Friedrich Drayer verlässt den Gemeinderat

Stefan Johnen wurde in der jüngsten Sitzung des Glottertäler Rats für die Freien Wähler vereidigt

Glottertal (aza). Nach 16 Jahren verabschiedet sich Friedrich Drayer aus dem Gemeinderat. Für ihn rückte Stefan Johnen nach, der nach der Vereidigung in mehrere Ausschussposten gewählt wurde. Die Entscheidung, ob der Borromäweg zur Einbahnstraße wird, wurde wegen neuer, bisher nicht bedachter Erkenntnisse vertagt. Der zweite Versuch einer Aufschüttungsgenehmigung auf Höhe des Gewerbegebiets jenseits der Glotter erhielt diesmal einen positiven Bescheid.

Seit 16 Jahren saß Friedrich Drayer für die Freien Wähler am Ratstisch. Auf sein Bestreben hin willigten die Räte in sein Ausscheidungsgesuch ein. Bereits nach einer zehnjähriger Tätigkeit in diesem Ehrenamt steht dem Ausscheiden gesetzlich nichts im Wege, auch wenn Drayer seinen Abgang mit der beruflichen Situation begründete. Bürgermeister Karl Josef Herbstritt würdigte die Verdienste des langjährigen Gemeinderates. Er sei immer mit sehr großem Herzblut dabei und auch in den Ausschüssen „immer da“ gewesen. Dass er dieses Amt sehr ernst genommen habe, sei auch an seiner Hartnäckigkeit und Konfliktfähigkeit zu erkennen gewesen, weshalb er auch unangenehmen Dingen niemals aus dem Weg gegangen sei.

Der Rathauschef zählte die vielen Projekte auf, an denen Drayer aktiv mitgewirkt hatte. Darunter seien emotional schwierige Projekte gewesen, wie die Platzgestaltung vor der Eichberghalle, der Abschied von der Hauptschule oder der Abriss des Rotburehofes. Aber alle Wege wurden gut ausdiskutiert und haben letztlich zu einem sinnvollen Ergebnis geführt. Drayer habe immer gut die Sicht der Unternehmer vertreten und auch für die Landwirtschaft, Umwelt und regenerativer Energie machte er sich stark. Dies spiegelte sich insbesondere in der Dorfentwicklung ab 2004, wo er die Themen der Zukunftswerkstatt bis zu LEADER-Projekt vorangetrieben habe. Herbstritt hegte die Hoffnung, dass Drayer auch außerhalb des Gemeinderates am öffentlichen Leben aktiv teilnehmen werde. Als Dank überreichte er einen Weingeschenk und einen einen Speisegut-schein. Mit einer Enthaltung von Erwin Rieder (CDU) wurde Drayer entlassen.

Drayer gab die Dankesworte an die Bürger weiter und bat um Verständnis, wenn der Rat manchmal nach außen hin nicht nachvollziehbare Beschlüsse fälle, da nicht immer alle Zusammenhänge nach außen getragen werden könnten. Gerade deshalb sei es enorm wichtig, dass sich bei den Kommunalwahlen auch Bürger als neue Räte einbrächten, um als Kontrollgremium die Belange der Gemeinde bestmöglich zu vertreten. Er bedauerte, dass es während seiner Amtszeit niemals eine volle Liste mit 12 Kandidaten gegeben hätte und appellierte an die Bevölkerung in sich zu gehen und hier nachzulegen. Dem Rat selbst bestätigte er ein „Super Team“ zu sein, während er die „schweigende Eminenz“, Hauptamtsleiter Konrad Hilzinger, mit einem wissenden Nicken bedachte.

Auch Fraktionsführer Christoph Maier hatte ein Dankeschön und lobende Worte mit ebenfalls einem Gutschein und einem Weinpaket im Gepäck. Einziger Disput sei es immer gewesen, wer das letzte Wort habe. Und auch Maier bekräftigte „wer hier sitze, könne wirklich was gestalten“. Am Schluss gab auch Claus Vorgrimler (CDU) für seine Fraktion lobende Worte mit auf den Weg.

Viele Ämter warten auf den „Neuen“ Eigentlich wäre Hans Jörg Gutmann nach der Stimmlage der vergangenen Ratswahl nachgerückt, doch dieser wohnt mittlerweile nicht mehr im Glottertal. Daher setzte sich nun der aus dem Pfarrgemeinderat und Stiftungsausschuss bekannte 51-jährige Stefan Johnen an den Tisch. Herbstritt begrüßte ihn mit dem Wissen, dass er „Dinge aus anderen Strukturen mit einbringen könne“. Nach der Vereidigung, bei der sich alle Räte erhoben, wurden die freigewordenen Posten in den Ausschüssen neu besetzt. Ständige Mitglieder im Bauausschuss sind nun für die Freien Wähler Dr. Werner Bröker, Maier und Matthias Rieder. Zu Stellvertretern wurden David Andris, Johnen und Katharina Strecker ernannt. Im Verwaltungs- und Finanzausschuss übernimmt Johnen die Stellvertretung für das Hauptmitglied Andris. Der Ausschuss für Tourismus und Dorfent-wicklung wird nun von Hubert Wehrle besetzt, der von Johnen vertreten wird. Außerdem wurde Johnen zum Vertreter in der Verbandsversammlung mit St. Peter und St. Märgen ernannt.

Gefährliche Verkehrssituation im Borromäweg

Als Zufahrtsstraße für den Katholischen Kindergarten „Zum Schutzengel“ erleben die Verkehrs-teilnehmen auf den sehr engen Fahrbahn regelmäßig schweißtreibende Situationen. Daher lag der Vorschlag der Verwaltung nahe, hier eine Einbahnstraße anzuweisen, die über die Straße „Am Eichberg“ als Ausweichstrecke für den Gegenverkehr abfließen könnte. Bei den Anliegergesprächen stellte sich jedoch heraus, dass damit ein Ausparken aus einer Garage nicht mehr möglich sei, da nur gegen die Einbahnstraße hier herauszukommen wäre. Auch das Rangieren der auf dem Grundstück stehenden landwirtschaftlichen Gerätschaften sei dabei nicht mehr möglich.

Nach kurzer Beratschlagung waren sich die Räte einig, diesen Punkt nochmals auf Alternativen zu prüfen und vertagten das Anliegen. Der Bürgermeister brachte die Idee einer Spielstraße ein, in der nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt sei. Ein Ortstermin solle hier einen besseren Einblick brin-gen. Maier bestand darauf, diesen Termin zusammen mit der Unteren Verkehrsbehörde durchzuführen und betonte nochmals die gefährlichen Situationen. Erwin Rieder konnte sich eine zeitlich begrenzte Einbahnstraße zu den Bring- und Abholzeiten der Kindergartenkinder vorstellen.

Zufahrt für den Lastverkehr

Am 26. Mai hatten die Räte einen Antrag auf Oberbodenaufschüttung abgelehnt. Jedoch nicht der Sache wegen, sondern weil die Anfahrt der benötigten LKWs und ihrer schweren Ladung ungeklärt war. Die Anbaufläche liegt hinter dem Gewerbegebiet „Engematten“ auf der anderen Seite der Glotter. Eine Anfahrt über die Wissereckstraße wurde damals kategorisch ausgeschlossen und ein Konzept zur Lösung vom Bauherr verlangt. Nun ist die Andienung über den asphaltierten Weg westliche „Mattenmühle“ am Wanderparkplatz vorbei über die Glotter geplant. Falls der Wirtschaftsweg Schaden nehme, liege eine Versicherung der Baufirma vor, mit einer neuen Asphaltdecke diese Schäden nach Beendigung der Maßnahmen zu beseitigen.

Bröker verlangte eine ausreichende Beschilderung und Regelung für Radfahrer und Fußgänger. Der Bürgermeister versicherte, dass es eine zeitlich begrenzte Umleitung geben soll. Berthold Hoch (CDU) sorgte sich um die Brücke. Es müsse geprüft werden, ob sie dieser Belastung standhalte. Da diese jedoch auf Denzlinger Gemarkung liegt, müssen die Nachbarn ebenfalls informiert werden. In späterer Runde kam Annette Herbstritt (CDU) auf die Parksituation entlang des dorti-gen Wanderparkplatzes zu sprechen. Da dieser in der prallen Sonne läge, würden Autofahrer über die Brücke auf die andere Seite der Glotter ausweichen, um im Schatten der Bäume dort wild zu parken. Sie verlangte hier ein Parkverbotsschild. Der Rathauschef versprach, die Sache der Denzlinger Verwaltung vorzutragen.