Es „blitzt“ öfter in der Stadt

Trotz verstärkter Geschwindigkeitskontrollen werden in Weil nicht mehr Raser identifiziert

Weil am Rhein. Die Stadtverwaltung hat die Geschwindigkeitskontrollen in sämtlichen Teilen der Stadt seit diesem Jahr verstärkt. Die Ergebnisse der ersten Jahreshälfte bis einschließlich Juni bestätigen allerdings nicht den oftmals geäußerten Eindruck, in Weil am Rhein werde generell unverhältnismäßig schnell gefahren oder gar besonders viel gerast.

Von 24.471 überprüften Fahrzeugen haben zwar 8.549 die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten überschritten, davon waren jedoch 6.606 innerhalb des Toleranzbereichs der üblichen drei km/h. Schlussendlich mussten lediglich 1.943 Fahrzeugführer ein Bußgeld für zu schnelles Fahren berappen. Gemessen an der Gesamtzahl lässt sich also bilanzieren, dass die Mehrheit der Autofahrerinnen und -fahrersich an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten hält. „Raser“ gibt es natürlich auch, halten sich laut Messergebnissen jedoch in einem überschaubaren Rahmen. Der Blick auf die Zahlen aus dem Vorjahr für den gleichen Zeitraum lässt diesen Schluss ebenfalls zu: Von 26.053 gemessenen Fahrzeugen wurde für1.964 Fahrerinnen und Fahrer ein Bußgeld fällig. Dass 2020 in der Zeit von Januar bis Juni trotz der häufigeren Messungen rund 1.400 Fahrzeuge weniger gemessen wurden als im gleichen Zeitraum des Vorjahres ist damit zuerklären,dass mit dem Corona-Lockdown im März und April die Geschwindigkeitskontrollen für einen knapp sechswöchigen Zeitraum eingestellt werden mussten. Der für die Kontrollen zuständige Gemeindevollzugsdienst war vorübergehend komplett für die Aufklärungsarbeit und Kontrollen zur Einhaltung der vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln im Einsatz, und dies bis in die Abendstunden sowie an Wochenenden und Feiertagen. Sehr zupass kam in dieser Situation, dass während dieser Zeit ohnehin deutlichweniger Verkehr herrschte. Auch wenn die große Mehrheit dermotorisierten Verkehrsteilnehmer sich in Sachen Geschwindigkeit unterm Strich gesehen angemessen verhält, wie die Messungen zeigen, bleibt die Stadtverwaltung bei ihrem Kurs, weiterhin die verstärkten Kontrollen aufrecht zu erhalten. Denn Schnellfahrer oder gar Raser gibt es immer wieder, die die Sicherheit im Stadtgebiet gefährden. Vor allem an den „Hotspots“: Auffallend häufig zu schnell gefahren wird in der Bühlstraße in der Innenstadt, in der Blauenstraße in Friedlingen und auf der Zollfreien Straße. Bis zu 65 km/h wurden in den beiden 30er Zonen „geblitzt“. Auf der Zollfreien Straße wurde mit Geschwindigkeiten von bis zu 96 km/h die Höchstgrenze von 50 km/h etwa im Bereich der Feuerwehr überschritten.

Monatliche „Blitztage“

Mit der Erhöhung der monatlichen „Blitztage“ wurden zwischenzeitlich auch deutlich mehr Stellen definiert, an denen regelmäßig kontrolliert wird: 2018 waren es noch 80, seit diesem Jahr gibt es 111 Stellen. Dabei handelt es sich insbesondere um Bereiche mit hohem Risikopotential, also im Umfeld von Schulen und Kindergärten oder an gefährlichen Ein- und Ausfahrten. Allerdings benötigt die Technik bestimmte Voraussetzungen und kann nicht an allen Orten beliebig eingesetzt werden. Wenn die Straße zum Beispiel Unebenheiten aufweist, sind keine scharfen Messungen möglich. Mit der Ausweitung der Überwachungsstellen kommt die Stadtverwaltung auch zahlreichen Wünschen von Bürgerinnen und Bürgern nach. Werden den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Rechts- und Ordnungsamts Bereiche mit vermehrten Verstößen gemeldet, erfolgt zunächst eine Überprüfung vor Ort mit einem Verkehrszählgerät, wie häufig es an der entsprechenden Stelle tatsächlich zu Übertretungen kommt. Erst dann wird entschieden, ob die Kontrollgeräte zum „Blitzen“ zum Einsatz kommen sollen. Denn oftmals zeigen die Ergebnisse, dass gar nicht so schnell gefahren wird, wie es erscheint. Je nach Größe der Fahrzeuge zum Beispiel können Fahrgeräusche den Eindruck von hoher Geschwindigkeit erzeugen. Die Stadtsetzt bei ihren Kontrollen auf den Einsatz von mobilen „Blitzern“, da diese je nach Einsatzort flexibel eingesetzt werden können im Gegensatz zu stationären Kontrollstellen. Der Vorteil bei den mobilen Messgeräten ist zudem, dass die Überwachung unberechenbarer bleibt als bei einer Festinstallation. (WB)