Start in eine neue Dekade

Das Jahr 2020 ist drei Tage alt: ein Blick auf das, was in den kommenden zwölf Monaten ansteht

Mit Sekt, Fondue, Feuerwerk und leider viel zu viel unnötiger Böllerei wurde in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch der Start ins Jahr 2020 gefeiert. Was werden die kommenden zwölf Monate bringen? Was erwartet die Menschen im Emmendinger-Tor-Gebiet? Was steht in den einzelnen Gemeinden an?

Was Wahlen anbelangt, herrscht 2020 in Deutschland die Ruhe vor dem Sturm. Nur in Bayern und Nordrhein-Westfalen (Kommunalwahlen) sowie in Hamburg (Bürgerschaftswahl) wird in den kommenden zwölf Monaten zur Urne gebeten. Anders wird es 2021 sein. Dann finden im März in Baden-Württemberg die Landtagswahl sowie im September die Bundestagswahl statt.

2020 wird das teuerste einzelne Bauprojekt in der Geschichte der Bundesrepublik beendet. Dabei handelt es sich um den neuen Flughafen Berlin-Brandenburg. Im Oktober, also 14 Jahre nach dem ersten Spatenstich, wird der 7,3 Mrd. Euro (!) teure Komplex der Bestimmung übergeben. Das größte Bauprojekt in der Region, das 2020 zum Abschluss gebracht wird, wird neue Stadion des SC Freiburg am Flugplatz sein. Im Sommer will der Sportclub in die 34.700 Zuschauer fassende Arena einziehen – am liebsten als Bundesligist.

Sportfans dürfen sich 2020 auf zwei Topereignisse freuen. Zunächst wird vom 12. Juni bis 12. Juli in elf europäischen Städten (u.a. München) sowie in Baku die Fußball-Europameisterschaft ausgespielt. Als eine von 24 teilnehmenden Nationen kämpft auch die DFB-Elf um den Einzug ins Finale von London. ARD und ZDF werden sämtliche Partien übertragen. Anschließend finden in Tokio vom 24. Juli bis zum 9. August die Olympischen Spiele statt. 

In Emmendingen stehen drei sehr interessante Themen auf der Agenda. Zum einen findet am 26. April die OB-Wahl statt. Bereits Ende November hatte Amtsinhaber Stefan Schlatterer bekanntgegeben, für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. Man darf gespannt sein, welche weiteren Bewerbungen zwischen dem 1. Februar und dem 31. März im Rathaus eingehen. Gerüchten zufolge planen auch die Grünen, eine Kandidatin oder einen Kandidaten ins Rennen zu schicken.
Zum anderen wird einen Monat später, also im Mai, in Berlin der Deutsche Kita-Preis verliehen. Als eine von zehn Kommunen hat sich Emmendingen mit dem Bündnis „Qualitätsoffensive: Auf den Anfang kommt es an!“ für das Finale qualifiziert. Zwischen Januar und März werden Experten die Arbeit in den Einrichtungen begutachten. Dem Erstplatzierten winken 25.000 Euro, für Plätze zwei bis fünf gibt es noch 10.000 Euro. Viel wichtiger als das Geld ist jedoch das Prestige, denn beteiligt daran ist das Bundesfamilienministerium.
Drittes Topthema bleibt das Kaufhaus Krauss-Projekt. Zum Ende des letzten Jahres entfachte das Thema neuen Zündstoff. Der Investor Unmüssig und das Wehrle-Werk als Grundstückeigener sowie das Bürgerforum und die Stadt sind sich uneins darüber, was mit dem Gebäude und dem dahinterliegenden Areal passieren soll. Werden die Beteiligten in diesem Jahr einen Konsens finden?

Pünktlich zum Start in die neue Dekade legt die Gemeinde Teningen das Projekt „Teningen 2030“ auf. Im engen Dialog mit allen Menschen in der Gemeinde sollen Ideen für die Zukunft entwickelt werden. Zunächst jedoch muss die Gemeinde noch den Haushalt 2020 unter Dach und Fach bringen. Dessen Verabschiedung wurde auf den 26. Januar vertagt, weil der Gemeinderat noch offene Fragen zur mittelfristigen Finanzplanung hat. Angesichts der vielen kostspieligen Investitionen muss in einigen Punkten noch einmal nachberaten werden.

Gespannt warten die Menschen in den sechs Ortsteilen außerdem auf die Wiedereröffnung des Rathauses. Seit mehr als zweieinhalb Jahren wird das Gebäude modernisiert. Die Mitarbeiter der Verwaltung befinden sich nach wie vor in der Zehntscheuer und im Köndringer Rathaus. Wann in der Riegeler Straße die Türen wieder öffnen, ist weiterhin unklar. Rund sechs Millionen Euro investiert die Gemeinde in die Sanierung des Komplexes.

Spannend wird es in Teningen auch auf sportlicher Ebene: schafft des FC Teningen den Klassenerhalt in der Verbandsliga? Und wie schlägt sich die SG Köndringen/Teningen nach dem Weggang des langjährigen Trainers Ole Andersen? Gleich drei Vereine feiern 2020 ein Jubiläum. Die Schapfe Clique wird 30, der TTC Köndringen 60 und der Männerchor Heimbach 100 Jahre alt. Einen runden Geburtstag begeht außerdem das Emil-Schindler-Stadion. Die Wettkampfstätte des TuS Teningen wird im Sommer sein Vierteljahrhundert alt.

Wichtigstes Thema in Freiamt wird die Schaffung von neuen Kindergartenplätzen sein. Die Einrichtung in Ottoschwanden bekommt ein Pavillon zur Unterbringung einer neuen Ü3-Gruppe. Die Einweihung ist im April geplant. Eine neue Gruppe erhält außerdem der Waldkindergarten. Die Gemeinde erwirbt hierfür den Bauwagen. Zudem hofft Freiamt im kommenden Jahr auf den Zuschuss, um das Schulzentrum endlich erweitern zu können. Vormerken sollten sich die Freiämter schon mal den von der Gemeinde veranstalteten Wassertag am 22. März sowie das 50-jährige Jubiläum des Motorsport Racing-Teams (MSRT).

Spannende Themen stehen auch in den weiteren Gemeinden des ET-Gebiets an. In Sexau soll das alte Schulhaus in ein Kinderbetreuungshaus umgewandelt werden. In Verbindung mit der Grundschule soll dort unter anderem die Kernzeitbetreuung stattfinden. Im Januar wird das Vorhaben vorgestellt. Denkbar ist sogar ein Architekturwettbewerb. Außerdem wird das Bürgerbeteiligungsprojekt „Gemeindeentwicklung 2035“ fortgeführt. Ab 2020 trägt es den Titel „Quartiersimpulse“. In Form von Arbeitskreisen soll darin tiefer in die einzelnen Themen eingetaucht werden.

In der Ortsmitte der Gemeinde Malterdingen wird 2020 ein Dorftreff mit Gemeindebücherei entstehen. Das Gebäude soll vor allem für Senioren zu einem sozialen Treffpunkt werden. Eine Arbeitsgruppe bestehend aus 15 Personen beschäftigt sich mit den Planungen. Eine Antwort auf die steigende Nachfrage nach Betreuungsangeboten soll zudem das neue „Generationenhaus“ am Fuße des Bienenbergs geben. Vorgesehen sind dort sowohl Krippen- und Kindergartengruppen als auch Betreutes Wohnen für Senioren.

Die Brücke nach Holzhausen war in den letzten Wochen das wichtigste Thema in Reute. Beim Ausbau der neuen Rheintalstrecke will die Bahn das Bauwerk während der Bauphase ersatzlos abreißen. Gemeinsam mit seinen Kollegen aus Vörstetten und March macht sich Bürgermeister Michael Schlegel für ein Provisorium stark. Weitere Themen in 2020 werden die Straßengestaltung in der Ortsmitte, die Lärmaktionsplanung für die Durchfahrtsstraßen und das Dorfjubiläum 2022/23 sein.