Räte sollen Farbe bekennen

Die BI „Kei Bundestross vor unsri Haustür“ spricht mit den Fraktionen der Stadt

Breisach-Gündlingen/Hochstetten. In Gesprächen mit den Breisacher Gemeinderatsfraktionen will die BI „Kei Bundestross vor unsri Haustür e. V.“, die Positionen im Gemeinderat zur Trassenfindung für die B31 West von Gottenheim nach Breisach ausloten. Die Bürgerinitiative, die im Juni einen Verein gegründet hat, wendet sich vor allem gegen die Hochspannungstrasse, die wertvolle Felder durchschneidet und in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung – insbesondere bei Hochstetten – verläuft. 

Das erste Gespräch mit einer Gemeinderatsfraktion fand am 4. September statt. Weitere Gespräche sind in den nächsten Wochen geplant. Aufgeschreckt wurden Bürgerinnen und Bürger aus Gündlingen und Hochstetten Ende 2017, als bekannt wurde, dass das Regierungspräsidium eine mögliche Trasse entlang der Hochspannungsleitungen für die B31 West in die Variantenprüfung aufgenommen hat.  
 „Da gingen in Gündlingen und in Hochstetten die roten Lampen an“, erinnert sich Edwin Schächtele, Vorstandsmitglied der BI.  Engagierte Bürgerinnen und Bürger trafen sich 2018 regelmäßig und arbeiteten sich in das Thema ein. „Schon bald war uns klar,  da muss etwas passieren“, so Schächtele und seine Vorstandskollegen beim Vorort-Termin bei Hochstetten mit dem ReblandKurier Ende  August. In einer öffentlichen Sitzung des Breisacher Gemeinderates im Juni 2018, nutzte die BI die Frageviertelstunde, um die Gemeinderäte um eine Stellungnahme zu bitten – bisher vergeblich.  „Nur Bürgermeister Oliver  Rein hat sich in dieser Sitzung  gegen die Hochspannungstrasse ausgesprochen, und  uns seine  Unterstützung zugesagt“, erinnern sich die BI-Vorstände. Im November 2018 bei einem Gesprächstermin im Regierungspräsidium (RP) in Freiburg informierten sich die Mitglieder der Bürgerinitiative über die zu prüfenden Kriterien bei den Trassenvarianten für die Bundesstraße und über den Zeitplan. „Wir  beschlossen, Gegenargumente zur Hochspannungstrasse zu sammeln und diese dem RP zu übergeben.“ In intensiver Arbeit beschäftigten sich die BI-Mitglieder in Gruppen mit Themen wie Natur, Umwelt, Mensch, Emissionen und Landwirtschaft-  Die Übergabe der umfangreichen Argumenten-Mappen an RP-Vertreter fand am 24. Mai im Rathaus in Gündlingen statt. 
Parallel sammelte die BI rund 600 Unterschriften von Unterstützern und bereitete die Gründung eines Vereins vor, die am 20. März in Anwesenheit von 15 Gründungsmitgliedern vorgenommen wurde. Die dabei gewählte, vorläufige Vorstandschaft leitete die eine gut besuchte Info-Veranstaltung am 26. März in Gündlingen. „Der Gemeindesaal war voll, Aufbruchsstimmung machte sich breit und wenige Wochen danach hatten wir die ersten 100 Mitglieder aufgenommen“, berichtet BI-Vorstand Edwin Schächtele. Am 7. Juni wurde die  erste Mitgliederversammlung durchgeführt, um die  Vereinssatzung und die Vorstandschaft bestätigen zu lassen.