25 Jahre Jumelage – die Freund-schaft bleibt

Riegel und Champhol bleiben trotz der „Corona-Distanz“ einander verbunden

Freundschaft und Brüderlichkeit als Fundamente ihrer Partnerschaft und als deutliches Zeichen von Verbundenheit in Europa: Riegel und Champhol feiern den 25. Geburtstag ihrer offiziellen Freundschaft, wenn umständebedingt auch zunächst jede Gemeinde für sich und still.

Der Vater dieser Partnerschaft war Peter Ziegler (verstorben 2018) die Initiative ging von Champhol (einem etwa 80 Kilometer westlich von Paris gelegenen Ort) aus, und zwar von Pierre Debré (damals Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Champhol). Er suchte eine deutsche Gemeinde-Partnerin und fand sie schließlich in der Kaiserstuhlgemeinde. Diesen Monat nun sollte das Jumelage-Jubiläum Riegel-Champhol gefeiert werden, doch die Corona-Pandemie machte dem einen Strich durch die Rechnung. Heike Scheiding-Brode begab sich daher für den „Kaiserstühler Wochenbericht“ auf Spurensuche und hatte im stellvertretenden Vorsitzendes des Partnerschaftsvereins, Horst Platzer, einen guten Beitraggeber.

Langer Weg mit Hürden

Der Weg zu dieser Verschwisterung war lang und einige Hürden mussten dabei genommen werden. Der Gemeinderat hatte Peter Ziegler, einen Frankreich-Liebhaber, mit dieser Angelegenheit beauftragt. Die Begeisterung im Rat allerdings war nicht sehr groß, bedingt auch durch die Entfernung von rund 600 Kilometern sowie wegen befürchteter Sprachprobleme. „Der Rat lehnt die Partnerschaft mit Champhol ab“ war 1992 in der „Badischen Zeitung“ zu lesen. Peter Ziegler, so erinnert sich Horst Platzer, ließ sich aber nicht beirren und startete gen Champhol, wurde dort von Bürgermeisterstellvertreter Gigon empfangen - Bürgermeister Rousselet hatte zunächst keine Zeit -, doch beim Sauerkrautfest in Champhol noch im gleichen Jahr lernten Ziegler und Rousselet sich doch kennen. In Riegel gab es lange Diskussionen im Gemeinderat über das Für und Wider. Peter Ziegler hatte dann als Vorsitzender des Geschichtsvereins einen Frankreichausflug organisiert und dabei seine wahre Absicht, auch nach Champhol zu fahren, für sich behalten. Dort gefiel es allen dann doch und so konnte die Jumelage schließlich angebahnt werden.

Am 17. Januar 1994 wurde der Partnerschaftsverein gegründet. In der Satzung wurde ausdrücklich festgehalten, dass vornehmlich mit Frankreich freundschaftliche Beziehungen zu festigen seien. Die Urkunden wurden am 16. September 1995 in Champhol und in Riegel im Mai 1996 unterzeichnet. In den 25 Jahren gab es bis heute zwei Bürgermeister in Champhol, Robert Rousselet (verstorben 2006) und seit 1995 Christian Gigon.

Stetiger Kontakt

„Es wird in jährlichem Wechsel an Himmelfahrt eine Busfahrt zum Besuch der Partnergemeinde organisiert, die Unterkunft erfolgt in der Regel privat“, erklärt Horst Platzer. Die gastgebende Gemeinde beziehungsweise der jeweilige Partnerschaftsverein organisiert dann Besichtigungen und jeweils am Samstagabend finden dann die offiziellen Reden, gemeinsames Essen und Trinken, Musik und Tanz und ein kleines Programm, statt. Bei den Freitagsausflügen werden Sehenswürdigkeiten besichtigt, hier in der Region beispielsweise standen die Sauschwänzlebahn, der Bodensee samt Besichtigung des Napoleonmuseums in Ahrenenberg, ein Besuch im Kavernenkraftwerk in Rheinfelden oder der Mummelsee auf dem Programm. In Frankreich war man in Paris, in Le Mans auf der Autorennbahn, im Schloss in Amboise, in Orléans in einer Glockengießerei oder auch in den Gärten von Monet. „Darüber hinaus gibt es natürlich auch private Einzelkontakte anlässlich von Geburtstagen, leider auch Beerdigungen, und sonstige Besuche unter dem Jahr“, merkt Platzer an. Regelmäßig besuchen einige Riegeler das jährliche Sauerkrautfest in Champhol und die dortige Jahreshauptversammlung des Partnerschaftsvereins. Die Kaiserstuhlgemeinde hat schon zweimal Reben in Champhol gepflanzt, zuletzt auf einem Kreisverkehr dort.

In seinem Buch „Champhol, notre amour“ hat Peter Ziegler alle diese Vorgänge und Begegnungen und den Weg zu dieser Partnerschaft wunderbar beschrieben. Das 55-seitige Büchlein kann man beim Partnerschaftsverein für fünf Euro erwerben. Hier schreibt er auf Seite 19: „Heute schreiben wir das Jahr 2007. Die Jumelage, die Verschwisterung, Champhol – Riegel, bewährt(e) sich – allen Unkenrufen von einst zum Trotz – bestens. Eines der Wunder auf dem Wege zur Partnerschaft scheint zu sein, dass frühere entschiedene Gegner einer Verschwisterung sich nun ausnahmslos zu ganz großen Freunden und Anhängern dieser Partnerschaft gewandelt haben und innige Kontakte zu Champhol pflegen …“.

Im Riegeler Rathaus hängt die offizielle Partnerschaftsurkunde. Bürgermeister Daniel Kietz, der in den 25 Jahren nach Gerhard Setzer und Markus Jablonski dritte Rathauschef hier, meinte, die Feierlichkeiten würden wohl 2021 stattfinden. Geplant für dieses Jahr hatte der Partnerschaftsverein eine Schlossbesichtigung in Sigmaringen, dann eine offizielle Feier mit einigen Reden, einem Auftritt des Musikvereins Riegel am Champhol-Platz und einen bunten Samstagabend in der Römerhalle mit Musik und einem kleinen Programm, teilweise gemeinsam mit Freunden aus Champhol gestaltet.