Gesellenbrief überreicht: "Ehre, wem Ehre gebührt"

Lehrlinge der Gärtner und Floristen wurden in einem großen Festakt freigesprochen

Denzlingen (aza). Die Freisprechung der Gärtner und Floristen am Freitag Abend im Kultur- und Bürgerhaus war pompös, edel und eines Gesellenabschlusses wahrhaft würdig. Umrahmt von einem kleinen Bühnenprogramm durch Komikerin Rosemie Warth und einem Schlemmerbuffet bekamen 151 frischgebackene Gesellen ihren Gesellenbrief überreicht.

Eine innovativ geschmückter Lothar-Fischersaal begrüßte die über 320 Gäste nach dem Sektempfang im Foyer mit edlem Ambiente und bot so den idealen Rahmen für die Entlassung der 151 ehemaligen Lehrlinge ins Gesellenleben. Moderatorin Rosemie Warth aus Heidelberg sorgte hierbei auch für die passende Stimmung bei den Anwesenden. Mit „Strubidubiduw“ verteilte sie gute Laune im ganzen Saal - auch zum Einpacken und mit nach Hause nehmen, da man ja nie wisse, wie da die Stimmung gerade sei. Nachdem etliche Lachsalven im Saal gefallen waren, übernahm Abteilungspräsident Michael Krumm vom Regierungspräsidium Freiburg die Begrüßungsansprache. Er freue sich, dass 80 Prozent aller Absolventen an diesem Abend anwesend wären, aber das außergewöhnliche, jährliche Event hätte sich ja längst herumgesprochen. Er ging auf die neuen Herausforderungen ein, die der Klimawandel mit sich bringen werde. Vom Volksbegehren „Pro Biene“ und „Friday for Future“ distanzierte er sich zwar in seiner jetzigen Form, aber beides zeige auf, dass es hier dringenden Diskussionsbedarf gäbe.

Mit dem Projekt „Rettet die Vorgärten“ habe man allerdings 2017 einen ersten Schritt in die Wege geleitet, um Insekten und Vögeln ein Überleben zu sichern, Feinstaub und CO2 zu binden sowie kühlere Luft in der Sommerhitze zu erzeugen. Die Gärtnerbranche müsse sich nun auf den Kernpunkt „privater Pflanzenschutz“ und „Steingärten“ fokussieren, um Kunden zu sensibilisieren. Die gesellschaftliche Verantwortung für eine bessere Biodiversität zu tragen, seien alle grünen Berufen betroffen.

Krumm bedankte sich auch bei allen Ausbildungsbetrieben, insbesondere bei den fünf Betrieben, die sich vom 5. Juli bis 4. August breit erklärten, die praktischen Prüfungen der Lehrlinge abzunehmen. Von den 151 Prüflingen haben es 12 leider nicht geschafft. Sie dürfen sich aber einer Nachprüfung stellen.

Gesellenbrief-Übergabe

Schuldirektor Christian Wilker von der Edith-Stein-Schule in Freiburg übernahm die Gesellenbriefübergabe der Floristinnen in Vertretung der IHK. Derzeit haben man neun volle Klassen in den drei Ausbildungsjahren im Landschaftsbau und in der Produktionsgärtnerei, wusste er zu berichten. Auch der Notendurchschnitt liege über dem Landesschnitt. Zu „Pro Biene“ merkte er an, dass der Volksentscheid derzeit ausgesetzt sei, da man sich an einem runden Tisch treffen werde, um dort sachlich zu diskutieren.

Die wunderschöne Dekoration sei das Werk der Lehrlinge im ersten Floristenlehrjahr, lobte Wilke. Durch Blumen zeige man Gefühle, Empathie und Menschenkenntnis, fuhr er fort. Sechs Damen, davon zwei Quereinsteigerinnen, konnten nun den ersehnten Gesellenbrief entgegen nehmen. Larissa Lettle wurde hierbei Klassenprima, was ihr einen Extrapreis einbrachte.

Ralph Kleint vom Regierungspräsidium Freiburg übernahm dann die Entlassung der Produktionsgärtnerinnen und Gärtner. Hier fielen fast zwanzig Namen. Fünf davon hatten eine eins vor dem Komma und wurden nochmals mit einer besonderen Ehrung beglückt. Katharina Jäckle schaffte eine 1,6, Brigitte Probst eine 1,7, Max Decker und Marius Hartbrich glänzten mit einer 1,8 und Marlene Appel schloss mit 1,9 ab. Bei den Landschaftsgärtnerinnen und Gärtner, die ob ihrer Anzahl eng für das Gruppenfoto zusammenrücken mussten, stach Hannes Mattenklott mit einer 1,5 hervor, Benjamin Huber strahlte mit eienr 1,6, Simon Hummel schaffte die 1,7 und Felix Koch brachte es auf eine 1,9. Ehe der Run aufs Buffet startete, sorgte Warth mit einem besonderen „Tischgebet“ (Piep, Piep Pieb, wir ham uns alle lieb) für eine appetitliche Stimmung, wobei sie alle an die Hände nehmen ließ.

Ehrungen

Ohne ein Firmensponsoring wäre ein solch pompöser Abend nicht möglich. Doch viele der Sponsoren hatten noch einen Wirtschaftspreis mit in der Tasche, die nun einige als „Zwischendessert“ zu verdauen hatten. Die Firma „Birkenmeier Stein und Design“ aus Niederrimsingen machte hier den Anfang und der Inhaber ehrte Felix Koch, der sein Wissen bei den „Gebrüder Oehlbach“ in Efringen-Kirchen erworben hat. Es folgte das „Pflanzencenter Keller“ aus Malterdingen. Chef Hans Keller übergab seinen Preis an die Jahrgangsbeste der Floristinnen, Larissa Lettle vom „Pflanzencenter Göppert“ in Haslach. Sie darf sich über ein Fortbildungsseminar freuen. Die Firma „Götz und Moriz“ bedankte sich bei den „Deutschen Meistern der Landschaftsgärtner 2019“ Simon Hummel und Hannes Mattenklott, die beide beim „Team Grün“ in Elzach ihre Ausbildung genossen. Die „kronimus AG“ reichte ihren Preis an Benjamin Huber weiter, der bei der Stadt Lahr seine Ausbildung machte.

Nach all den Ehrungen war der große Auftritt der Ulknudel nun gekommen. Sie zog alle Register aus den verschiedensten Genren und erstaunte das faszinierte Publikum eins ums andere mal. Sei es zum Gesang von „Que sera“, den sie kurzum umtextete in „Wat will i bi, im Spiegel bin i blos i“ oder während sie übers „Nichtstun“ philosophierte, insbesondere weil man da „nit weiß wenn ma mit Nixtun fertig isch“. Sie steppte wie einst Fred und Ginger Astaire, wobei die Steppgeräusche aus ihrem Mund kamen und letztlich holte sie noch ihre Blockflöte mit einem perfekten Jodler hervor. Die „Blockflöte“ entpuppte sich als Alphorn, mit dem sie den ganzen Saal rhythmisch bei Sambaklängen zum Erzittern brachte.