Wer wird in Endingen in den ehemaligen Treff einziehen?

Entscheidung soll im Januar fallen - Zwischendurch „End of Season“-Outlet von Fuchs Mode und Sport Treff

Aufmerksame Beobachter haben es eventuell in den letzten Wochen bemerkt: Es tut sich was in den Räumlichkeiten des ehemaligen Treff-Marktes in der Ritterstraße. Immer wieder brennt das Licht hinter den abgeklebten Scheiben, am Hintereingang steht ab und an die Türe offen und es gehen Personen ein und aus. Einer von ihnen ist Maik Disch, Manager der Immobilie im Besitz der Maximilian Kehl GmbH. Er war in den vergangenen Wochen sehr aktiv und hat einigen Interessenten die Räumlichkeiten gezeigt. Und er ist zuversichtlich, dass bald ein neuer Pächter wieder Leben in das Ladengeschäft bringen wird.

Lange Jahre gehörte er fest zum Stadtbild, der Lebensmittelmarkt in der Ritterstraße. Bereits bei der Fertigstellung des Gebäudes 1975 zog der erste Markt ins Erdgeschoss ein, damals ein Gottlieb. Bis 1993 versorgten sich hier die Endinger mit den Waren des täglichen Bedarfs. Dann übernahm die EDEKA die Rolle des Nahversorgers, in den letzten Jahren mit ihrer Lebensmittelkette „Treff“. So gibt es im Städtli kaum jemanden im mittleren Alter und jünger, der sich nicht daran erinnert, in diesem Laden nicht schon einmal bei Mama oder Oma um ein Eis oder andere Süßigkeiten gebettelt zu haben.

Im Sommer 2019 war nach 44 Jahren dann plötzlich Schluss: Im Zuge der Umstrukturierung beschloss die EDEKA, die Vertriebsschiene „Treff“ einzustellen. Die größeren Märkte, wie der in Riegel, gingen an die EDEKA-Tochter „Netto“, einige kleinere Märkte wurden zu „EDEKA Express“, der Rest wurde dicht gemacht – darunter der Markt in der Endinger Ritterstraße. „Die Info darüber kam aber auch für uns sehr kurzfristig und mehr als überraschend“, so Maik Disch. Den bis 31.12. laufenden Mietvertrag habe das Unternehmen zwar anstandslos erfüllt, es, den Markt so lange geöffnet zu lassen, konnte man jedoch nicht. Im Juni 2019 wurde er geschlossen. „Sehr bedauerlich“, nicht nur für die Endinger, sondern auch für die Eigentümer des Gebäudes, wie Maik Disch betont. „Uns ist viel daran gelegen, dass das Geschäft in der zentralen Innenstadtlage mit Mehrwert für die Stadt verpachtet ist“, erklärt er. Deshalb freue man sich auch sehr über den intensiven Dialog mit der Stadtverwaltung. Mit Bürgermeister Tobias Metz gebe es einen sehr konstruktiven Austausch. Er sei auch außerhalb der Dienstzeit zur Abstimmung aktueller Entwicklungen erreichbar. „Für diesen pragmatischen und handlungsstarken direkten Draht sind wir sehr dankbar“, betont Maik Disch. Auch mit der G&H, vertreten durch den ersten Vorsitzenden und Nachbar Ingo Fuchs habe man wertvolle Gespräche geführt.

Die zentrale Innenstadtlage der Geschäftsräume sei einerseits gut, da man auch fußläufig gut erreichbar sei. Andererseits berge sie aber natürlich auch Herausforderungen, wie die für einen potenziellen Lebensmittel-Vollsortimenter doch recht begrenzte Verkaufsfläche von 450 Quadratmetern oder die verkehrstechnische Erreichbarkeit im Vergleich zur Konkurrenz „auf der grünen Wiese“ beim Industriegebiet. Das Interesse seitens potenzieller künftiger Mieter sei trotzdem groß, freut sich Disch. „Es gibt gute, teilweise sehr gute Gespräche mit Lebensmittlern die in und für die Region bereits als Lebensmittel-Versorger arbeiten bzw. umfangreiche Erfahrungen haben und das Potenzial des Standortes als Nahversorger erkennen. Darüber hinaus gibt es weitere Gespräche mit Betreibertypen, die eine Ergänzung zur bestehenden Einzelhandelsstruktur für Endingen wären und auf jeden Fall für eine Belebung der Frequenz sorgen würden. Konkret gibt es drei Favoriten, die jeder für sich genommen einen Gewinn für unsere Immobilie darstellen würde“, erklärt der Immobilienverwalter. Fix sei jedoch noch nichts, alle Gespräche liefen derzeit noch.

Wie geht es jetzt weiter? Bereits im Januar kommt kurzfristig wieder Leben in die Geschäftsräume: Erstmals gibt es dort an ausgewählten Tagen ein gemeinsames „End of Season“-Outlet von „Fuchs Mode“ und „Sport Treff“. Über 15.000 stark reduzierte Teile warten dann auf die Schnäppchenjäger. Eine solche Auswahl an Markenkleidung und -Schuhen sowohl aus dem Mode- als aus dem Sportbereich, und das zu kleinen Preisen – dass sollte man sich nicht entgehen lassen. Das Outlet hat am Donnerstag und Freitag, 9. und 10. Januar, von 10 bis 20 Uhr, am Samstag, 11. Januar, von 10 bis 16 Uhr, von Montag bis Freitag, 13. bis 17. Januar, jeweils von 10 bis 19 Uhr und am Samstag, 18. Januar, nochmal von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Danach soll, so der Wunsch der Maximilian Kehl GmbH, der künftige Mieter für die Räumlichkeiten feststehen. „Ziel ist es, nur eine kurzfristige Umbauphase zu haben“, so Maik Disch. Dies hänge maßgeblich von den Umbau-Anforderungen der künftigen Mieter aber natürlich auch maßgeblich von der Dauer der notwendig werdenden Genehmigungen ab. „Wir hoffen bei den (baurechtlichen) Herausforderungen auf die Fortführung der guten Unterstützung durch die Stadtverwaltung.“ Ist alles geregelt, soll zügig mit dem Umbau begonnen werden. Man darf also gespannt sein ...