„Ein Jahrmarkt wie anno dazumal“

Denzlinger AWO-Seniorenzentrum lud zum traditionellen Sommerfest ein

Denzlingen (hg). Zum traditionellen Sommerfest lud das Denzlinger Seniorenzentrum letzten Samstag in den Garten des Hauses, ferner in die Begegnungsstätte und in den Brunnenhof ein, wo schließlich jeder ein Plätzchen zum gemütlichen Verweilen fand. Unter dem Motto „100 Jahre AWO – Jahrmarkt wie anno dazumal“ hatte man eine etwas abgewandelte Form der Festgestaltung im Vergleich zu den Vorjahren gewählt. Besonderer Ehrengast war der frühere Freiburger Sozialbürgermeister, Hansjörg Seeh, der vor über 30 Jahren bei der Gründung des Denzlinger Seniorenzentrums für den AWO-Kreisverband Pate stand.

Es gab keine zentrale Bühne, sondern auf dem ganzen Gelände verteilt „Jahrmarktstände“ mit Musik und Unterhaltung in verschiedener Form. Der neue Heimleiter, Jens Pannen, war sichtlich zufrieden mit dem, was sein Mitarbeiterteam, an der Spitze die Leiterin der Begegnungsstätte, Christine Bartenbach-Fleig, und nicht zuletzt die zahlreichen Ehrenamtlichen auf die Beine gestellt hatten.

Hubert Riesterer lud bei seinem Platzkonzert auch diesmal gerne wieder zum gemeinsamen Singen ein, derweil Peter Lauer nicht nur alte Schlager präsentierte. Beim Quizspiel waren einige historische Kenntnisse gefragt zum Jahr 1919 – dem Jahr, in dem die Arbeiterwohlfahrt in der Not nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland gegründet wurde.

Einige Jahrhunderte weiter zurück ging allerdings der Blick am „Marktstand“, an dem Professor Dieter Geuenich und Ortshistoriker Dieter Ohmberger auf über „1.000 Jahre Denzlingen“ zurückblickten. Neben der von beiden Autoren verfassten zweibändigen Ortsgeschichte über Denzlingen stellten sie eine Menge historisch bedeutsamer Hinweise aus, darunter auch ein Faksimile jener Urkunde aus dem Kloster St. Gallen, in der Denzlingen erstmals im Jahr 984 schriftlich erwähnt wird. 

„So jung wie heut'“

Beim gemeinsamen Singen, auch mit Anita Morasch, die zu den flotten Klängen ihres Akkordeons so manches bekannte und weniger bekannte Chanson sang, war man sich auf dem „Jahrmarkt wie anno dazumal“ rasch einig: „So jung wie heute kommen wir nie wieder zusammen“. Daher genoss man das gesellige Beisammensein und ließ sich von einer „Wahrsagerin“ eine bessere Zukunft vorhersagen.

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, obwohl auch diesmal beim Sommerfest folgender weise Spruch zu vernehmen war: „Das Gerede von der 'guten alten Zeit' ist nichts anderes als ein untrügliches Zeichen von einem schlechten Gedächtnis!“ Dem ist wohl nichts hinzuzufügen, vermutlich auch in hundert Jahren nicht, wenn die AWO – so hofft man wenigstens - ihren 200. Geburtstag feiern wird.