Tempo und Präzision waren gefragt

Leistungswettkämpfe der Feuerwehren in Riegel

Riegel (ihy). Jede Menge Blaulicht und Feuerwehrleute in Aktion lockten am Samstag zahlreiche Schaulustige zum Festplatz im Gemeindegarten. Dort wurden die diesjährigen Leistungsübungen des Kreisfeuerwehrverbands ausgetragen.  Früh morgens um 6 Uhr fiel der Startschuss für die erste Wettkampfgruppe.

Beim Leistungsabzeichen gibt es drei Stufen: Bronze, Silber und Gold. Dabei werden die Fertigkeiten geprüft, die die Feuerwehrleute sonst im Einsatz in den verschiedensten Bereichen an den Tag legen müssen. Das Abzeichen in Bronze stellt die Grundstufe dar. „Bei diesem simulierten Löschangriff ist das gefragt, was jede Wehr können muss – egal ob große Stützpunktwehr oder kleine Abteilung in einer Ortschaft“, erklärt Schiedsrichter-Obmann Engelbert Kläger. Beim Abzeichen in Silber wird es schon schwieriger. Hier findet die Wasserentnahme nicht an einem Hydranten statt, sondern aus offenem Gewässer. Dazu kommt noch eine zusätzliche Prüfung in technischer Hilfeleistung. Bei dieser gibt es verschiedene Varianten, denn „nicht jede Wehr hat Schere und Spreizer auf dem Fahrzeug“, so Kläger. Die Wettkampfgruppen treten nämlich mit den eigenen Fahrzeugen und Gerätschaften an. „Die Wehrleute sollen ja in dem geprüft werden, was bei ihnen im täglichen Einsatzgeschehen auch zur Anwendung kommt.“ Die Königsdisziplin, das Goldenen Abzeichen, ist im praktischen Teil vergleichbar mit dem Silbernen. Obendrauf muss zudem eine theoretische Prüfung absolviert werden. Die Fragen kommen querbeet aus allen Bereichen des Feuerwehrwissens, Maschinist und Gruppenführer bekommen auf ihren jeweiligen Bereich zugeschnittene spezielle Fragen.

Für alle Prüfungen gilt: es gibt zeitliche Vorgaben, in denen die gestellte Aufgabe, beziehungsweise einzelne Teilbereiche absolviert werden müssen. Wird die Aufgabe also formal richtig durchgeführt, man ist aber irgendwo zu langsam, gilt das als nicht bestanden. Noch vor Beginn müssen sich zum Beispiel die Atemschutzträger in nur 120 Sekunden komplett ausrüsten. Gar nicht so einfach, bedenkt man den Faktor Nervosität, der in einer solchen Prüfungssituation immer hinzukommt. „Wenn dann die Nerven flattern, dann ist der Wettkampf beendet und man kann wieder nach Hause fahren, noch bevor es richtig losgeht. Ganz schön hart, nach all dem Training“, so Kläger.

Ob bestanden oder nicht, darüber entscheiden die Schiedsrichter. Jedem Trupp in der Wettkampfgruppe ist einer zugeteilt. Mit kritischem Blick überwachen sie die Ausführungen. 16 Schiedsrichter von Wehren aus dem ganzen Landkreis gibt es aktuell im Kreisverband. Sie wechseln während des Wettkampftages regelmäßig durch. Schließlich darf ein Schiedsrichter ja auch nicht eine Wettkampfgruppe aus seiner eigenen Wehr beurteilen. Die organisatorische Oberaufsicht hat Kreisbrandmeister Christian Leiberich. Er prüft im Vorfeld, ob alle Mitglieder einer Wettkampfgruppe die für die Zulassung nötigen Voraussetzungen, also Lehrgänge, Gesundheitszeugnis etc, mitbringen.

Der Riegeler Kommandant Stefan Motzkus freute sich, dass man als Ausrichter für die Wettkämpfe ausgewählt worden war. Die letzten Wettkämpfe wurden in Riegel vor genau 50 Jahren ausgetragen, damals zum 100-Jährigen der Riegeler Feuerwehr. Das aktuelle 150-Jährige Jubiläum war für uns eine tolle Gelegenheit, die Wettkämpfe wieder einmal in den Ort zu holen“, erklärte er. Schon am Mittwoch vor dem Wettkampf begannen die Vorbereitungen. Mit dem Aufbau der Gerüste für die Prüfungen, des Zelts und der Küche gab es einiges zu tun. Am Wettkampftag kümmerten sich die Riegeler Kameraden um die Bewirtung. Und während von den erfolgreichen Wettkämpfern im Zelt noch ausgiebig gefeiert wurde, wurden die Gerüste schon wieder abgebaut. Rund 25 Helfer packten an allen Tagen tatkräftig an.

Spannung lag vor der Ergebnisbekanntgabe in der Luft. Doch zuerst holte der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands, Nico Zimmermann, noch eine Ehrung von der Kreisverbandsversammlung im Frühjahr nach: Sergio Capobianco wurde für sein langjähriges Engagement mit der goldenen Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbands ausgezeichnet. Unter anderem war Capobianco 15 Jahre lang Kommandant in Vörstetten. Zudem ist er seit vielen Jahren als Schiedsrichter bei den Leistungswettkämpfen engagiert.

Kreisbrandmeister Christian Leiberich hatte abschließend das Vergnügen, die Ergebnisse bekannt geben zu dürfen. Er bedankte sich auch bei der gastgebenden Feuerwehr Riegel für die gute Organisation. Einen solch tollen Wettkampfplatz, auf dem man ohne Probleme die Wettkampfbahnen in ausreichender Länge einrichten kann, habe man nicht überall. Alle 18 angetretenen Wettkampfgruppe haben bestanden, entsprechend groß war auch der Jubel. „Eine tolle Leistung“, lobte der Kreisbrandmeister, gerade bei der großen Hitze am Prüfungstag.

Bestanden haben folgende Wettkampfgruppen:

Leistungsabzeichen in Bronze: Emmendigen I, Emmendingen II, Sasbach I, Sasbach II.

Leistungsabzeichen in Silber: Kenzingen I, Kenzingen II, Waldkirch I, Waldkirch II, Eichstetten/Umkirch I, Eichstetten/Umkirch II, Herbolzheim I, Herbolzheim II.

Leistungsabzeichen in Gold: Endingen I, Endingen II, Malterdingen, Gutach I, Gutach II, Denzlingen.