Grundstein für die Entwicklung der Gemeinde Weisweil

Einwohnerversammlung vorgestellt - Städtebauliche Entwicklung, Leben, Wohnen, Mobilität, Umwelt und Wirtschaft

Weisweil (afe). Nach knapp dreijähriger Arbeit am Gemeindeentwicklungskonzept (GEK), das auf der Grundlage mehrerer Bürgerworkshops basiert, durften nun Dr. Jutta Breitschwerd und Matthias Weber, die Ergebnisse im Zuge einer Einwohnerversammlung in der Rheinhalle präsentieren.

Dabei standen die Bereiche Städtebauliche Entwicklung, Leben und Wohnen, Mobilität, Umwelt und Wirtschaft im Vordergrund. Bürgermeister Michael Baumann gab zusätzlich Einblicke in den Ist-Zustand der Gemeinde. „Wir freuen uns eine Veranstaltung in dieser Größe anbieten zu können“, begrüßte Bürgermeister Michael Baumann, die zahlreich erschienen Bürger vergangenen Donnerstag in der Rheinhalle, nachdem die eigentlich für Herbst 2020 vorgesehene Veranstaltung coronabedingt ausfallen musste.

Der Grundstein für das GEK ist bereits im November 2018 mit dem Bürgerworkshop zum Projekt „Sternengarten“ gelegt werden. 2019 folgten weitere Workshops, zu denen auch eine Ortsrallye für Kinder gehörte, in der sich auch die Kleinsten miteinbringen durften. Auch übers Internet waren zahlreiche Anregungen und Diskussionspunkte seitens der Bevölkerung eingegangen. „Wir hatten insgesamt eine sehr hohe Beteiligung“, erklärte Moderator Matthias Weber. Im Rahmen eines internen „Masterplanworkshops“ im Januar 2020 wurden diese Anregungen dann durch den Gemeinderat sortiert und eingeordnet.

Welche Maßnahmen?

Die zentrale Frage hieß dabei: Welche Maßnahmen können kurz-, mittel- und langfristig umgesetzt werden? Im GEK sind nun die Ziele bis 2030 zusammengefasst, die der Gemeinderat und die Verwaltung in Zusammenarbeit mit den Bürgern erarbeitet hat. „Das GEK ist ein tragfähiger Grundstein für die Entwicklung unserer Gemeinde“, bekräftigt Bürgermeister Michael Baumann, mit dem Ziel „das Leben und die Leute im Dorf zu halten“, wie Weber ergänzt. Viele vordergründige Themen der Bürger fanden sich auch auf der Prioritätenliste des Gemeinderates wieder, vorne voran das Projekt „Sternengarten“.

Auf dem etwa 4.500 Quadratmetergroßen Areal soll ein zukunftsfähiges Modell zur Altersversorgung entstehen, indem etwa auch die Ansiedlung eines Hausarztes vorstellbar wäre. Auch der Ausbau der Nahversorgung, sowie die Stärkung des Gewerbes, beispielsweise durch die Gründung eines Gewerbevereins oder die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sind weitere Themen. Die Zusammenfassung der einzelnen Themen fand sich auf verschiedenen Schautafeln wieder, die von den anwesenden Bürgern in der Rheinhalle begutachtet werden konnten und zum gegenseitigen Gespräch einluden.

Weitere Ideen gefragt

Die Einbringung von weiteren Ideen und ein Diskussionsaustausch war hierbei durchaus erwünscht. Neben Anregungen zu Umweltthemen, Mobilität und dem Konzept für den Sternengarten, kristallisierte sich im Gespräch vor allen Dingen eine Frage heraus: „Wann wird konkret umgesetzt?“. Eine Antwort darauf konnte in Teilen zumindest der Bürgermeister liefern. Zum Thema Nahversorgung ließ er wissen, dass mit „Beckesepp“ ein geeigneter Versorger gefunden ist, dessen Supermarkt inklusive Bäckereiverkauf zwischen der Forchheimer Straße und der Hinterdorfstraße (L104) auf dem Areal „Kreuzacker“ entstehen soll.

Das Bauziel ist für 2024 vorgesehen. Bereits im Sommer 2022 könnte mit dem Bebauungsplanverfahren gestartet werden. „Wir warten auf die geänderten Pläne“, erklärte Baumann für das mögliche Baugebiet „Im Köpfle“, das auf dem brachen Gewerbegebiet „Schanzlin“ entstehen soll. Die neuen Pläne sehen den, vom Gemeinderat beschlossenen Mindestabstand von 30 Metern zwischen den Grundstücken und dem Wald vor. Zum Thema „Sternengarten“ erklärte der Bürgermeister, dass es weiterhin „ein Kommen und Gehen von Investoren sei“. Ein Genossenschaftsmodel wie am Beispiel Oberried wird ebenfalls in Erwägung gezogen und auf ein, auf die Gemeinde zugeschnittenes, Betreuungskonzept hingearbeitet.

Einblick in die Finanzen

Nach Erhalt weiterer Informationen werden die Ergebnisse dann in den kommenden Gemeinderatssitzungen vorgestellt. Für den Radweg zwischen Wyhl und Weisweil ist ein Baubeginn Anfang nächsten Jahres vorgesehen. Ein Einblick in die Finanzen rundete den Sachstand ab. Hervorzuheben ist hierbei, dass sich die Pro Kopf Verschuldung der Gemeinde mittlerweile halbiert habe, auch wenn noch immer eine Diskrepanz zwischen Ein- und Ausgaben vorliege. „Wir dürfen nicht stagnieren. Wir haben alle einen gemeinsamen Nenner. Wir wünschen uns das Beste für unser Dorf“, plädierte der Bürgermeister abschließend an die Gemeinde gerichtet.