„Vorfreude. Adventskalender aus Europa“

Sonderausstellung im Elztalmuseum noch bis zum 8. Januar

Waldkirch (jb). Die Stiftung preußischer Kulturbesitz und das Museum europäischer Kulturen in Berlin verfügt über die wohl umfangreichste Sammlung deutscher und europäischer Adventskalender. In diesem Jahr werden mehr als 200 Exponate im Elztalmuseum ausgestellt. Zu sehen ist die Sonderausstellung noch bis zum 8. Januar.

„Vorfreude. Adventskalender aus Europa“ lautet der Titel der aktuellen Sonderausstellung im Elztalmuseum. Die aus Berlin stammende Wanderausstellung komme damit sozusagen wieder zurück zu ihren Wurzeln in Baden, erklärte Tina Peschel, wissenschaftliche Mitarbei-terin am Museum europäischer Kulturen. Immerhin stamme der erste Adventskalender aus Maulburg. Auch aus Lahr und Freiburg seien frühe Exemplare bekannt.
Bis zu den heutigen befüllten Kalendern sei es allerdings ein langer Weg gewesen, der auf drei Etagen im Museum nachgezeichnet werde. Peschel erläuterte, dass der Adventskranz und der Kalender dieselben Ursprünge hätten. So ist ein Kranz zu sehen, an dem an jedem Tag des Advents ein neuer Bibelspruch angehängt wurde. Zu sehen ist auch der erste gedruckte Türchen-Adventskalender aus einer Auflage von 1904, das „Christkindleinshaus“.
Die Exponate zeichnen auf ihre Weise die Geschichte des 20. Jahrhunderts nach. So werden die christlichen Inhalte während der NS-Diktatur durch völkische Botschaften ersetzt. Ab 1940 wurden die christlichen Versionen als „nicht kriegswichtig“ verboten. Engelwesen waren in den zahlreichen Ausgaben, die aus der ehemaligen DDR stammen, verpönt. Auch den Moden der jeweiligen Zeit waren die Kalender unterworfen, wie sich an den glitzernden Exemplaren Westdeutscher Adventskalender der 70er-Jahre ablesen lässt. Der deutsche Brauch, den Kindern die Wartezeit auf die Bescherung zu verkürzen, verbreitete sich bald auch in den europäischen Nachbarländern. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten die amerikanischen Soldaten die Idee dann auch in die USA mit.
Eines der letzten verbliebenen Exemplare des Berliner-Mauer-Abreißkalenders ist ebenfalls in der Ausstellung zu sehen. Hierbei konnte in 24 Tagen die Mauer abgerissen werden.

Begleitprogramm
Zur Sonderausstellung gibt es auch ein umfangreiches Begleitprogramm. Am Mittwoch, 30. November, sowie am 7. und 14. Dezember wartet von 15 bis 16.30 Uhr unter dem Motto „Türchen auf“ eine Adventswerkstatt für Kinder und Familien. Die Leitung hat Museumspädagogin Rita Ghobad. Am Freitag, 25. November, 19.30 Uhr, hat der Förderverein des Elztalmuseums den Kabarettisten Konstantin Schmidt mit seinem Programm „Glühwein zum Frühstück“, eingeladen.
Am Samstag, 26. November, wartet der „X-Mas Slam“ mit Ansgar Hufnagel. Der Poetry-Slam bringt Wortakrobaten aus der Region auf die Bühne. Der 4. Dezember ist dann Familiensonntag. Hier steht alles unter dem Motto: „Druckwerkstatt“. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.
Am Sonntag, 18. Dezember, wartet dann Oni Maurer mit seinem „Kurbel-Koffer“ auf Erwachsene und Kinder ab vier Jahren. Am Nachmittag wird es vier Vorstellungen um 14.30, 15, 15.45 und 16.15 Uhr geben. Anmeldung unter info@elztalmuseum.de.
Angela Witt-Meral, die Leiterin des Elztalmuseums kündigte auch noch den „größten Adventskalender der Stadt“ an. Als „Türchen“ fungieren dann die Fenster des alten Propsteigebäudes. In der Adventszeit wird dann jeden Tag um 15 Uhr ein Fenster geöffnet, hinter dem sich eine Überraschung verbirgt. Witt-Meral wies darauf hin, dass Führungen durch die Sonderausstellung auch für Gruppen, Vereine oder Firmen buchbar seien. Auch individuelle Weih-nachtsfeiern im Museum seien möglich.