Zukunft des Umkircher Schwimmbades ungewiss

Gemeinde denkt über die Zukunft des Hallenfreibades nach / Entscheidung vor den Ferien

Umkirch. Das Umkircher Schwimmbad rückte derzeit unvermittelt ins Spektrum von Gemeinde und Bürgerschaft. Das „Aquafit“ mit der bisherigen Betreiberfirma, der Sport- und Freizeit-Management GmbH aus March, sollte wegen Corona bis auf weiteres geschlossen bleiben. Inzwischen sorgte die Betreiber-GmbH durch die Kündigung des Vertrags mit der Gemeinde zum Ende  Mai für einen Eklat. 

Vermutlich sei nun nicht mehr mit einer baldigen Wiedereröffnung nach der Corona-bedingten Zwangspause zu rechnen, erklärte dazu der Schwimmsport-Verein Neptun (SVNU), der sofort eine Online-Petition zur Rettung des Bades startete. Man befürchtet nämlich die Schließung. Das Bad als seine Trainingsstätte ist zugleich die Basis für den Fortbestand des sehr aktiven Vereins.  
Seit 43 Jahren gibt es das Hallenfreibad und es ist sowohl wortwörtlich als auch im übertragenen Sinn in die Jahre gekommen. Im Gemeinderat wird im jeweiligen Haushalt über alljährlich anstehende erforderliche Teilsanierungen diskutiert, da man bisher weder das Geld noch den politischen Willen für eine Totalsanierung hatte. Jedes Jahr fließen bis zu rund einer halben Million Euro in den Unterhalt, um den laufenden Betrieb zu sichern. Hinzu käme für dieses Jahr kurzfristig noch ein Sanierungsbedarf von 300.000 Euro.  Angesichts der derzeit anstehenden Hauptprojekte der Gemeinde, dem dreizügigen Ausbau der Grundschule für den Ganztagsbetrieb und des im Planungsstadium befindlichen Neubaus der Feuerwehr auf dem Züblin-Areal sind die finanziellen Spielräume eng geworden. Derzeit seien die Gewerbesteuern tendenziell  rückläufig, man müsse hier die nächsten Monate abwarten, erklärte Bürgermeister Walter Laub.

Entscheidung soll zügig erfolgen

Eine Sitzung der Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderates (Ältestenrat) fand bereits statt. Der Bürgermeister plant eine Klausursitzung zum Thema.  Im Gemeinderat soll man noch vor der Sommerpause entscheiden. So schnell werde das wohl nicht gehen, mutmaßt  Gemeinderat Wolfgang Risch (FWU). Für ihn gilt, dass die Gemeinde die Mithilfe vieler bräuchte, insbesondere auch die der Umlandgemeinden, die ebenfalls vom Bad profitieren sowie Zuschüsse, die es nicht gebe. An den Runden Tisch bringen möchte der Schwimmverein Neptun (SVNU) alle in der Schwimmbadfrage Verantwortlichen. Der 1977 gegründete Verein bietet sowohl Freizeit- als auch Wettkampf-Schwimmsport an. Im Jahr 2018 trainierten etwa 500 meist jugendliche Mitglieder in 20 alters- und leistungsangepassten Trainingsgruppen im Freizeitbereich. Dazu gab es drei Leistungsgruppen und die Wettkampfmannschaft im Leistungssportniveau. Christa Strecker-Schneider (UBU) ist ebenso wie Tom Hirzle (UK2030) von der Bedeutung des Schwimmbades für die Lebensqualität von Jung und Alt überzeugt und wünscht sich den Erhalt des Bads. Dass man aber erst die Möglichkeiten ausloten müsse, sei klar. Für Klaus Leible (FWU) steht fest, dass eine zwingend notwendige Sanierung zwischen fünf und sieben Millionen Euro kosten würde. Da es aber weder von staatlicher Seite noch von anderswo her Fördermittel gebe, bliebe die Finanzierung an der Gemeinde hängen. Argumente für den weiteren Betrieb des Schwimmbades gebe es genug. Man müsse aber die finanzielle Belastung für die Gemeinde im Blick haben. Und noch sei kein Gemeinderatsbeschluss gefasst. Die Diskussion im Gemeinderat ist im Gange und „noch nicht abgeschlossen“, fasst Tom Hirzle die derzeitige Situation zusammen. Alfons Theis

Link zur online-Petition des Schwimmsport-Vereins Neptun: www.openpetition.de/!SchwimmbadUmkirch