Ein Weindorf mitten in den Reben

Von Samstag bis Montag findet auf dem Köndringer Hungerberg wieder das Weinfest statt

Köndringen. Auf dem Hungerberg findet von Samstag bis Montag zum zwölften Mal das Weinfest statt. In malerischem Ambiente können zum einen die Köndringer Rebsorten probiert werden. Zum anderen erwartet die Besucher ein unterhaltsames Programm mit Konzerten sowie vielen weiteren Höhepunkten.

Das Besondere am Köndringer Weinfest ist der Ort, an dem es stattfindet. Veranstaltet wird das Ereignis an der höchsten Stelle des Hungerbergs. Und weil es sich dabei um ein Weinbaugebiet handelt, ist man dort umgeben von Reben. Der Platz selbst bietet einen Panoramablick, der vom Kandel bis zum Kaiserstuhl reicht. Seinen Zauber entfacht die Veranstaltung jedoch stets bei Einbruch der Dunkelheit, wenn die Lichterketten eingeschalten werden.

Das 12. Köndringer Weinfest

„Soweit ich weiß, sind wir das einzige Weinfest im Breisgau, das auch wirklich in den Reben stattfindet“, sagt Edgar Heß. Er ist 1. Vorsitzender des Fördervereins für Wein & Kultur Köndringen. 1997 wurde dieser zum Zweck der Ausrichtung eines Weinfests gegründet. Seither findet das Ereignis alle zwei Jahre statt. Der Förderverein selbst ist ein Zusammenschluss aus der Winzergenossenschaft, der Winzerkapelle, der Feuerwehr und des Gesangvereins. Deren Mitglieder helfen stets tatkräftig mit.

Am kommenden Wochenende ist es zum zwölften Mal soweit. Bereits am letzten Freitag wurden mit dem Aufbau begonnen. Bis Samstag wird auf dem schmalen Landstrich mit vielen fleißigen Händen ein Weindorf mit Ständen, Sitzgelegenheiten, Sonnschirmen, einem Zelt und einer großen Bühne aus dem Boden gestampft. Den Strom liefert ein großes Aggregat des Technischen Hilfswerks. „Ohne das würde es überhaupt nicht gehen“, dankt Heß der Einrichtung. „Bei gutem Wetter“, so der Vorsitzende, „rechnen wir diesmal mit bis 1.200 Personen pro Festtag“.

Das Programm

Los geht’s am Samstag mit einer Weinwanderung. Bereits um 14.30 Uhr trifft man sich zum Sektempfang und einer ersten kleinen Weinprobe am Winzerhüs. Von dort aus führen die amtierende Breisgauer Weinprinzessin Claudia Vetter und deren Vorgängerin Lena Grodel um 15 Uhr zum Festgelände. Die Tour beinhaltet einerseits Infos zur Geschichte des Köndringer Weins, anderseits erwartet die Teilnehmer auch die ein oder andere flüssige Wegzehrung. Anmelden kann man sich unter 07641/957633.

An der Spitze des Hungerbergs angekommen findet um 19 Uhr die offizielle Festeröffnung statt. Hierzu sind natürlich alle eingeladen. Die Begrüßung übernimmt die Weinhoheit Claudia Vetter. Grußworte kommen außerdem vom WG-Vorsitzenden Walter Förschler und Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker. Die Winzerkapelle Köndringen sorgt für die musikalische Begleitung. Ab 20 Uhr tritt die Coverband „Skyline“ auf. Das Quartett aus Offenburg wird bis in die Nachtstunden unterhalten. Gerne darf getanzt werden.

Der Sonntag startet um 10 Uhr mit einem Ökumenischen Gottesdienst. Gehalten wird er von Pfarrer Andreas Ströble und Vikar Albert Striet. Mal sehen, wer die „Bergpredigt“ hält. Ab 11 Uhr geht es mit einem Frühschoppenkonzert der Winzerkapelle weiter. Parallel dazu wird das Mittagessen serviert. Auf der Speisekarte steht unter anderem Grillbraten mit Spätzle. Gegen 16 Uhr entern die Köndringer Bulldogfreunde mit ihren knatternden Traktoren den Festplatz. Um 18 Uhr gibt der Spielmanns- und Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Köndringen ein Konzert. Und ab 20 Uhr unterhält die im Ort bestens bekannte Duo „K-Zwo“.

Am Montag beginnt das Weinfest erst um 18 Uhr. Erneut wird die Band „K-Zwo“ auftreten. Gegen 20.30 Uhr ist außerdem eine Tanzvorführung des Ensembles „En Vogue“ vom TV Köndringen vorgesehen. Gegen 21.30 Uhr findet außerdem die Ziehung der Gewinner des Preisrätsels statt. Unter allen Teilnehmern, die während des Weinfests eine Karte ausgefüllt haben, werden unter anderem zehn Führungen für jeweils zwei Personen durch den Badischen Winzerkeller, zehn Gutscheine für ein Weinvesper mit Lena Grodel, zwei Dauerkarten für die Heimspiele der SG Köndringen/Teningen oder auch Gutscheine für die Metzgerei Feißt verlost.

Die Rebsorten

Das Weinfest findet mitten in den Reben statt. Getrunken wird also das, was hier angebaut wird. So servieren die Mitglieder des Fördervereins zum einen die klassischen Köndringer Weine wie der Müller-Thurgau (harmonisch und trocken) und der Spätburgunder Rotwein (harmonisch) sowie der trockene Weißburgunder, der trockene Grauburgunder, der trockene Chardonnay, der Riesling, der Muskateller oder der trockene Spätburgunder Rotwein aus dem Holzfass. Verkauft werden die Sorten im Zehntele-Glas, als ganze Flasche oder auf Wunsch auch im Karton.

An den Ständen angeboten werden außerdem Sekte wie der trockene „Winzerhüs Cuvée“, der „Winzerhüs Pinot Rosé“, der „Weißburgunder Sekt“ und der beliebte „Muskateller Sekt“. Nicht fehlen darf natürlich auch der fruchtig frische Sommercocktail „Hugo X“ sowie der ein oder andere Schnaps. Selbstverständlich gibt es auch antialkoholische Getränke. Pils oder Weizen wird an den vier Tagen jedoch nicht ausgeschenkt. „Wir sind ein Weinfest und kein Bierfest – entsprechend haben wir bewusst darauf verzichtet“, stellt Edgar Heß klar.

Die Speisen

Auf der Speisekarte stehen Schnitzel mit Pommes frites oder Kartoffelsalat sowie Klassiker wie Currywurst, Grillwurst oder Wurstsalat. Für den kleinen Hunger gibt es zum Wein passende Käsewürfel. Am Sonntag wird der bereits erwähnte Grillbraten mit Spätzle aufgetischt. Nachmittags öffnet außerdem die Theke mit selbstgemachten Kuchen und Torten sowie Kaffee. An einem Stand wird zudem das Hof-Eis vom Mundenhof angeboten.

Die Anfahrt

Wer mit dem Auto anreist, kann sein Fahrzeug bei der Traubenannahmestelle am Ortsausgang in Richtung Heimbach abstellen. Von dort aus fährt ein Shuttle-Service zum Festgelände. Bereitgestellt wird dieser von den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Teningen. Neben der Traubenannahmestelle hält der Shuttle-Bus auch beim Winzerhüs. Die letzte Fahrt geht jeweils um kurz nach Mitternacht. Am besten ist jedoch, den Hungerberg per pedes zu erklimmen. Abends wird der Aufstieg gut ausgeleuchtet. Aufgrund der Lichterketten ist das Gelände auch bei Dunkelheit kaum zu verfehlen.