Austauschen statt Auseinanderdriften

In der VHS Nördlicher Breisgau hat das Herbst- und Wintersemester 2019/2020 begonnen – Motto: „zusammenleben.zusammenhalten“

Emmendingen. Bei der VHS Nördlicher Breisgau hat in diesen Tagen das neue Herbst- und Wintersemester begonnen. Bis Februar 2020 werden 1.228 Kurse, Exkursionen und sonstige Veranstaltungen angeboten. Am Montagvormittag wurde das Programmheft vorgestellt. Ein Exemplar liegt dieser Zeitung bei.

„Zusammenleben.zusammenhalten“ lautet derzeit der bundesweite Slogan der Volkshochschulen. Die VHS Nördlicher Breisgau hat das Motto auf ihr Herbst- und Wintersemester 2019/2020 übertragen. „Unsere Gesellschaft driftet auseinander. Damit sie nicht in Teilgruppen zerfällt, die kaum noch etwas miteinander zu tun haben, brauchen wir Austausch und Dialog“, heißt es im Vorwort des neuen, 128 Seiten starken Programmhefts. Dessen Cover des zeigt zwei Hände, die ineinandergreifen.

In den 1.228 Kurse, Exkursionen und sonstigen Veranstaltungen, die an zwölf Standorten des Verbandsgebiets angeboten werden, wolle man ins Gespräch kommen – zu Fragen des Zusammenlebens in der Kommune und in Deutschland, aber auch zum Zusammenhalt in Europa und der Welt. Wie gehe man mit wachsender Ungleichheit durch Alters- und Einkommensarmut um? Was bedeute die voranschreitende Digitalisierung für das Zusammenleben? Welcher Einfluss habe der Klimawandel?

Vorgeschmack auf die Kurse

Bei der Vorstellung am Montag gingen die Abteilungsleiter genauer auf das Angebot ein. Leiter Ralf-Karl Oenning, gleichzeitig Chef des Bereichs „Politik, Gesellschaft & Umwelt“, warb für die neue Reihe „Mehr Lebensqualität durch Klimaschutz“ (S. 27 im Heft), den Workshop „Umweltschutz konkret“ (S. 29) oder den Kurs „Wie helfen ich meinem Kind beim Umgang mit Geld?“ (S. 31).  Andreas Fervers sprach für die Abteilung „Kultur & Gestalten“ vor. Er machte auf die das „Soundpaining“ (S. 18), „Die Geschichte der Mayas und das Popol Vuh“ (S. 42) sowie „Fotografie als Kunstgattung“ (S. 51) aufmerksam. Fervers warb zudem für die Exkursionen (S. 51), die diesmal in die Staatsgalerie nach Stuttgart („Tiepolo“), auf die Frankfurter Buchmesse („Geschichte der Norwegischen Literatur“) und auch auf den Alten Friedhof nach Freiburg führen.

Der Bereich „Gesundheit“ bildet mit 456 Veranstaltungen wieder die größte Abteilung. Leiter Andrej Hog ging auf die Kurse vor und nach der Schwangerschaft ein. Deren Zahl sei auf 54 angewachsen. Ein Viertel der Veranstaltungen widme sich außerdem dem Essen und Trinken. Simone Drews von der Abteilung „Deutsch als Fremd- bzw. Zweitsprache“ warb für den Begleitkurs der Sprach-App, Intensiv-Sprachkurse für Azubis während der Sommerferien und für eine VHS-Onlineoplattform, über die sich Teilnehmer zu Sprach-Tandems zusammenschließen können. Im Bereich „Sprachen“ empfahl Antje Kittelberger die Kurse „Italienisch für den Gaumen“ (S. 98), „Lateinamerikanische Literatur“ mit Silvia Avarado (S. 101) und „Französisch ohne Vorkenntnisse“ (S. 95).

Im Bereich „Arbeit und Beruf“ hebt Leiterin Anke Ringleb die Fotografie hervor. So werden Kurse zu Themen wie „Kameratypen“ (S. 109) oder Portraits (S. 110) angeboten. Neu im Programm sind zudem die „Sketchnotes“ (S. 114) oder „Erfolgsstrategien der Samurai“ (S. 116). Im Bereich der Grund- und Elementarbildung gibt es derzeit lediglich zwei Kurse. „Wir haben Schwierigkeiten, die zweijährige Abendrealschule vollzukriegen“, sagt Ralf Karl Oenning offen. Sie biete Zuspätgekommenen eine neue Perspektive. Im September gehe es los. Am Montag warb Musikschulleiter Michael Bockstahler außerdem für die Musikgärten (6 Monate bis 3 Jahre), die Frühförderung (ab 2 Jahre), die Früherziehung (3-6), das Instrumentenkarussell (5-8) und die Trommelwerkstatt (ab 6). „Einkommensschwächere Familien können dabei die Bildungsgutscheine einlösen – so kosten die Kurse nur noch 6 Euro“, empfahl Bockstahler.

Lange Nacht der VHS

In diesem Jahr feiern die Volkshochschulen in Deutschland ihren 100. Geburtstag. Anlässlich des Jubiläums findet bundesweit die „Lange Nacht des VHS“ statt. Auch die Einrichtung im Nördlichen Breisgau beteiligt sich daran. Am Freitag, 20. September, lädt das Team nach Emmendingen in das Haus am Gaswerk ein. Zum einen wird das Herbst- und Wintersemester offiziell eröffnet. Es gibt Schnupperangebote aus allen Programmbereichen. Zum anderen wird es ein „Offenes Wohnzimmer“ geben, in dem Menschen, die nicht in Deutschland geboren sind, von sich, ihren Familien und Herkunftsländern erzählen. Dazu gibt es landestypische Häppchen. Außerdem eröffnen die Montagsmaler das Ereignis mit einer Vernissage. Mehr Infos zu den Kursen gibt es unter www.vhs-em.de oder in dem beiliegenden Programmheft.