Eine Praline für Müllheim

Der erste sanierte Gebäudeteil der Gewerblich-Kaufmännischen Schule wurde eröffnet

Müllheim. „Es ist geschafft“, sagte Landrätin Dorothea Störr-Ritter bei der Eröffnung des ersten sanierten Gebäudeteils A der Gewerblich-Kaufmännischen Schulen (GKS) mit Beruflichem Gymnasium in Müllheim. Die innere Metamorphose des Gebäudes benötigte rund zwei Jahre und kostete etwa 9,8 Millionen Euro, von den zwei Millionen Euro das Land beisteuerte.
Der „Schokibunker“, wie er spöttisch und liebevoll genannt wird, steht im Wandel der Zeit. In den 1950er und 1970er Jahren wurde die Georg-Kerschensteiner-Schule (GKS) gebaut. Die Hülle und die Schulabkürzung sind geblieben, ansonsten hat sich viel gewandelt. Als die Schule aus allen Nähten zu platzen schien, wurden Teile in einer neuen Schule in Bad Krozingen beheimatet. Die Frage war, trägt das neue Schulkonzept oder reiht sich die GKS in der Bedeutungslosigkeit der Schulwelt ein? „Die ersten Gymnasiasten des neuen Profils des Wirtschaftsgymnasiums haben bereits Abitur gemacht und auch die Ausbildung der ersten Industriekaufleute, Lagerlogistiker und Einzelhändler ist erfolgreich abgeschlossen“, sagte Schulleiterin Beate Wagner.  Es sei gelungen in einem vielleicht zu geräuschlosen Übergang erfolgreich zum neuen Schulmodell zu wechseln. Mit Änderung der Inhalte war es aber auch höchste Zeit das Innenleben an die aktuelle Technik und Lehrformen anzupassen. „In lichtdurchfluteten Räumen, bei modernster Ausstattung und in lernförderlicher Atmosphäre begann der Unterricht“, zitierte Wagner eine Vision des Schulleitungsteams von 2018. Die Vision ist jetzt zur Realität geworden, zumindest im Gebäudeteil A. 
„Schulen müssen Sinn machen“, sagte die Landrätin, was der Schulpolitik nicht leicht gemacht worden sei. „Es hat sich gelohnt“, meinte Störr-Ritter, wobei sich der Landkreis dadurch auszeichne, wenn er so ein Schulgebäude neu strukturiere, dass er es dann auch richtig mache. Auch die Landrätin ging auf die Veränderungen des Schokibunkers ein. Aus dem Bunker sei eine außen mit dunkler Schokolade und innen weißer Schokolade geschaffene Praline geworden. Der innere Kern des Gebäudeteils wurde völlig neu gestaltet – Wände wurden entfernt und neue gebaut. So entstanden 90 neue Räume mit modernster Technik und neuen Angeboten. Neu geschaffen wurden so die Aufenthaltsbereiche für die Schüler, in Blau gehalten. Mit zahlreichen Steckdosen sind diese entsprechend attraktiv. Die neue Cafeteria bietet ebenso neue Möglichkeiten, denn einige Wände sind mobil. Nicht nur in der Cafeteria, denn drei Klassenzimmer lassen sich so auch zu einem riesigen umfunktionieren. Die Anlaufstelle für Schüler, das Sekretariat, ist jetzt neben dem Eingang, aber nur für die wichtigsten Erledigungen. Das zweite Sekretariat, in dem in Ruhe gearbeitet werden soll, ist bei den Büros der Schulleitung und dem Meetingpoint und Stillarbeitsbereich der Lehrer, auch als Lehrerzimmer bekannt. Die Räume des Schülerforschungszentrums sind so angeordnet, dass sie über einen eigenen Zugang selbst an Wochenende für Workshops und Seminare genutzt werden können. 
„Nach meinem ersten Rundgang bin ich wirklich begeistert. Wer hier etwas lernen will, der wird dazu angeregt“, so Frank Kunzelnik vom Regierungspräsidium Freiburg, für den die Wohlfühlatmosphäre etwas zum Lernerfolg beisteuere. „Das Ergebnis ist toll, es wurde ganz sicher nicht am falschen Ende gespart“, so Bürgermeister Martin Löffler. Kreisbaumeister Hartmut Klein hatte einige weitere Besonderheiten bereit. Da man den Beton des Treppenhauses lediglich gestrichen, statt mit Holz ausgekleidet habe, mussten rund 100.000 Euro nicht ausgegeben werden.  Im nächsten Schuljahr, voraussichtlich 2023, geht es dann an Gebäudeteil B. Daniel Hengst