Plan „Jahnstraße“ wird erneut offengelegt

Geschossigkeit der Gebäude wurde reduziert – Stadtratbeschluss mit knapper Mehrheit

Emmendingen. Mit knapper Mehrheit, 13:12 Stimmen, wurde in der gestrigen Stadtratssitzung die zweite Offenlage des Bebauungsplans „Jahnstraße“ nach langer Diskussion beschlossen. Aufgrund der eingegangenen Anregungen und Stellungnahmen in der ersten Offenlage wurde das Bauvorhaben auf dem ehemaligen Areal der Südwest-Rohstoffe entsprechend modifiziert.


Die Anregungen bezogen sich insbesondere auf die Geschossigkeit und die Höhe der Wohngebäude, die städtebauliche Dichte und die Sozialstruktur, die städtebauliche Erscheinung sowie die Aspekte des Stadtklimas. Daraufhin wurde der Bebauungsplanentwurf überarbeitet und die zulässige Gebäudehöhe in Anlehnung an das benachbarte Quartier in der Weinstockstraße um ein Stockwerk reduziert. An der Weinstockstraße sind nun fünf Vollgeschosse (ohne Attikageschoss), im rückwärtigen Bereich und an der Jahnstraße vier Vollgeschosse plus Attikageschoss zulässig. Mit dem neuen Bebauungskonzept wird das bisherige Wohngebäude an der Weinstockstraße (Haus 1) in zwei kleinere Wohngebäude (Haus 1 und 2) aufgegliedert. Zusammen mit den beiden Wohngebäuden im rückwärtigen Bereich (Haus 3 und 4) werden vor Ort nun vier Geschosswohnungsbauten mit insgesamt 67 Wohneinheiten (ursprünglich 71 Wohneinheiten) entstehen. Alle Stellplätze werden in zwei Tiefgaragen untergebracht (Zufahrt Jahnstraße), die bislang geplante Stellplatzfläche mit Zufahrt von der Weinstockstraße entfällt dafür.

Der Bebauungsplan setzt für Wohnbauvorhaben eine Sozialquote von 30 Prozent fest. Im Rahmen der laufenden Verhandlungen ist eine Kompensationslösung für die Forderung aus dem Bebauungsplan in Vorbereitung. Diese sieht vor, dass der „soziale Wohnungsbau“ im Haus 1 nachgewiesen wird, das von der Städtischen Wohnbaugesellschaft analog dem Verfahren im „Jägeracker“ (Emmendinger Modell) übernommen werden soll.

Bebauungsplan Kellenberg modifiziert
Kontrovers diskutiert wurde gestern abermals der Vorhaben bezogene Bebauungsplan „Kellenberg“. Ein Investor will auf einem Randgrundstück zwei Flachdachgebäude mit Swimmingpool errichten. Die Anwohner stören sich an der Gebäudehöhe, der Dachform, der Hinzunahme von Flächen im Außenbereich und an den Balkonen. Volker Rösener, Sprecher des Bürgerforums, bezog in der Sitzung Stellung. Er wirft den Bauherren vor, dass die den rechtsgültigen Bebauungsplan aushebeln wollen und damit einen Präzedenzfall schaffen, der eventuell Nachahmer finden wird. Nach der ersten Offenlage fand Ende März im Rathaus ein Gespräch zwischen Bürgerforum, Investor und Stadtverwaltung statt. Dabei hat der Investor seinen modifizierten Bebauungsplanentwurf vorgestellt. Dieser sieht eine Verkleinerung des südlichen und nördlichen Baufensters um jeweils rund 42 Prozent, eine Rücknahme der westlichen und östlichen Baugrenzen, eine Reduzierung der Grundflächen- und der Geschossflächenzahl sowie eine Reduzierung der Gebäudehöhe um 0,7 Meter vor. Zufrieden ist das Forum damit nicht. Rösener regte ein Gespräch zwischen Bauherren und Forum mit neutraler Moderation an. Die zweite Offenlage des Bebauungsplans wurde vom Rat mit 12:9-Stimmen beschlossen.


Beschlüsse in KürzeEinstimmig beschlossen wurde die Erhöhung des Stammkapitals der Städtischen Wohnbaugesellschaft um insgesamt 4,75 Millionen Euro. Der Zuschuss der Stadt als Alleingesellschafterin wird in Höhe von 1,5 Millionen Euro als Geldeinlage (interfraktioneller Haushaltsantrag) und in Höhe von 3,25 Millionen Euro als Sacheinlage (Immobilie) gewährt, um der Wohnbau in einer angespannten Situation die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum zu ermöglichen. Die Gesellschafterversammlung der Wohnbau, die im Anschluss an den Stadtrat tagte, stimmte dem Ansinnen ebenso einstimmig zu.
Einstimmig bewilligt wurden ebenso die Fortschreibung des Lärmaktionsplans „Straße“, die zweite Änderung des Bebauungsplans „Innenstadt I“, der Kindergartenbedarfsplan 2019/20, der Antrag des Trägers „Concept Maternel“ auf Aufnahme in die Kindergartenbedarfsplanung 2019/20 sowie die Einführung der Kommunalen Doppik zum 1. Januar 2020 bei der Städtischen Wohlfahrts- und Geschwister Link-Stiftung. Thomas Gaess