Agrophotovoltaik-Anlage im Heidach steht

Vorzeigeprojekt des Fraunhofer ISE in Denzlingen mit coronabedingter Verzögerung realisiert

Denzlingen (hg). Bereits im März, vor Beginn der Corona-Pandemie, fand auf einem Feld im Denzlinger Gewann Heidach der Spatenstich für eine Agro-Photovoltaikanlage des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) statt. Inzwischen steht die weithin sichtbare Einrichtung mit 72 Solar-Modulen auf einer 250 Quadratmeter großen Ackerfläche in Nähe des Kleintierzüchter-Vereinsheims „Heidach-Stüble“ am Fuß des Einbollen.

Gemessen am Bauaufwand erscheint die Zeit bis zur Realisierung des Objektes lang, doch infolge der Corona-Pandemie gab es Lieferprobleme einer Firma aus dem europäischen Ausland, sodass wesentliche Bauelemente nicht fristgerecht besorgt werden konnten.

Beim Spatenstich im März sprachen damals neben Bürgermeister Markus Hollemann auch Björn Michel als Geschäftsführer und Meinrad Schuler als Agro-PV-Projektleiter der Stadtwerke Emmendingen, ferner Andreas Steinhüser als Teamleiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme und nicht zuletzt Thomas Trenkle als Landwirt und Pächter der Fläche im Heidach.

Was inzwischen trotz Corona aufgebaut wurde, ist eine „kleinere Schwester“ einer deutlich größeren APV-Pilotanlage des Fraunhofer-Instituts in Heggelbach am Bodensee, die bereits seit 2016 in Betrieb ist und das ganze Jahr über von Besuchern aus dem In- und Ausland aufgesucht wird. Die kleinere Anlage in Denzlingen hat für die Fraunhofer-Spezialisten vor allem den Vorteil, dass man künftig auch in unmittelbarer Nähe des Instituts in Freiburg zeigen kann, wie so eine Anlage konkret funktioniert.

Am Fuß des Einbollen wurden über einer 250 Quadratmeter großen Ackerfläche Solarmodule mit einer Leistung von 20 kWp (Kilowatt-Peak) in fünf Metern Höhe angebracht, sodass der Landwirt weiterhin bequem mit seinen Landmaschinen darunter arbeiten kann, sogar mit einem Mähdrescher. Somit kann man praktisch zwei „Ernten“ einfahren, einmal von den Pflanzen auf der Erde und zusätzlich in Form von Strom aus den darüber installierten Solarmodulen. Im Vergleich mit Freiflächen-Solaranlagen liegen die Modulreihen weiter auseinander, um genügend Licht an die Pflanzen zu lassen. Die bifazialen („zweigesichtigen") Module nutzen neben der direkten Sonnenstrahlung auf der Oberseite auch das indirekte und diffuse Licht auf der Rückseite. Eine bodenschonende Verankerung der Modulständer ermöglicht später einen problemlosen Rückbau der Anlage, sofern gewünscht.

Landwirt Thomas Trenkle findet es spannend, Teil eines zukunftsweisenden Projektes zu sein und erhofft sich zugleich neue Chancen für die Landwirtschaft durch Synergieeffekte, zumal sich die APV-Technologie in den letzten Jahren deutlich positiv entwickelt hat und bereits in vielen Regionen der Welt verbreitet ist.