Vorsitzender Otto Neideck verabschiedet

Versammlung des Abwasserzweckverbands Breisgauer Bucht in Denzlingen

Denzlingen (heb). Der Abwasserzweckverband Breisgauer Bucht (AZV) hielt in Denzlingen seine Verbandsversammlung ab. Im Mittelpunkt stand die Verabschiedung des Verbandsvorsitzenden Otto Neideck, der seinen letzten Bericht abgab und von Oberbürgermeister Götzmann nach 28 Jahren verabschiedet wurde.

Zum 25. Januar 2022 verlässt Neideck den AZV. Seit Dezember 2006 wirkte er als Verbandsvorsitzender. Viele richtungsweisende Entscheidungen habe er aktiv mitgestaltet, so Götzmann, so den Bau der Schlammtrocknungsanlage und der Sandfiltration, aber auch den Anschluss der Gemeinde Weisweil.

2007 hatten die Anschaffungswerte der Kläranlage in Forchheim die 100-Millionen-Euro-Grenze überschritten. Jetzt stellte Neideck noch die Weichen für eine nachhaltige Werterhaltung des Anlagevermögens mit Erneuerungen, Sanierungen und Generalsanierung vieler Anlagenteile. „Sie verlassen einen hervorragend aufgestellten Verband, solide finanziert und mit wesentlichen Weichenstellungen versehen, so dass die Voraussetzungen für eine weiterhin erfolgreiche Wahrnehmung der zukünftigen Herausforderungen gegeben sind“, dankte Götzmann Neideck.

Wahlergebnis

Prof. Dr. Martin Haag wurde als Nachfolger Neidecks gewählt, OB Götzmann (Waldkirch) zum Stellvertreter und BM Hollemann (Denzlingen) zum 2. Stellvertreter. Ebenso wiedergewählt wurden die Mitglieder des Verwaltungsrats.

Trotz Corona sprach Neideck von einem „vergleichsweise normalen Jahr“. Eine Herausforderung sei dabei der 9-stündige Stromausfall am 18. Oktober gewesen. Alle Fische im Vorfluter hätten überlebt. Beschäftigt habe man sich intensiv mit der Gründung des neuen Zweckverbands: „Klärschlammverwertung Zweckverband Südbaden“. Der regional anfallende Klärschlamm sei auf dem Forchheimer Gelände in einer Monoklärschlamm-Verbrennungsanlage vorzubehandeln und anschließend werde die Asche der Phosphorwiederverwertung zugeführt.

15 Mitglieder würden mit im Boot sitzen, von Rastatt bis Lörrach. Der AZV sei mit 36,07 Prozent (das entspricht 31.500 Tonnen Klärschlamm jährlich) und 36 Stimmen im Verband der größte. Auch der AZV nördlicher Kaiserstuhl ist dabei als kleinste Größe mit 0,4 Prozent dabei, ebenso die Stadt Herbolzheim mit 0,98 Prozent und Kenzingen mit 0,76 Prozent. „Damit sind wir dann der zweitgrößte Zweckverband in Baden-Württemberg und das sehe ich als zukunftsweisend an“, so Neideck.

Die größte Investition der letzten Jahre lag bei der Erweiterung der biologischen Stufe mit rund 33 Millionen Euro. Hier habe bei der Inbetriebnahme vor zwei Jahren die Nachklärbeckenausrüstung total versagt. Die Sanierung laufe und eine Schadenersatzklage sei vorbereitet mit einer Summe von 3,3 Millionen Euro. Im Herbst 2022 soll der Neubau des Betriebs- und Verwaltunsgbebäudes fertiggestellt sein.

Der Jahresabschluss 2020 weist Rückzahlungen von 1,4 Millionen Euro aus, die Umlagen sind auf dem Stand von 1996. Die Umsetzung der zurzeit anfallenden Investitionen wird in den nächste fünf Jahren nur eine akzeptable Steigerung der Umlagen von etwa sieben Prozent zur Folge haben. Das sieht bis 2040 anders aus, denn bis dahin sollen sich die Umlagen verdoppeln. Seit 41 Jahren ist die Kläranlage dauerhaft in Betrieb. In einer Prognose wurden hierzu die Investitionen der kommenden 20 Jahre verdeutlicht: 20 bis 25 Millionen Euro für die 4. Reinigungsstufe, sechs Millionen Euro für die Erneuerung der Schlammentwässerung, zehn Millionen Euro für die Gasverwertung, 15 Millionen Euro für die Regenwasserbehandlung und weitere 20 Millionen Euro für die Schlammstabilisierung.

Jahresabschluss 2020

Die Erfolgsrechnung beläuft sich im Jahresabschluss 2020 auf der Aufwands- und Ertragsseite auf je rund 17 Millionen Euro. Mit 15,3 Millionen Euro liegt die Verbandsumlage 1,4 Millionen Euro unter dem Planansatz. 6,4 Millionen Euro wurden investiert, in erster Linie in den Neubau des Betriebsgebäudes. Die Einnahmen und Ausgaben wurden mit 32 Millionen Euro beziffert. 2021 liegt der Investitionsschwerpunkt auf der Fertigstellung des Betriebsgebäudes (13 Millionen Euro). 700.000 Euro sind für das Verbandskanalnetz eingeplant, 400.000 Euro für Gemeinschaftsmaßnahmen mit den Mitgliedskommunen.

Zur anteiligen Finanzierung der Investitionen in 2022 ist eine Kreditaufnahme in Höhe von 23,7 Millionen Euro vorgesehen.

Im Wirtschaftsplan stehen für 2022 an Sanierungsmaßnahmen 16,75 Milllionen Euro, weitere 6,1 Millionen Euro im Folgejahr und für 2024 sind 9,3 Millionen Euro geplant.