Landesvater tourt durch die Region

Winfried Kretschmann besuchte am Freitag die Gemeinden Münstertal und Bollschweil

Münstertal/Bollschweil. Hohen Besuch aus Stuttgart erwarteten am vergangenen Freitag viele Ehrenamtliche aus Münstertal und Bollschweil: Ministerpräsident Winfried Kretschmann besuchte das Bienenmuseum und das Dorfgasthaus Bolando im Rahmen seiner Sommertour.

Zentrales Anliegen seines Besuchs in Münstertal sowie in Bollschweil war es, bürgerschaftliches Engagement verschiedener Arten im Bundesland kennenzulernen. Erster Stopp des Tages war das Bienenmuseum im Münstertäler Spielweg, wo der Ministerpräsident mit Musik eines Albhorntrios und einem Sektempfang von der Betreiberfamilie Pfefferle und Bürgermeister Rüdiger Ahlers empfangen wurde. 1978 wurde das Bienenkundemuseum auf Initiative von sieben Münstertäler Imkerfamilien des Imkervereins im damaligen Rathaus von Obermünstertal ohne jegliche staatliche Förderung eröffnet. Die Gemeinde stellt dem Museum das Gebäude mietfrei zur Verfügung, Unterhalt und Pflege sowie der Betrieb laufen ehrenamtlich. Hauptinitiator war der damalige Vorstand des Vereins, Karl Pfefferle. Der Imkermeister bereiste mit seinen Vorträgen Imkerkongresse weltweit und knüpfte so internationale Kontakte. Diesen ist heute auch die Vielfalt an internationalen Exponaten im Museum zu verdanken, erklärt der heutige Museumsleiter und Sohn des Gründers Karl Pfefferle Junior im Zuge seines Rundgangs mit Winfried Kretschmann. Dieser lauschte interessiert den Ausführungen Pfefferles zuden verschiedenen Stationen im Museum, das die weltweite Imkerei von ihren Anfängen bis heute thematisiert. Auf dem Höhepunkt der Führung durfte der Landesvater selbst Handanlegen und Honig aus vorbereiteten Wabenplatten mit Hilfe einer durchsichtigen Schleuder schleudern. Das Resultat – bester MünstertälerTannenhonig – konnte direkt verkostet werden. Diese und andere Aktivitäten biete der Verein auch Schul- und Kindergartengruppen an, die das Bienenmuseum besuchten, erklärt die Vorsitzende Silvia Pfefferle. So leiste das Museum wichtige Aufklärungsarbeit beiden jüngeren Generationen. Das Ende des Rundgangs bildete ein Blick in ein aktives Bienenvolk, das im Museum beheimatet ist. Winfried Kretschmann zeigte sich begeistert vom ehrenamtlichen Engagement des Imkervereins um Familie Pfefferle und hob hervor, welche Relevanz das Thema heutzutage hätte. „Durch das Volksbegehren ist die Biene ja derzeit in aller Munde.“

Die nächste Station der Sommertour des Ministerpräsidenten bildete das Dorfgasthaus in Bollschweil. Auch hierbei wurde Kretschmann von Landrätin Dorothea Störr-Ritter und dem Grünen-Landtagsabgeordneten Reinhold Pix begleitet. Vor Ort wurden sie vom Bolando-Team und von Bürgermeister Josef Schweizer begrüßt.

Das Bolando ist ein weiteres Beispiel für bürgerschaftliches Engagement im Ländle, denn zahlreiche Bürger setzten sich 2006 dafür ein, dass aus dem ehemaligen Ratsschreiberhaus in Bollschweils Ortmitte ein erfolgreiches Dorfgasthaus wurde. Zunächst gründeten sie eine Genossenschaft und erwarben das Gebäude von der Gemeinde – das Grundstück ist noch heute im Besitz der Gemeinde, wird aber im Rahmen einer Erbpacht an die Bolando-Genossenschaft zu günstigen Konditionen verpachtet. Insgesamt 240 Genossen brachten ein Vermögen von insgesamt 350.000 Euro zusammen. Einer der Genossen ist der Förderverein, der heute für das kulturelle Programm im Bolando verantwortlich ist. Mit viel Schweiß und Eigenleistung wurde das Gebäude in den darauffolgenden Jahren saniert und zur Gaststätte umgebaut. Die Eröffnung erfolgte vor zehn Jahren, im Jahr 2010. Seither ist es nicht nur für die Bollschweiler ein beliebter Treffpunkt sondern auch der Kulturhotspot im Hexental. Die Gäste kommen aus den umliegenden Gemeinden sowie aus Freiburg. Das zeigt, das Konzept kommt an und Bollschweils Ortsmitte wurde allein durch das Engagement einiger Bürger zu einem belebten Ort. Winfried Kretschmann freute sich über so viel Initiative und bedankte sich bei allen Beteiligten. Gerade in einer Zeit in der ein großes Gaststättensterben zu beobachten ist, seien solche Projekte umso wichtiger. „Auf solche Bürgerinnen und Bürger bin ich stolz. So ein Land regiert man einfach gern", gab er zum Abschluss freudig zu. Bevor er seinen Weg nach Endingen fortführte, trug sich der Ministerpräsident noch in Bollschweils Goldenes Buch ein und erhielt zum Dank für seinen Besuch das frisch erschienene Buch „Bollschweil – Bilder eines Dorfes“. Sofie Herbster