickeln und somit die Wohnortattraktivität zu erhöhen“. Auch die am Rande diskutierte Mittelfreigabe des Bundes für den Ausbau der Elztalbahn 2020 sorgte für strahlende Gesichter.

119-Euro-Maßnahme – Tunnelfreigabe 2024

Der 881 Meter lange Brandbergtunnel steht im Mittelpunkt des rund 2,5 Kilometer langen zweiten Bauabschnitts der knapp fünf Kilometer langen Ortsumfahrung Winden. Die Tunnelröhre hat zwei Fahrstreifen und wird im Gegenverkehr betrieben. Die drei Notausgänge führen über ein Treppenhaus beziehungsweise zwei Rettungsstollen in Freie. Darüber hinaus wird eine rund 294 Meter lange und drei Meter hohe Lärmschutzwand gebaut. Im Tunnel werden im Abstand von rund 280 Metern drei Notausgänge eingerichtet. Diese führen über ein Rettungstreppenhaus beziehungsweise zwei 103 und 177 Meter lange Rettungsstollen ins Freie. Die Gesamtkosten beider Bauabschnitte belaufen sich auf rund 119 Millionen Euro und werden vom Bund getragen. Die Kosten des zweiten Bauabschnitts belaufen sich auf rund 82,5 Millionen Euro (allein der Tunnel 65 Millionen Euro).

Schutz der „Heiligen Sankt Barbara“

Christian Deckert (ARGE Brandbergtunnel) stellte aus technischer Sicht das Großprojekt vor und dankte allen Beteiligten und speziell der Tunnelmannschaft für das große Engagement und Tunnelpatin Marita Schmieder erläuterte die Bedeutung der „Heiligen Sankt Barbara“ als Schutzheiliger der Tunnelbauer/Mineure und vollzog später an der Seite eines Tunnelbauers die finale erste „Sprengung“ als Startschuss für den Tunnelbau. Der „Schlag“ war dabei beileibe nicht so ohrenbetäubend, wie das viele vorher erwartet hatten. Die „Heilige Barbara“ soll später übrigens eine eigene kleine Kapelle im Tunnel erhalten. Unterstützung erhält sie dann bestimmt auch von der „Heiligen Barbara aus Oberspitzenbach“ und ggf. auch von den „gelben Engeln“ des ADAC. Die beiden Pfarrer Pfarrerin Barbara Müller-Gärtner und Pfarrer Hans-Jürgen Decker sprachen den Segen für den Tunnel und die Baustelle und weihten die „Heilige St. Barbara“. Später trugen sich alle Ehrengäste in das Goldene Buch der Gemeinde ein und Bürgermeister Klaus Hämmerle und die Tunnelpatin überreichten an die Landes- und Bundespolitiker diverse Präsente. Für alle Teilnehmer gab es zudem ein extra hergestelltes und kreiertes „hochprozentiges Tunnelwasser“. Hämmerle sprach im Beisein von MdB Peter Weiß, MdB Dr. Johannes Fechner, MdL Sabine Wölfle, MdL Alexander Schoch, Vertretern des Landkreises sowie den ZTL-Bürgermeistern und zahlreichen Gemeinderäten aus dem ZTL von einem „denkwürdigen Tag“ und von einem „Meilenstein für die Gemeinde“. Umrahmt von der Musikkapelle Oberwinden sprachen er und einiger Politiker auch später noch einmal beim Festakt in der Festhalle Oberwinden vielfältige Grußworte. Der Wortlaut blieb ähnlich, es wurde gefeiert und später fein und herzhaft gegessen (u.a. Metzgerei Spath und Spitzbue-Narrenzunft). Auch der Rother-Fahrdienst klappte reibungslos.

Stimmen zum „Tunnelanschlag“

„Ein großartiger Tag für das Elztal und Winden. Diese Maßnahme hat bewiesen: Die Politik löst Probleme. Damit haben wir bei den Bürgern Vertrauen zurückgewonnen. Ganz wichtig, alle haben an einem Strang gezogen“, (MdB Dr. Johannes Fechner). „Ein großartiger Freudentag für Winden und das gesamte Elztal. Etwa acht Jahre Bauzeit sind bei gut 32 Jahren Kampf um diese Ortsumfahrung vertretbar. Der Tunnelanschlag erfüllt mich großer Freude und Stolz. Ein großer Beitrag zur Entlastung von Bürgerschaft und Umwelt. Ich bin erleichtert, dass es jetzt richtig los geht mit dem Tunnelbau.“ (Ehrenbürger Clemens Bieniger). „Ein Meilenstein in der Geschichte Windens“ (Michael Moser, Vorsitzender Musikkapelle Winden). „Der nächste große Meilenstein ist geschafft. Wir liegen nach wie vor voll im Zeitplan“ (RP-Bauleiter Daniel Haberstroh). „Ein ganz besonderer und unvergesslicher Tag für Winden und die Bürgerinitiative“ (Tunnelpatin Marita Schmieder). „Ein sehr emotionaler Moment für uns Tunnelbauer und alle Beteiligten. Wir leben für den Tunnelbau, geben unser Allerbestes und erhoffen uns nunmehr eine unfallfreie Baustelle“, (Isidor Moser, Tunnel-Bauleiter der ARGE).