Denzlinger Feuerwehr sorgt sich um Zahl ihrer Einsatzkräfte

Mehr Personal wäre sehr gewünscht – Überörtliche Zusammenarbeit sichert Alarmbereitschaft

Denzlingen (hvg). Die Fortschreibung des Feuerwehrbedarfsplanes stand auf der Tagesordnung der jüngsten Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Während die finanziellen und damit die sachlichen wie infrastrukturellen Belange gut erfüllt sind, drückt an einer empfindlichen Stelle der Schuh: Die Sorge um ausreichende Mannschaftsstärke und – damit verbunden – genügend Nachwuchs. 


Feuerwehrkommandant Martin Schlegel und ein Teil seines Führungsteams standen Bürgermeister Markus Hollemann und den Gemeinderäten Rede und Antwort über Ist- und Soll-Zustand sowie in die Zukunft weisende Überlegungen. 53 Aktive – darunter sechs Feuerwehrfrauen – bilden derzeit die ausrückfähige Mannschaft. Für einen Ort von der Größe Denzlingens stellt dies eine enge Personaldecke dar, gemildert wird die Situation durch das gute kameradschaftliche Verhältnis zu den Nachbarwehren im Verwaltungsverband, also denen in Reute und Vörstetten. Mit ihnen gibt es für die Tagesalarmbereitschaft eine überörtliche Zusammenarbeit, so dass im Einsatzfall Kräfte aus den drei Orten sich gegenseitig unterstützen bzw. die Einsatzkräfte verstärken können. 

Auf die Fragen aus der Ratsrunde, wie sich die Situation durch Unterstützung seitens der Gemeinde (danach fragte Silke Höfflin, Bündnis 90/Die Grünen) bzw. durch gezielte Ansprache und mögliche Anwerbung weiblicher Feuerwehrkräfte verbessern lasse - zumal beispielsweise die Verwaltung überproportional weiblich besetzt sei - (diese Überlegung brachte Guido Echterbruch, CDU, ein), meinte die FFW-Führungscrew, eine Patentlösung gebe es nicht. Einerseits „ticke“ jede Feuerwehr anders, sodass andernorts erfolgreiche Kampagnen sich nicht eins zu eins übernehmen ließen, zum anderen gelte es, auch in kurzzeitigen Zyklen auf veränderte Lebensweisen der Nachwachsenden zu reagieren.
Die Feuerwehr sei in größeren Orten wie Denzlingen beispielsweise größerer ‚Konkurrenz‘ ausgesetzt, weil Jugendliche eine große Wahl an Vereinsangeboten hätten und Mehrfach-Engagements dadurch oft ein Zeitproblem würden. Zu beobachtende rückgängige Handwerks- und Technikaffinität (Schlegel: „Das Fahrrad wird nicht mehr selbst gerichtet, das wird zum Reparieren weggebracht.“) wie auch geringere Bereitschaft zum Ausüben unbequemer, anstrengender Tätigkeiten mache sich ebenfalls bemerkbar. Beim Übergang von der Jugend- zur Einsatzfeuerwehr sei die „problematische Phase“ die des Alters zwischen 15 und 17: „Da haben sie im Grunde alles kennengelernt, dürfen aber noch nicht in den realen Einsatz.“ Abgemildert werde das Problem der Personalsorgen lediglich dadurch, dass das Arbeiten vom Homeoffice aus anderen FFW-Mitgliedern die Option eröffne, im Einsatzfall dabei zu sein.
Quer durch die Fraktionen wurde der ausdrückliche Dank an die gesamte FFW-Truppe ausgesprochen; Andreas Tym (B‘90/Die Grünen) akzentuierte ergänzend: „Ohne die Hilfe der Jugendfeuerwehr gäbe es in Denzlingen keinen Weihnachtsmarkt.“
Der Feuerwehrbedarfsplan schließlich, der die relevanten feuerwehrtechnischen Verhältnisse qua Gefährdungsanalyse beschreibt und daraus folgernd die Ausstattung der Feuerwehr reguliert, wurde vom Gremium einstimmig befürwortet.