„Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“

Vielfältiges Programm zum Tag des offenen Denkmals lädt zum Entdecken ein

Region (ihy). Von Osten nach Westen, von Norden nach Süden - Tausende Denkmale öffnen am 8. September. Der Tag des offenen Denkmals, bundesweit koordiniert durch die Deutsche Stiftung Denkmalsschutz, ist Deutschlands größte Kulturveranstaltung und lädt Sie ein, einen Tag lang unser kulturelles Erbe zu erleben.

Rund 8.000 historische Baudenkmale, Parks oder archäologische Stätten sind Teil von Deutschlands größter Kulturveranstaltung. Anlässlich des 100-jährigen Bauhausjubiläums steht der Tag des offenen Denkmals unter dem Motto: „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“. Vielerorts stehen revolutionäre Ideen oder der technische Fortschritt, die ein Denkmal ausmachen, im Fokus. Denn was heute als alt erscheint, war nicht immer alt: „Viele Denkmale, die uns heute selbstverständlich erscheinen, waren zu ihrer Entstehungszeit modern und revolutionär. Ihre Spuren möchten wir gemeinsam am Tag des offenen Denkmals entdecken“, freut sich Herr Dr. Skudelny, Vorstand der Stiftung. Auch in Südbaden wird ein vielfältiges Programm angeboten. Folgende Denkmäler in der Region öffnen ihre Türen:

Ortenaukreis 

In Ettenheim mit seiner denkmalgeschützten, barocken Altstadt begeistern wertvolle Baudenkmäler, romantische Fachwerkhäuser und die hoch über der Stadt aufgerichteten Kirche des hl. Bartholomäus die Besucher. Im Rahmen des Tages des offenen Denkmals findet am Sonntag um 15 Uhr eine Stadtführung durch die Barockstadt statt. Treffpunkt ist am beim Bärenbrunnen. Im Rahmen der Stadtführung wird die Geschichte zahlreicher historischer Baudenkmäler in Ettenheim erläutert und anschaulich nähergebracht. Die Teilnahme ist kostenlos – eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Das Museum im ehemaligen Gefängnis hat an diesem Tag ebenfalls von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

In Mahlberg ist die ehemalige Zigarrenfabrik als Industriedenkmal erhalten und beheimatet heute das Oberrheinische Tabakmuseum. Es ist am Aktionstag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Gezeigt wird die Fotoausstellung „Die kleinen Menschen und der Tabak“. Führungen werden nach Bedarf angeboten und das Museumscafé hat geöffnet. 

Die Johanneskapelle in Ringsheim wurde 1226 erstmals erwähnt. Der heutige Bau stammt von 1670. Im 17. und 18. Jahrhundert war sie Pilgerziel des Johannisfests. Dem Wasser der ursprünglich vorhandenen Quelle wurde eine heilende Wirkung zugesprochen. 2018 wurden Sanierungsarbeiten durchgeführt. Am Sonntag hat die Kapelle von 10 bis 18 Uhr geöffnet Führungen gibt stündlich Peter Brodmann. 

Kreis Emmendingen

In Bleichheim wird zum „Tag des offenen Denkmals“ wird auf der Kirnburg und der Schlosswiese unter der Regie der Vereinsgemeinschaft das 800-jährige Jubiläum der Ersterwähnung der Burg gefeiert. Die Besucher erwartet ein vielseitiges Programm, das um 10.30 Uhr mit einem Festgottesdienst auf der Schlosswiese eröffnet wird. Um 13 und 15 Uhr wird das von Dr. Steffen Abd El Ghani eigens für den Tag geschriebene Schauspiel „Beurkundung bei der Kirnburg“ aufgeführt. Den ganzen Tag kann man Musiker und Sänger, Schaukämpfe und das Lagerleben der Freien Ritterschaft Baden erleben. Sie vermitteln einen Eindruck vom Leben im Jahr 1200 mit Darbietungen von Handwerkskunst und Waffentechnik. Nach Bedarf werden Führungen zur Burgruine angeboten.

In der Alten Hammerschmiede in Elzach wurde bis 1985 gearbeitet. Sie wurde 1828 von Schmiedmeister Valentin Winterer gebaut. Die Stadt und die LEADER-Aktionsgruppe Südschwarzwald haben die Schmiede vor dem Verfall gerettet und denkmalgerecht saniert. Von 11 bis 18 Uhr kann die Hammerschmiede am Sonntag besichtigt werden. Die Strohschuhmanufaktur Schonach zeigt ihr Handwerk und gegen 14 Uhr gibt es einen Auftritt der Volkstanzgruppe Oberprechtal. Ebenfalls gegen 14 Uhr fährt der Schützenexpress zur Landwasserhofmühle und zurück. Für das leibliche Wohl sorgt der FSV-Oberprechtal mit Mittagstisch, Kaffee und Kuchen

In Emmendingen finde an diesem Sonntag im Anwesen Leonhardt und auf der Ruine Hochburg Führungen statt.  
Das Anwesen Leonhardt ist das letzte vollständig erhaltene Beispiel eines Ackerbürgerhauses aus dem 18. Jahrhundert. Häuser wie dieses mit Scheune und Tenne waren typisch für die Altstadt. Sie gehörten Bürgern, die neben ihrem Beruf in der Stadt Landwirtschaft betrieben. Das Ackerbürgerhaus mit Nebengebäude wie Scheune, Wohnhaus und Ubding stammt aus dem Jahr 1712. Derzeit wird eine umfangreiche denkmalverträgliche Sanierung der Scheune mit Tenne durchgeführt, über die Sie der Verein gerne informiert. Das Anwesen ist von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Um 11 Uhr gibt es eine Führung zum Thema Sanierung und Ausbau. 
Die mittelalterliche Ruine Hochburg in Windenreute wurde als Rodungsburg im 11. Jahrhundert gegründet und erstmals 1127 urkundlich erwähnt. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts fand der Ausbau zur Landesfestung unter den Markgrafen von Baden und Hachberg statt. Im Jahre 1689 wurde die Hochburg durch Truppen des Ludwig XIV. besetzt und ein Jahr später zerstört. Seit 1971 wird die Hochburg vom Verein zur Erhaltung der Ruine Hochburg betreut. Geöffnet ist die Ruine am Sonntag von 10 bis 18 Uhr Führungen gibt es um 12 Uhr und 14 Uhr. 

Der Geschichtsverein Endingen lädt am Sonntag ein, drei besondere Gebäude im Herzen der Stadt zu besichtigen. Die präsentierten Gebäude werden in nächster Zukunft Um- und Abbrüche. Es gibt Führungen um 11, 13 und 15 Uhr, Treffpunkt hierfür ist der Marktplatz.
Gegründet 1847 bot die Lederfabrik Carl Loesch in der Markgrafenstraße über 100 Jahre lang Arbeit und Brot für Generationen. 1996 stillgelegt, wurde sie eine Zeitlang noch für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Der markante Backsteinkamin (ursprünglich 35 Meter hoch, seit 2009 etwas gekürzt) prägt zurzeit noch zusammen mit Torli (Königschaffhauser Tor) und Martinskirchturm das Bild der Altstadt. An ihrer statt soll nun in direkter Nähe zum Marktplatz innerstädtischer Wohnraum entstehen.  Wer sich verabschieden möchte, kann die Lederfabrik im Rahmen der Führung mit dem Geschichtsverein noch einmal begehen.
Ebenfalls begangen wird ein historisches Bürgerhaus aus dem 18. Jahrhundert in der Karl-Burger-Straße. 1778 errichtet, wurde es später bei einem großen Brand stark beschädigt. 1884 gestaltete man es beim Wiederaufbau als Doppelhaus. Das Gebäude ist überwiegend original erhalten, Deckengemälde und Stuckarbeiten zeugen von der wirtschaftlichen Substanz des Endinger Bürgertums in vergangenen Zeiten. Im rückwärtigen Bereich liegt jetzt eine Scheune. Hier soll ebenfalls durch Nachverdichtung neuer Wohnraum geschaffen werden.
Drittes Präsentationsobjekt ist ein spätmittelalterliches Gehöft in der Stollbruckstraße in Nähe des Johannesbrunnens. Das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert (in einigen Teilen auch älter) kann auf eine bunte Geschichte und vielfältige Nutzung zurückblicken. Bei seinen Wandlungen zwischen Amts-, Gast-, Bank-, Geschäftshaus und Gefängnis erlebte es zahlreiche Umbauten und Fassadenänderungen. Beispielsweise war hier die größte Freitreppe Endingens; sie wurde vor etlichen Jahren abgebrochen. Den Innenhof dominiert eine große, gut erhaltene Scheune. Gegenwärtig wird das Gebäude saniert mit dem Ziel, sechs Wohneinheiten zu schaffen. Dabei werden neuzeitliche Anbauten zurückgebaut und ein neuer Erschließungstrakt errichtet – ein sensibles Projekt das viel Fingerspitzengefühl erfordert.

Der Förderverein zur Erhaltung der Burgruine Landeck lädt am Sonntag ein, die Burg zu besuchen und etwas über das Denkmal von Landeck zu erfahren. Um 10.45 Uhr findet der traditionelle Gottesdienst statt. Danach werden die Gäste bis 18 Uhr mit einer kleinen Bewirtung versorgt. Der Verein hat einige Überraschungen um die Burg Landeck bereit.

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

„Loch Becks“ in Eichstetten ist ein historischer Dreiseithof mit ehemaliger Bäckerei. Der Hof mit seinen zwei Häusern und zwei Scheunen steht in der Sachgesamtheit unter Denkmalschutz. Seit 2005 erlebt das Anwesen Umbrüche in mehreren Bauphasen. Derzeit wird die ehemalige Bäckerei mit Lebensmittelgeschäft zu einer Wohneinheit umgebaut. Das Anwesen ist am Sonntag von 11.30 bis 17 Uhr geöffnet. Die Gebäude, der Garten und der historische Backofen können besichtigt werden. Führungen bietet nach Bedarf Christiane Möller an.  

In der Stadt Vogtsburg gibt es am Sonntag viel zu entdecken: 
In Achkarren finden im Kaiserstühler Weinbaumuseum (alte Zehntscheuer aus dem 14. Jahrhundert) in der Zeit von 11 bis 17 Uhr Führungen durch Museumsführer statt. Ebenso kann die Sonderausstellung „Burg und Herrschaft - die Burg Höhingen im Spiegel von Fundstücken und Schriftzeugnissen“ besichtigt werden.
In Bischoffingen ist die 1139 erstmals urkundlich erwähnte Evangelische Kirche St. Laurentius von 11 bis 20 Uhr geöffnet. 
Eine Reise durch das mittelalterliche Burkheim, vom historischen Stadtkern mit den reizvollen Gässchen und Fachwerkhäusern über die Pfarrkirche bis zur Schlossruine, startet am „Torhäusle“ um 11, 15 und 17 Uhr. Traditionelle Baustile vereinen sich über Grenzen hinweg und entwickeln eigene Ausprägungen, die sich auch im Gesicht Burkheims widerspiegeln. Um 22 Uhr geht der Burkheimer Nachtwächter auf seinen Rundgang; Treffpunkt beim „Torhäusle“.
In Niederrotweil befindet sich die Katholische Kirche St. Michael, eines der ältesten Gotteshäuser des Breisgaus mit Lindenholzaltar von Hans Loy. Geöffnet ist das Gotteshaus von 11 bis 17 Uhr. Führungen erfolgen durch Beauftragte der Kirchengemeinde. In diesem Jahr wird das 500-jährige Jubiläum des Altars von Meister HL gefeiert.
In Oberrotweil öffnet der Heimat- und Geschichtsverein in der Bachstraße 1 in der Zeit von 11 bis 17 Uhr das im Jahre 1666 erbaute und zwischenzeitlich renovierte „Wachthiisli“. Der Heimat- und Geschichtsverein zeigt zwei Ausstellungen: Fotodokumentation von Max Galli über das „Industriedenkmal“ Hartsteinwerk (Steinmühle) in Niederrotweil sowie eine Dokumentation zum Thema „Erinnerungskultur“ beim Vogtsburger Rathaus.
Die 1835/36 im Weinbrenner-Stil errichtete Filialkirche St. Romanus in Altvogtsburg ist von 12 bis 15 Uhr geöffnet. Führungen finden nach Bedarf statt. Für Kinder gibt es ein besonderes Angebot. 

Freiburg

In Freiburg beteiligt sich die Schauinslandbahn beteiligt sich mit einem vielfältigen Programm rund um die Seilbahntechnik. Die denkmalgeschützte Bahn ist ein „kulturhistorisch bedeutendes Transportmittel“, das seit 1930 der Naherholung in Freiburg dient. Sie gilt als „weltweit wegweisend in ihrer Technik“. Das Umlaufprinzip, nach dem die Bahn in den Jahren 1929 und 1930 errichtet wurde, entwickelte sich in der Folgezeit zu einem Vorbild, das in der ganzen Welt Nachahmer fand. Nur durch gemeinsame Anstrengungen von Betreiber, Denkmalschutz und Behörden konnte die Schauinslandbahn in ihrer ursprünglichen Form über nunmehr 89 Jahre erhalten werden. Kostenlose Technikführungen bei laufendem Seilbahnbetrieb gibt es von 11 bis 16.30 Uhr, Beginn ist jeweils zur halben und zur vollen Stunde, Treffpunkt ist der Vorplatz der Bergstation (Anmeldung in der Talstation). Eine Ausstellung in der Bergstation thematisiert das Motto „Entdecken, was uns verbindet“ in Bezug auf die Niettechnik, die bei der Schauinslandbahn häufig angewendet wurde. Zudem gibt es eine weitere Ausstellung zum Bau und Umbau in der Talstation. Die Schauinslandbahn ist durchgehend von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Zwischen den Fahrten der Linie 21 zwischen Günterstal Dorfstraße und der Talstation wird von 10 bis 18 Uhr ein historischer Kraftomnibus aus dem Jahr 1950 als Shuttle eingesetzt.