Tourismuswerbung wird abgegeben

Bade- und Kurverwaltung Bad Bellingen übernimmt das Ortsmarketing der Gemeinde Schliengen

Schliengen. Die Bade- und Kurverwaltung (BuK) in Bad Bellingen soll das Ortsmarketing und damit die Tourismuswerbung für Schliengen übernehmen. Social-Media Plattformen wie Instagram und Facebook will die Gemeinde Schliengen aber wegen der damit verbundenden Kosten nicht für sich von der BuK anlegen lassen.

Ein gemeinsames Gastgeberverzeichnis, das unter Ägide der BuK mit den Gemeinden Bad Bellingen, Schliengen, Efringen-Kirchen, Kandern und Malsburg-Marzell zusammengestellt wird, gibt es schon länger. Durch die Auflösung der Werbegemeinschaft Markgräflerland hat die BuK nun weitere Gemeinden unter ihre Fittiche genommen - gemeinsam geworben wird in der interkommunalen Kooperation nun unter der Dachmarke „Südschwarzwald“.
Die Probephase für den Service der BuK soll zunächst für ein Jahr laufen. Mehrheitlich stimmte der Gemeinderat für den Verwaltungsvorschlag, zwei Räte waren dagegen, es gab eine Enthaltung.
Die gemeinsame Tourismuswerbung war Thema im Schliengener Gemeinderat.Bürgermeister Christian Renkert berichtete, dass die Sachbearbeiterin, die bisher für die Tourismuswerbung der Gemeinde verantwortlich war, sich beruflich verändert. Die Stelle im Rathaus wird nicht neu besetzt, weil die Möglichkeit gegeben war, die Tourismuswerbung und damit das Ortsmarketing durch die BuK durchführen zu lassen. Dort säßen bereits mehrere Marketingfachleute,die diesen Service gemeindeübergreifend koordinieren könnten, hieß es von Verwaltungsseite. Renkert beschrieb, dass die Werbung für die beteiligten Gemeinden im Markgräflerland dann auch „aus einer Hand stamme“ und übergreifend sei, dazu auch Werbung für Events und Märkte in Schliengen weiter gestreut werden könnte.
Der Service der BuK kostet natürlich auch etwas - Im Schliengener Haushalt sind ab 1. Januar 2022 rund 16.500 Euro vorgesehen, wobei die Abrechnung nach Aufwand immer vierteljährlich gemacht werden soll.
Im Angebot der BuK war auch die Anlage und die Pflege von Social-Media-Kanälen wie Facebook und Instagram enthalten. Diesen Service bot die BuK für 29.500 Euro für Facebook und Instagram kombiniert oder nur für Instagram für rund 15.000 Euro jährlich an. Angesichts der Kosten votierten die Mehrheit der Räte dagegen, diesen Service mitzubuchen. Einige Räte hätten die Werbung gerne weiter durch die Gemeinde organisiert gesehen. Renkert hielt dem entgegen, „dass wir dazu einfach auf die Zukunft gesehen zu klein sind" und dass Werbung auch auf der Homepage heutzutage professionell und aktuell sein müsse. Für die Gastronomie und die Beherbergungsbetriebe in der Gemeinde ist nun zukünftig die BuK in Bad Bellingen der Ansprechpartner.
Dass die Social-Media-Kanäle nun nicht von der BuK mit bedient werden, hielt Gemeinderat Georg Hoffmann (Grüne) für ein Risiko. „Das ist der Bereich, der gerade von den jungen Menschen aber zunehmend auch von älteren Leuten gelesen wird, um auf dem aktuellsten Stand zu sein“, meinte er und schob nach, dass eine Webseite oder Homepage für diese Social-Media interessierte Zielgruppe weniger Unterhaltungswert habe. 
Gemeinderat Karl-Ernst Seemann (FW) riet dazu, sich die „Synergien des Angebots im kommenden Jahr genau anzuschauen, wenn die Neuausrichtung wenig für den Ort bringt, sehe ich das Geld bei der Schülerbetreuung besser aufgehoben“, konstatierte er. Jutta Schütz