Kindesmissbrauch in einem Auggener Reitstall

Ein 52-Jähriger wurde wegen Kindesmissbrauchs und Belästigung verurteilt

Auggen/Freiburg. In einem Reitstall in Auggen soll es über Jahre hinweg immer wieder zu sexuellen Belästigungen an Kindern gekommen sein. Nun musste sich ein 52-Jähriger im Freiburger Landgericht für seine Taten verantworten. Gestern sprach der Richter sein Urteil: Zwei Jahre Haft auf Bewährung. Die Vergehen sollen sich im unterschwelligen Bereich der Bestrafbarkeit befunden haben, so der Richter.

Der Angeklagte soll im Laufe der JahremehrereMädchen sexuell belästigt und in sexueller Absicht berührt haben. Im Winterhalbjahr 2012/2013 hat der Beschuldigte in einem Reitstall in Auggen eine damals 13-jährige Geschädigte nach Verschließen einer Tür in das Heu gedrückt und sexuelle Handlungen an dem Kind vorgenommen. Aus Angst vor Entdeckung soll er die Handlungen jedoch abgebrochen haben. In den Jahren 2017 und 2018 soll er seine damals zehn Jahre alte Nichte, die er während der Abwesenheit der Eltern betreute, mehrfach sowohl bei Fahrten im Auto, als auch in einem Reitstall sowie bei Übernachtungsbesuchen unter Ausnutzung des Abhängigkeitsverhältnisses sexuell missbraucht und gestreichelt haben. 

Zwischen Februar und Juni 2018 habe der Angeklagte darüber hinaus ein damals zwölfjähriges, mit der Familie befreundetes Kind in sexueller Absicht berührt und sich sexuell stimuliert. Zudem wurde er erst kürzlich, im April 2020, dabei erwischt, wie er in Hartheim mit Blick auf spielende Kinder in seinem Auto masturbierte. Alles Taten, die im unterschwelligen Bereich der Bestrafbarkeit liegen, so der Richter bei seiner Urteilsverkündung am  Dienstag. Außerdem sei der Angeklagte sehr geständig gewesen und habe große Reue und Einsicht gezeigt. Damit begründete der Richter seine Entscheidung, die Haftstrafe auf eine vierjährige Bewährung auszusetzen. Zudem verordnete er dem 52-Jährigen eine Therapie sowie die Zahlung eines monatlichen Schmerzensgeldes in Höhe von 80 Euro an die Opfer für eine Dauer von vier Jahren. Da weder von Seiten der Staatsanwaltschaft noch von Seiten des Täters Berufung eingelegt wird, wurde das Urteil für rechtskräftig erklärt. Sofie Herbster