Sportverein blickt zurück und feiert

Seit mehr als 100 Jahren wird in Breisach Fußball gespielt /  Jubiläumstage am Freitag und Samstag

Breisach. „Wir feiern an diesem Wochenende das 100-jährige Bestehen unseres SV Breisach“, freut sich Manuela Schneider, die erste Vorsitzende des Sportvereins. Fußball werde in Breisach aber schon deutlich länger gespielt, denn der Verein ging aus dem Breisacher FC und dem Sportclub Breisach hervor.

Das Jubiläum wird am Freitag, 24. Juni, und am Samstag, 25. Juni, im Waldstadion gefeiert. Los geht es mit einem SVB-Hock unter dem Titel „Grill & Chill“ am Freitag ab 18 Uhr. Nicht nur Vereinsmitglieder, frühere Aktive des SV Breisach, sondern auch Breisacher und Fußballfreunde und Fans sind dazu eingeladen. Es gilt einen gemütlichen Abend auf der Terrasse des Vereinsheims zu verbringen. DJ Lüddi legt Musik auf und für besondere Getränkespezialitäten sorgt Manis Cocktailbar. 
Der zweite Jubiläumstag beginnt am Samstag bereits um 12 Uhr mit einem Elfmeter-Turnier. Die Starterliste ist gut besetzt. Von 13 Uhr bis 16.30 Uhr wird Kaffee und Kuchen serviert. Abends gibt es dann wieder an Manis Cocktailbar erfrischende Getränke und DJ Lüddi sorgt für die musikalischen Rhythmen.
Wie der Vereinsname Sportverein 1922 Breisach es verrät, geht die Vereinsgründung auf das Jahr 1922 zurück. „Fußball wird in Breisach aber schon länger gespielt“, sagt Manuela Schneider. Der Breisacher Fußballclub wurde wohl 1910 ins Leben gerufen, wobei der Verein auch älter sein könnte, denn es existiert ein Mannschaftsfoto, welches das Team von 1909 zeigt. Der erste Weltkrieg beendete das Fußballspielen zunächst. Als der Breisacher FC den Spielbetrieb 1918 wieder aufnahm, entstand zeitgleich in der lediglich rund 2.000 Einwohner umfassenden Stadt auch der SC Breisach. Zwei Fußballvereine in einer so kleinen Stadt – da waren Probleme vorprogrammiert. Die Vorsitzenden beider Vereine, Gustav Pieper vom Breisacher FC und Josef Kopp vom SC Breisach, trieben deshalb den Zusammenschluss entscheidend voran. Es war aber nicht gewollt, dass ein Verein in einem anderen aufgeht, daher entschieden sich die Mitglieder für Franz Dienst als neuen ersten Vorsitzenden und diese gaben dem Verein zunächst auch den Namen „Spielvereinigung Breisach 1922“. Dienst war Mitglied im BFC und Franz Wißmann Mitglied des SC. Wißmann wurde zum Schriftführer und Geschäftsführer bestellt. 
In diesen Anfangsjahren war sehr viel Idealismus gefragt und eine hohe Sportbegeisterung. Es mangelte an Sportkleidung und oft reichte das Geld nicht aus, um mit der Bahn zu den Auswärtsspielen zu fahren. Die Begeisterung war aber so groß, dass die Mannschaft zu Fuß zu den Auswärtsspielen ging oder mit dem Fahrrad fuhr. Der Zweite Weltkrieg brachte den Sportbetrieb neuerlich zum Erliegen. Kriegsheimkehrer sorgten mit ihren Treffen bei Otto Thomann für einen Neuanfang. 
1946 kam es zum Neubeginn in der Gaststätte Eckartsberg, die unter dem Namen Gaststätte Kanone die Gründung der Spielvereinigung Breisach erlebt hatte. Die Besatzungsmacht verhinderte, dass Vereine in ihrer alten Form weitergeführt wurden. Der Fußballverein nannte sich ab 1946 daher Sportverein 1922 Breisach. In kleineren Orten war die Gründung mehrerer Vereine nicht gestattet, so kam es zu einem Zusammenschluss unter dem Vereinsnamen „Kulturgemeinschaft Breisach“, was aber später wieder aufgelöst werden konnte. Den Spielbetrieb startete der SV Breisach mit einer 1:6-Klatsche gegen die Mannschaft aus Ihringen – jedoch waren alle wieder froh Fußball zu spielen.
Mitte der 1960er Jahre wurde der SV Breisach zu einer festen Größe in der Bezirksliga. 1964/1965 gelang mit dem legendären Spielertrio Paul Glockner, Gerd Selinger und Gerhard Reuschling, die 56 der 77 Tore schossen, der Aufstieg. In diese Zeit des sportlichen Erfolgs fiel auch der Umzug der Spielstätte, vom Grünele (Sportplatz des Martin-Schongauer-Gymnasiums) ging es auf den Hartplatz des neuen Sportzentrums. Das 50-jährige Bestehen des Vereins feierte man erst 1973, um so den neuen Rasenplatz in die Feierlichkeiten mit einbinden zu können. Damals wurde das Ziel ausgegeben in die zweite Amateurliga aufzusteigen (heutige Landesliga) – allerdings folgte 1973/1974 mit Ende der Saison der Abstieg in die Kreisliga A. Die aktuelle Saison beendete der SV Breisach in der Staffel 1 der Kreisliga A auf Platz neun. Daniel Hengst