Schulunterricht auf Sparflamme

Seit Montag eingeschränkter Unterrichtsbetrieb möglich – Gespräch mit der Schulleitung des Erasmus-Gymnasiums Denzlingen

Denzlingen (hg). Viel Sinn und Fähigkeiten zur Improvisation wird derzeit von allen Schulleitungen des Landes abverlangt, um alle coronabedingten Auflagen für den Schulbetrieb möglichst reibungslos zu erfüllen. Wie das Denzlinger Erasmus-Gymnasium damit umgeht, wo man seit Montag dieser Woche mit allen Klassen, jedoch in zeitlich versetzten Gruppen einen ersten Probelauf startete, erörterte Helmut Gall am Dienstag mit Schulleiterin Christel Bohlen und deren Stellvertreter, Olaf Ploh.

Unterricht auf „Sparflamme“, entsprechend eingeschränkt aufgrund der Maßgaben der Schulbehörde, gab es für die Kursstufe eins, die nächstes Jahr Abitur macht, bereits seit Mai dieses Jahres. Und eine Woche vor den Pfingstferien begann man bereits wieder mit „normalem Unterricht“. Seit dieser Woche können nun auch die anderen Klassen wieder den Unterricht besuchen, natürlich mit unbedingt zu beachtenden Regeln.

Auf Nachfrage erklärte die Schulleiterin eingangs, dass von dem 60-köpfigen Kollegium am Eras-mus-Gymnasium anfangs 16 Personen infolge der Altersstruktur nicht unterrichten konnten, weil sie zur besonders gefährdeten Personengruppe zählen.

Für die Schüler der Kursstufe begann man bereits nach den Osterferien mit dem Unterricht, weil für sie ja das Abitur bevorstand. Eine intensive Vernetzung war dabei gefragt, weil besonders die Kursstufenpläne bereits im normalen Schulbetrieb relativ komplex seien. Hinzu kamen die nur schwer einzuhaltenden Hygieneregeln.

Auch Notbetreuung gewährleistet

Eine landesweit geforderte „Notbetreuung“ für Schüler der Klassenstufen fünf bis sieben, deren Eltern zum Beispiel in „systemrelevanten Berufen“ tätig – oder alleinerziehend sind, konnte man auch am Erasmus-Gymnasium gewährleisten. Um allen Eltern und natürlich auch den Schülern und den Mitgliedern des Kollegiums eine umfassende Information über alle zu gehenden Schritte zu geben, stellte die Schulleitung ein vierseitiges Informationsblatt zusammen, in dem alle wesentlichen Hygienemaßnahmen aufgelistet sind. Darin war Ende Mai unter anderem zu lesen, dass nun nach der langen Corona-Pause der Unterricht wieder starten wird, jedoch nicht unter den bisher gewohnten Bedingungen.

Vor allem ging es dabei um die wichtigsten Informationen und verbindlichen Verhaltensregeln, um ein möglichst reibungsloses Schulleben zu gewährleisten, damit vor allem die Gesundheit aller gewahrt bleibt. Da man wieder mit einem „Präsenzunterricht“ begann, also nicht mehr nur digital über den häuslichen PC, sondern wie gewohnt durch Anwesenheit in der Schule, sah man sich zu einer komplizierten Überarbeitung des Stundenplanes mit vier jeweils zweistündigen Unterrichtsblöcken gezwungen. Diese beginnen wie üblich um 7.45 Uh und enden nachmittags um 14.45 Uhr. Die Wege im Schulgebäude wurden übersichtlich am Boden markiert. Dazu gab und gibt es Absperrungen, Abstandsmarkierungen und Einbahnstraßenregelungen, die unbedingt eingehalten werden müssen.

Vorsicht bleibt oberstes Gebot

Ein besonderes Augenmerk gilt den Risikogruppen, zum Beispiel bei Schülern mit relevanten Vorer-krankungen, über deren Teilnahme am Unterricht die Erziehungsberechtigten entscheiden. Die Landesregierung hat dazu entsprechende Vorgaben erlassen. Ganz wichtig ist, dass Schüler und Lehrer unbedingt der Schule fernbleiben, wenn sie bestimmte Krankheitsanzeichen (z.B. Fieber, trockener Husten, Atemprobleme, Verlust des Geschmacks-/Geruchssinns, Halsschmerzen) bei sich oder einem Familienmitglied wahrnehmen. Hinsichtlich der möglichst zu nutzenden Schulwege rät die Schule dringend, einen individuellen Schulweg zu gehen oder zu fahren. Dabei sollten Schüler möglichst zu Fuß oder mit dem Fahrrad unter Einhaltung der jeweils gültigen allgemeinen Verhaltensregeln während der Corona-Pandemie (keine Gruppen!) zur Schule kommen. Bei der unumgänglichen Nutzung von Schulbussen besteht Mund- und Nasenschutzpflicht.

Wichtige Präventionsmaßnahmen

Eindringlich ermahnte die Schulleitung alle Mitglieder der Schulgemeinschaft, alles dafür zu tun, dass nicht die Schule insgesamt unter Quarantäne gestellt werden muss. Das wäre der Fall, wenn eine infektiöse Person festgestellt würde. Die Schule nennt daher nochmals die wichtigsten Präventionsmaßnahmen, nämlich das bekannte Abstandsgebot von mindestens 1,5 Metern, ferner das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung und die erforderliche gründliche Händehygiene, zum Beispiel das hautschonende Händewaschen und die Verwendung von Einmalhandtüchern in allen Sanitär- und Unterrichtsräumen . Beim Betreten des Schulgebäudes, welches unter Aufsicht stattfindet, müssen alle unter Verwendung der dort vorhandenen Desinfektionsmittel eine Händedesinfektion vornehmen. Selbstver-ständlich sind alle unmittelbaren Berührungen, Umarmungen bei der Begrüßung oder Hände-schütteln zu vermeiden. Ebenso soll man jeden Handkontakt mit Tür- und Fensterklinken und Geländern vermeiden. Diese sollte man vielmehr mit dem Ellenbogen oder mit geschützten Händen öffnen. Nach Unterrichtsende sollen schließlich alle Schüler auf direktem Weg das Schulgelände verlassen.