Wienecke fordert Schlatterer erneut heraus

Seit Samstag läuft die Bewerbungsfrist für die am 26. April stattfindende OB-Wahl

 

Emmendingen. Am Sonntag, 26. April, findet in der Stadt Emmendingen die Oberbürgermeisterwahl statt. Bereits im November hatte Amtsinhaber Stefan Schlatterer seine erneute Kandidatur bekanntgegeben. Seit Samstag ist klar, dass sich auch Susanne Wienecke auf den Posten bewirbt.

Die Spatzen pfiffen es bereits von den Dächern. Um kurz nach 0 Uhr, also zum frühestmöglichen Zeitpunkt, warf Susanne Wienecke ihre Unterlagen im Briefkasten des Rathauses ein. Gleichzeitig startete die 57-jährige promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin auf der Homepage ihre Kampagne „MEHR WIR für Emmendingen“. Seit 2003 lebt die gebürtige Hamburgerin mit ihrem Ehemann, mit dem sie drei Kinder hat, in der Stadt. Seit sechs Jahren vertritt sie die Grünen im Stadtrat, seit 2019 hat sie das Amt der Fraktionssprecherin inne. Außerdem ist sie Kreisrätin. Bereits 2012 hatte sich Wienecke um das Amt der Oberbürgermeisterin beworben. Mit ihrer erneuten Kandidatur fordert sie den Amtsinhaber ein weiteres Mal heraus.

„Die Stadt hat viel zu bieten“, schreibt Susanne Wienecke auf ihrer Homepage. Beispielhaft nennt sie die Vereine, das kulturelle Leben, die Märkte mit regionalen Produkten oder auch die inhabergeführten Geschäfte. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung, dem Stadtrat und den Bürgern wolle sie Emmendingen „noch nachhaltiger auf eine menschen- und klimafreundliche Zukunft ausrichten“. Einerseits setze sie sich für Mehrgenerationenprojekte, bezahlbare Mietwohnungen, den Ausbau des städtischen Wohnungsbestands und gleiche Teilhabe für alle am öffentlichen Leben ein. Anderseits gehe es ihr um nachhaltige Mobilität mit attraktivem ÖPNV sowie Fuß- und Radwegenetzen, energieeffiziente öffentliche Gebäude sowie den Erhalt von Naherholungsgebieten wie Haselwald-Spitzmatten. Infos: www.susanne-wienecke.de.

Bereits im November hatte OB Stefan Schlatterer angekündigt, ein weiteres Mal zu kandidieren. Am Montag um 7.15 Uhr reichte der Amtsinhaber im Rathaus seine Bewerbung ein. Das Ganze verband er mit einem Eintrag auf seiner Facebook-Seite. Für den 53-jährigen amtierenden Rathauschef wäre es im Falle einer Wiederwahl die dritte Amtsperiode. Schlatterer wuchs im Stadtteil Bürkle-Bleich auf, machte das Abitur am Goethe-Gymnasium, absolvierte eine Ausbildung bei einer Bank und studierte Rechtswissenschaften in Freiburg. Von 1999 bis 2004 arbeitete er als selbstständiger Anwalt in Emmendingen. 2004 wurde er OB – und dies als parteiloser Kandidat. Schlatterer ist Mitglied der CDU und vertritt diese im Kreistag. Der Hobby-Blasmusiker ist verheiratet und hat zwei Kinder.

„Stefan Schlatterer bewegt Emmendingen“ lautet sein Slogan auf der Homepage. Darauf führt er zum einen seine Ziele an. Diese unterteilt er in die Bereiche Familien, Soziales, Wirtschaft, Kultur, Ökologie und Stadtverwaltung. Zum anderen gibt es die Rubrik „Ihre Visionen“. Darin spricht Schlatterer die Menschen in Emmendingen direkt an. „Nicht nur Verwaltung und Oberbürgermeister gestalten eine Stadt – es sind vor allem die Bürgerinnen und Bürger, die Tag für Tag Emmendingen bewegen und gestalten. „Sie alle tragen viel zu einem guten Zusammenleben in unserer Stadt bei und machen Emmendingen zu der lebens- und liebenswerten Stadt, die wir so schätzen und in der wir zuhause sind“, so der Amtsinhaber. Mehr Informationen zum Programm unter www.stefan-schlatterer.de.

Noch bis zum 31. März läuft die Bewerbungsfrist für die OB-Wahl. Bis dahin können weitere Kandidaten ihre Unterlagen im Rathaus einreichen. Über die eingegangenen Bewerbungen muss die Stadtverwaltung Stillschweigen bewahren. Erst am 2. April werden die Kandidaten von Seiten des Gemeindewahlausschusses offiziell bekanntgegeben. Mit Susanne Wienecke und Stefan Schlatterer sind der Öffentlichkeit bisher zwei Kandidaten bekannt. Beide kommunizierten ihre Bewerbung selbst. Interessant: bei dem Termin am 2. April wird der Gemeindewahlausschuss zudem auslosen, wer auf dem Stimmzettel welche Position einnehmen wird. Um am Briefkasten entsprechende Kontroversen zu vermeiden, gelten sämtliche bis Montag um 7.30 Uhr eingegangenen Bewerbungen nämlich als gleichzeitig abgegeben. Man darf also gespannt sein, wer ganz oben auf der Liste stehen wird.

Vormerken sollte man sich schon mal die traditionellen Kandidatenvorstellungen am 20. April in der Steinhalle und am 23. April in der Fritz-Boehle-Halle. Natürlich wird das ET die Wahl intensiv begleiten. Geplant sind unter anderem Interviews mit den Kandidaten. Gewählt wird schließlich am 26. April. Bleibt es bei zwei Bewerbern, wird es keinen zweiten Wahlgang geben.