Opfingen - Seit 50 Jahren Teil der Stadt

Vor 50 Jahren wurde die Tuniberggemeinde Opfingen zur Stadt Freiburg eingemeindet

Freiburg-Opfingen. Im vergangenen Jahr konnte die Tuniberggemeinde Opfingen ihre „Goldene Hochzeit“ mit Freiburg feiern, denn vor 50 Jahren wurde die Tuniberggemeinde zur Stadt Freiburg eingemeindet. Wegen der herrschenden Corona-Pandemie konnte das Jubiläum der Eingemeindung nur im Stillen geschehen, doch soll eine große Feier in diesem Jahr nachgeholt werden.

Mit der Unterzeichnung des Eingemeindungsvertrages durch Freiburgs Oberbürgermeister Eugen Keidel und Opfingens Bürgermeister Rudolf Höfflin am 27. Oktober 1971 begann die „kommunale Ehe“ zwischen der Stadt Freiburg und Opfingen. Aus Opfingen wurde am 1. Dezember 1971 offiziell der Stadtteil Freiburg-Opfingen.
Opfingen selbst kann auf eine  lange und bewegte Geschichte zurückblicken. Bereits im sechsten Jahrtausend vor Christus siedelten Steinzeitmenschen in diesem Gebiet. Im Jahr 1006 wurde der Name „Opfingen“ erstmals in einer Urkunde erwähnt. „In villa que vocatur Ophinga situm“ wurde dieses Gut an den Domstift Basel übertragen. In den wechselvollen Jahren der Geschichte Opfingens hoben sich zwei Menschen besonders hervor: zum einen Anna von Opfingen, Priorin des Klosters Adelhausen, zum anderen Mechthild, die Opfingerin, Äbtissin des Zisterzienserklosters Günterstal.
Nach Zeiten von Kriegen, Plünderungen, Übergriffen und Flucht lebten nach dem Dreißigjährigen Krieg nur noch 25 Familien in der Tuniberggemeinde. Das änderte sich auch nicht in den Folgejahren. Den vielen Jahren von Armut, Missernten und Auseinandersetzungen der Herrscher folgten dann im 20. Jahrhundert die beiden Weltkriege.
Erst danach ging es wirklich aufwärts am Tuniberg. Nach den Jahren des Ackerbaus mit Getreide und Kartoffeln folgte der Weinanbau. 1952 wurde die Winzergenossenschaft Opfingen gegründet. Diese Erfolgslinie zeigt sich in den mehrfach prämierten Weinen und der außerordentlichen Qualität. Die Flurbereinigung in den Rebflächen in den 50er und 60er Jahren gab dem Tuniberg sein heutiges, charakteristisches Bild als Weinanbaugebiet. Heute ist Opfingen beliebt und bekannt als Wein- und Spargelort.
Der Anschluss an Freiburg im Jahr 1971 mit den wichtigen Verkehrsverbindungen im ÖPNV und durch Straßen und Brücken gab dem Ort neuen Auftrieb. Mittlerweile hat Opfingen mit seinem Ortsteil St. Nikolaus 4.533 Einwohner und wächst weiterhin. Mit 13,4 Jahren ist die Wohndauer in diesem Ort am längsten im Stadtgebiet, was auf eine große Wohnqualität mit passende Infrastruktur schließen lässt. Auch die Vereine und die Opfinger Feste tragen viel dazu bei.
Doch bleiben auch nach 50 Jahren noch Wünsche offen, die Opfingen auch aufgrund des Eingemeindungsvertrages immer wieder einfordert. So ist es für Ortsvorsteherin Silvia Schumacher ein ganz persönliches und dringliches Anliegen, dass Opfingen wieder eine weiterführende Schule erhält.  Bisher müssen die Schülerinnen und Schüler vom Tuniberg nach Freiburg fahren und so lange Schulwege in Kauf nehmen. Doch es zeichnet sich eine Änderung  ab: In Planung ist eine weiterführende Schule am Standort der bisherigen Tunibergschule in Opfingen. Dabei könnte sich  auch eine Lösung für die in die Jahre gekommene Tuniberghalle ergeben. Eckhard Schöneck