Stoßseufzer der Erleichterung

Auch die Gastronomie in Elzach kann seit Montag wieder loslegen

Stoßseufzer der Erleichterung

Auch die Gastronomie Elzach kann seit Montag wieder loslegen

Elzach (mkt). „Endlich!“ Diesen Stoßseufzer der Erleichterung konnte man am Montag talauf, talab hören – die Gastronomie durfte wieder öffnen. In fast allen Lokalen des Elz- und seiner Seitentäler herrscht Aufbruchsstimmung.

Montag, 10 Uhr: Das Cafe Sattler in Elzach öffnet seine Türen nach zwei Monaten wieder. Und schon lassen sich die ersten Gäste an den weit auseinander gestellten Tischen im Straßencafé nieder. Doch die Auflagen, unter denen Cafés und Restaurants ihren Betrieb wieder aufnehmen dürfen, sind streng. So auch im Landgasthof Rössle in Oberprechtal, wo das Wirteehepaar Bettina und Arthur Vogt mit Bürgermeister Roland Tibi, Ortsvorsteherin Silke Matt und Ulrich Volk, Vorsitzender des Gewerbevereins, die ersten Mittagsgäste begrüßen dürfen.

„Wir wollen mit unserem gemeinsamen Besuch bewusst ein Zeichen setzen“, sagte Bürgermeister Roland Tibi. Man wolle die Leute dazu aufrufen, die heimische Gastronomie verstärkt zu besuchen und sie bei ihrem Neustart zu unterstützen.

Die Wochen der Schließung seien hart gewesen, berichtet Bettina und Arthur Vogt. Restaurant und Hotelzimmer seien leer geblieben. Die Mitarbeiter mussten in Kurzarbeit. Einzig die Außer-Haus-Bestellungen hätten ein paar Einnahmen gebracht. Nun aber gehe es wieder aufwärts, hoffen sie. Doch ganz so viele Gäste wie vor der Schließung dürften sie nun nicht mehr bewirten. Zwischen den Tischen seien mindestens zwei Meter Abstand einzuhalten. Wer das Lokal betrete, müsse einen Mundschutz tragen, den man am Tisch abnehmen könne. Vor Betreten der Gaststaube müsse jeder Gast einen Anmeldebogen ausfüllen. Tischreservierungen würden zwar empfohlen, seien aber nicht Bedingung. „Wir halten uns an die Vorgaben der Dehoga“, so Bettina Vogt. Der „Deutsche Hotel- und Gaststättenverband“ hat einen Leitfaden erarbeitet, der die Bedingungen für die Wiederaufnahme des Betriebs detailliert beschreibt.

"Mit am Härtesten betroffen"

Die Gastronomie und der stationäre Einzelhandel seien mit am härtesten vom Lockdown betroffen, berichtete Ulrich Volk. Nicht nur finanziell, auch psychisch habe der Ausstand an vielen genagt. Bürgermeister Tibi hoffe darauf, dass die angekündigten Lockerungen im Tourismus dem Schwarzwald einen Boom bescheren, denn viele Menschen würden in den kommenden Urlaubsmonaten vor Auslandsreisen zurückschrecken und sich stattdessen in Deutschland umsehen.

Ab dem 29. Mai dürfe sie wieder Hotelgäste einquartieren, so Vogt. Auch die ersten Reservierungen seien schon da. Zu Corona-Zeiten hätten viele Menschen das Wandern (wieder-)entdeckt, so Silke Matt. „Wir sind die schönste Wanderregion Deutschlands“, betont sie. „Mit unserer herrlichen Landschaft, der schönen Natur und der hohen Qualität unserer Gastronomie können wir da sicherlich punkten“, ist sie überzeugt.