Kaiserstuhl: Notfallversorgung in Gefahr

Bürgerinitiative kämpft gegen die geplante Zentralisierung der ambulanten Notfallversorgung

Breisach/Kaiserstuhl. Immer mehr Menschen erfahren in diesen Monaten von den Planungen der Politik bezüglich einer zentralisierten   Notfallversorgung. Vor allem im ländlichen Raum drohen Ärger und Verdruss für Patienten – kleinere Krankenhäuser sind in ihrer Existenz bedroht und die gesundheitliche Grundversorgung gerät in Gefahr. Bundesweit entstehen Bürgerinitiativen – die künftige Notfallversorgung ist, im Schatten von Corona, das große Streitthema in der Medizin.

Auch in Breisach hat sich im Oktober eine Bürgerinitiative gegründet, die sich begründete Sorgen um die Notfallversorgung in Breisach und im Großraum  Kaiserstuhl  macht. Notarzt Dr. Christoph Galli und die  Krankenschwester Hedwig Geppert, inzwischen Rentnerin,  stehen an der Spitze der BI. 
Den Anstoß zu den  zeitnah anstehenden Veränderungen hat die Kassenärztliche Vereinigung gegeben. Die Bundes- und Landes-Spitzen in Berlin und Stuttgart haben die Idee von „Integrierten Notfallzentren“ entwickelt und auf den politischen Entscheidungsweg  gebracht. Ziel der Maßnahmen: Einsparungen bei den Kosten der gesundheitlichen Versorgung. 
Die Konsequenzen wären dramatisch, denn die ambulante Notfallversorgung in den kleineren Krankenhäusern würde gestrichen.  Denn nachts oder  am Wochenende, wenn die Hausärzte nicht zur Verfügung stehen, kann Notfallversorgung ausschließlich in den neu einzurichtenden Integrierten Notfallzentren (INZ)  stattfinden. Wer künftig am Kaiserstuhl einen Unfall hat, sei es eine Scherbe im Fuß, ein gebrochener Arm oder Schlimmeres, müsste zum INZ an der Freiburger Uniklinik fahren. In der nahen Helios-Klinik wäre dann qua Gesetz keine Notfallversorgung mehr möglich. Der längere Anfahrtsweg könnte dabei das kleinere Übel sein, konzentrieren sich doch dann sämtliche Notfälle aus der Region auf das INZ an der Freiburger Uniklinik, sodass hier mit langen Wartezeiten zu rechnen wäre – programmiertes Chaos steht zu befürchten. 
Die Bürgerinitiative  um Dr. Christoph Galli und Hedwig Geppert will zweierlei: Die Bevölkerung auf die zu erwartende Problematik aufmerksam machen und die politische Meinungsbildung der Entscheider beeinflussen. Denn trotz einer bundesweiten Entscheidung für die Einführung der INZ bleibt den Bundesländern die Möglichkeit, zumindest regional eigene Wege zu gehen. So hat die Breisacher BI die Landrätin um eine Stellungnahme gebeten und wird solche auch, im Vorfeld der Landtagswahlen, von den Kandidaten der verschiedenen Parteien einfordern. Inzwischen hat sich die Breisacher Gruppe mit anderen BIs in der Region vernetzt. Motto: „Rettet unsere Krankenhäuser!“  Frank Rischmüller

Weitere Informationen zur BI und ihren Zielen gibt es bei Joachim Flämig, Breisach, Telefon 07667/8615, E-Mail: flaemig@t-online.de.