Vogtsburg trauert um Arno Landerer

Kommunalpolitiker, Winzer und unterwartet verstorben

Im Rahmen seiner offiziellen Verabschiedung im Januar diesen Jahres, wurde dem langjährigen Ortsvorsteher Oberrotweils (seit 1992), Ortschaftsrats (1980- Januar 2019) und Vogtsburger Gemeinderat (1980 - Januar 2019), Arno Landerer, die Bürgermedaille der Stadt Vogtsburg verliehen. Außerdem konnte sich der verdiente Lokalpolitiker, Weinpoet und Winzer ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Landerer hatte im Januar alle seine politischen Ämter aufgegeben, am Mittwoch verstarb er mitten aus dem Leben im Alter von nur 65 Jahren. Am Samstag haben ihn viele noch bei der Veranstaltung Feuer- und Weinwanderung beim Gedichte vortragen erleben dürfen.

In seiner fast 40-jährigen Tätigkeit als Kommunalpolitiker hat er viele Projekte begleitet, stets lag ihm das Beste für Oberrotweil und Vogtsburg am Herzen. In seiner Amtszeit wurde unter anderem das Bahnhofsareal in Oberrotweil mit einem Park-and-Ride-Parkplatz versehen, der Edeka-Markt gebaut und die Sanierung und Erweiterung der Wilhelm-Hildenbrand-Schule abgeschlossen. Landerer hat bei den Bürgern durch sein langjähriges Engagement in der Gemeinde sehr großes Vertrauen genossen. Bei mehreren Kommunalwahlen konnte er die höchste Stimmenanzahl aller Bewerber für sich verbuchen.
Neun Jahre war der Kommunalpolitiker stellvertretendes Mitglied im Technischen Ausschuss, fünf Jahre (1984-1989) im Gutachterausschuss (1984-1989) und Arbeitskreis für Agrarfragen. Von 1989 bis 1994 engagierte sich Landerer als zweiter Bürgermeisterstellvertreter, von 1989 bis 2004 war er Kuratoriumsmitglied vom Kindergarten. Außerdem traute er unzählige Paare in seiner Funktion als Standesbeamter, die er 27 Jahre inne hatte, übrigens auch noch in diesem Jahr,  und in seiner so unverwechselbaren, charismatischen und humorvollen Art.

Weinwirtschaft

Arno Landerer wurde am 2. November 1954 in Freiburg geboren. Der gelernte Weinbaumeister liebte seinen Beruf in den Reben und führte einen Winzerbetrieb in Oberrotweil. Nicht nur kommunalpolitisch, sondern auch in der Weinwirtschaft kannte man Arno Landerer weit über Vogtsburg Grenzen hinaus. Seit 1990 war er Aufsichtsratsmitglied des Kaiserstühler Winzervereins Oberrotweil (KWO), von 1994 bis 2002 stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, von 2002 bis 2016 Aufsichtsratsvorsitzender des KWO. 15 Jahre wirkte Landerer als Ortsobmann des Badischen Weinbauverbandes, von 2000 bis 2005 war er stellvertretender Bereichsvorsitzender des Badischen Weinbauverbandes für den Bereich Kaiserstuhl. Seit 2013 war er tätig als Aufsichtsrat im Solarpark Vogtsburg.

Vereine lagen ihm am Herzen

Sein Engagement zum Wohle der Bürger war unglaublich und äußerst vielfältig. 1969 wurde Arno Landerer Vorsitzender der Landjugend Oberrotweil – es sollte sein erstes von unzähligen  Ämtern sein, dieses hatte  er bis 1974 inne. 1978 war er Gründungsmitglied vom Pfauenrat Oberrotweil, seit 2001 war er Ehrensitzungspräsident des Pfauenrates. 1986 bis 1990 wirkte Landerer als Vorsitzender der Krabbelstube Oberrotweil, 1993 gründete er den Heimat- und Geschichtsverein in seinem Ort, den er bis 2001 leitete. Im Januar 2000 wurde unter seiner Federführung die Ortschronik Oberrotweil veröffentlicht und in den Jahren 1998 bis 2001 machte er sich für den Kauf und die Sanierung des Wachthiisli stark.

Noch am Samstag wurde ein Leserbrief von ihm zum Thema „Volksbegehren Artenschutz“ veröffentlicht. Auch hierüber machte er sich Gedanken.

„Ein Charakterkopf“

Arno Landerer hinterlässt Ehefrau Sigrun, Sohn und Tochter, sowie zwei Enkel . Sein jüngster Enkel erblickte gerade vor kurzem das Licht der Welt. „Ich habe immer Arno Landerers offene und integrative Art geschätzt, er hat niemanden ausgegrenzt, immer alle mitgenommen und das war immer ein äußerst positives Attribut, auch in der Kommunalpolitik“, betont Bürgermeister Benjamin Bohn.  „Wir sind unendlich traurig und tief betroffen,“ so Bohn, über all die Jahre hinweg habe Landerer unglaublich viele Themen umgesetzt und mitgeprägt und das nicht nur in Vogtsburg, sondern am ganzen Kaiserstuhl. Für ihn sei Landerer ein „Charakterkopf“ gewesen, der sich immer zu Wort gemeldet und seinen Standpunkt verdeutlicht hat.
Die Trauerfeier wird in Oberrotweil in der kommenden Woche sein.