Große Spendenbereitschaft erlebt

Denzlinger Sternsinger sammelten rund 17.000 Euro für Kinder im Libanon

Denzlingen (hg). An drei Tagen waren die Sternsinger in Denzlingen bereits unterwegs, am vergangenen Samstag, Sonntag und Montag. Nach der offiziellen Aussendung am Samstagnachmittag durch Pfarrer Nelson Ribeiro besuchten an den drei Tagen im Schnitt jeweils 15 Gruppen die Menschen in den Wohnvierteln der Gemeinde. Sehr gut war die Vorbereitung der Kinder mit Hilfe moderner Medien, um die Situation im Libanon kennenzulernen.

Im Gespräch mit dem Organisationsteam war zu erfahren, dass diesmal insgesamt 85 Denzlinger Sternsinger ökumenisch gemischt unterwegs waren, und zwar mit 25 Jugendlichen als Begleiter nach einem sorgfältig ausgearbeiteten Besuchsplan. Am kommenden Montag, 6. Januar, wird eine Sternsingergruppe nochmals aufbrechen, um den Mitgliedern und Angehörigen bei der VdK-Jahresfeier im Kultur- und Bürgerhaus einen Besuch abzustatten. Selbstverständlich besuchten die Sternsinger auch die Bewohner des Seniorenzentrums und statteten im Rathaus auch dem Bürgermeister einen Besuch ab.
Bereits seit Wochen war das Organisationsteam mit sechs ehrenamtlich tätigen Frauen und Pastoralreferent Benjamin Vogel mit umfangreichen Vorbereitungen beschäftigt. Pfarrer Ribeiro sprang am Montag persönlich ein, als nicht genügend Fahrzeuge vorhanden waren, um Sternsinger auch in Außenbezirke zu fahren, zum Beispiel in verschiedene landwirtschaftliche Höfe, die man nicht vergessen will. Am Sonntagabend gab es für alle Sternsinger wie schon in früheren Jahren feine Pizza, eine Spende eines Förderers und Gemeinderatsmitgliedes.  

Hilfe aus Bayern
Eine besonders nette Erfahrung machten die Kinder am Montag dieser Woche, als ein Junge aus Bayern, der gerade in Denzlingen zu Besuch war, mit seinen Gastgebern anfragte, ob er hier als Sternsinger mitlaufen dürfe. Ohne langes Zögern war der „königliche Gast“ sofort in einer Gruppe integriert und in Denzlingen mit unterwegs, um für Kinder im Libanon zu sammeln.
Bis Montagabend kamen nach den drei Besuchstagen insgesamt bereits deutlich über 16.000 Euro zusammen. Mit noch eingehenden Spenden und nach dem Besuch an Dreikönig im KuB rechnet man daher mit rund 17.000 Euro, die dieses Jahr in Denzlingen für die Sternsingeraktion gespendet wurden. Nach dem „Dreikönigstag“ am 6. Januar wird das genaue Ergebnis bekannt gegeben. Die Sternsinger und das ganze Organisationsteam danken auch auf diesem Weg allen Spendern für die großzügige Hilfsbereitschaft. Den Dank der Gemeinde werden die Sternsinger im Rahmen eines Gottesdienstes in St. Jakobus  an „Dreikönig“ (10.30 Uhr) erfahren, wo alle Sternsinger nochmals eingeladen sind.

Motivation durch Information
Ein besonders hilfreiches und letztlich unverzichtbares Motivationserlebnis gab es für die Sternsinger beim einführenden Treffen vor Weihnachten im Pfarrsaal, wo sie nicht nur einen Film über die Situation im Libanon gemeinsam ansahen und besprachen, sondern zusätzlich auch mit kindgerecht aufbereiteten Medien versorgt wurden. Das diesjährige Motto der Sternsingeraktion lautet „Segen bringen, Segen sein - Frieden! Im Libanon und weltweit“. Um sich ein möglichst konkretes Bild über die Lage im Libanon machen zu können, waren einige Informationen für die Kinder unverzichtbar, um wirklich zu verstehen, warum sich Kinder und Jugendliche in Deutschland für Kinder im Libanon einsetzen.
So erfuhren sie unter anderem, dass dieses kleine Land an der Ostküste des Mittelmeeres gerade mal 10.500 Quadratkilometer groß ist. Deutschland ist somit rund 35 mal so groß. Etwa 4,5 Millionen Libanesen leben dort, davon rund zwei Millionen Einwohner allein in der Hauptstadt Beirut. Um die aktuelle Not zu verstehen, muss man aber wissen, dass derzeit  rund 1,3 Millionen syrische Flüchtlinge in diesem Nachbarland Syriens leben. Übertragen auf Deutschland, würde das bedeuten, dass man hier über 23 Millionen Flüchtlinge aufnehmen müsste, eine unfassbare Zahl! 18 verschiedene Religionsgemeinschaften gibt es im Libanon. Die meisten Libanesen sind Christen oder Muslime, wobei in keinem anderen Land im Nahen Osten der Anteil der Christen so hoch ist wie hier.

Ein echtes Friedensprojekt
Die Sternsinger unterstützen im Libanon ein tolles Programm, das Alwan heißt. Dank dieses Pro-gramms gibt es dort an verschiedenen Schulen einmal in der Woche den sogenannten „Alwan-Unterricht“. Im Alwan-Programm lernen Kinder, dass Frieden ein Anliegen von allen Religionen ist. Besonders die „Goldene Regel" ist dabei auch für die Sternsinger eine unverzichtbare Erkenntnis. Sie ist in fast allen Traditionen und Religionen der Welt zu finden und bedeutet: „Behandle alle anderen Menschen so, wie du selbst gerne behandelt werden willst!“