Neue Wege für den Zunftball

Sechserstreffen auf 2023 verschoben - Keine Zunftsitzung Anfang November

Endingen (ihy). „S’goht drgege“, und das mit großen Schritten. Landauf, landab wird diskutiert, ob und wie eine fünfte Jahreszeit und die Corona-Sicherheitsmaßnahmen zusammenpassen. Wir haben bei der Narrenzunft Endingen nachgefragt.

Die närrische Zeit wird bekanntlich im Städtli hauptsächlich an den fünf Fasnets-Haupttagen gefeiert. Aber schon ab November stehen mit der Zunftsitzung und diversen weiteren kleineren Anlässen bis zu den großen Zunftbällen immer wieder traditionelle Veranstaltungen im Jahreslauf an. Und dann wäre da ja auch noch das große Sechsertreffen, das für Januar 2021 angedacht war. Die Planungssitzungen mit vielen Überlegungen, um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein, laufen bei der Narrenzunft schon seit Langem (wir berichteten). Nun musste eine Entscheidung her. „Sie wurde in der Sitzung am Dienstagabend gefällt“, berichtet Oberzunftmeister Ralph Baumann. Nacheinander habe man sich mit den einzelnen anstehenden Terminen auseinandergesetzt. „Insgesamt war es eine tolle Sitzung, und wir haben mit einer starken Mannschaft gemeinsam die Eckpfeiler gesetzt.“

Als erster wichtiger Großtermin steht normalerweise Anfang November die Zunftsitzung an. Hier wird nicht nur jedes Jahr der geschäftsführende Vorstand bestimmt, auch Oberjokili, Zunfttier und Fahnenträger stehen zur Wahl und die Zunftlehrlinge werden vereidigt. Sich persönlich zu treffen, sei zwar im Bürgersaal mit Abstand möglich. „Aber die Gesundheit unserer vielen älteren Mitglieder ist uns wichtiger. Wir möchten sie dem Restrisiko nicht aussetzen“, so Zunftschrieber Florian Rosswog. Der Umstieg auf eine digitale Sitzung sei zu kompliziert. „Wir müssten ja gegebenenfalls auch die Beschlussfähigkeit garantieren. Das ist für uns momentan nicht umsetzbar“, ergänzt Ralph Baumann. „Auch wenn es uns nicht leichtfällt, in bei der aktuellen Lage werden wir die Zunftsitzung in diesem Jahr nicht durchführen.“ Alle Gewählten blieben deshalb erstmal im Amt bzw. würden vorerst nicht ersetzt, „wir werden alle Amtsträger dazu nochmal gesondert ansprechen.“ Dennoch werden die Mitglieder der Narrenzunft nicht auf Neuigkeiten verzichten müssen: „Wir werden sie mit einem anderen Format auf dem Laufenden halten, was aktuell passiert“, so Rosswog.

Explizit nicht abgesagt, sondern verschoben wird das geplante Sechsertreffen. Neuer Termin ist der 28./29. Januar 2023. „Die Verschiebung um zwei Jahre ist bewusst gewählt“, erklärt Ralph Baumann. Größere Veranstaltungen plane man ja oft mehr als 12 Monate im Voraus. Deshalb sei 2022 schon zu dicht mit Terminen belegt gewesen. „Wir wollten unbedingt einen Termin finden, an dem alle befreundeten Zünfte Zeit haben. Wir sind glücklich, dass wir in Abstimmung mit allen diesen neuen Termin gefunden haben.“  

Ganz neue Wege werden in Sachen Zunftball beschritten: „Die Fasnet lebt vom geselligen Austausch - zusammensitzen, anstoßen und gemeinsam die Fasnetsfraid genießen – mit den aktuell geltenden Abstands- und Versammlungsregelungen geht das nicht. Auch hinter der Bühne ist das mit den vielen Akteuren, die wir im Programm haben, nicht umsetzbar. Und wie die Situation sich bis Februar ändert, das weiß keiner“, so der OZM. „Wir wollen trotzdem Fasnetsfeeling nach ganz Endingen bringen“, fügt Florian Rosswog hinzu. Deshalb werde fieberhaft an einem neuen Konzept gearbeitet. „Was wir genau vorhaben, das wollen wir im Moment noch nicht verraten“, schmunzeln die Beiden. Man darf also gespannt sein …