Holzhausen: Ein Kanal durchkreuzt die Planung

Am Lärmschutzwall der A5 bei Holzhausen muss ein Stück ausgespart werden / Abwasserkanal ist schuld

March. Der Lärmschutzwall, der entlang der Autobahn bei Holzhausen gebaut wird, war Mittelpunkt heftiger Diskussionen in der Gemeinderatssitzung am 02. November in March. Ein wichtiger Abwasserkanal kreuzt die Baustelle. Erst kürzlich wurde festgestellt, dass die Errichtung des Walls über dem Kanal aus statischen Gründen nicht ohne weiteres machbar ist. Zudem hat dieser an der zu überbauenden Stelle eine Einstiegsöffnung. Die drohenden Zusatzkosten sind beachtlich. Entsprechend groß war der Ärger bei den Räten.

Nordöstlich von Holzhausen zieht sich eine Baustelle am Rand der vorbeiführenden Autobahn A5 entlang. Insgesamt ist sie etwa ein Kilometer lang und in vier Bauabschnitte unterteilt. Diese befinden sich in unterschiedlichen Planungs- beziehungsweise Bauphasen. Hier will man einen Wall errichten, der die Bewohner vor dem Lärm der  Autobahn schützen soll. Aktuell wird an den Abschnitten 2 und 3 gearbeitet.
Eigentlich wäre die Errichtung des Lärmschutzes in Abschnitt 1 am effektivsten; dieser befindet sich im Süden und ist der Ortschaft am nächsten. Aufgrund der Lage wären dort aber teure Schallschutzwände notwendig, wofür noch die Finanzierung und  Genehmigungen fehlen. Nun musste man in der vergangenen Gemeinderatssitzung ein Problem diskutieren, das den Bauabschnitt 3 betrifft. Bauamtsleiter Mario Utz fasste  die Einzelheiten zusammen: Gegen Ende des  Bauabschnittes kreuze ein Kanal des Abwasserzweckverbandes Breisgauer Bucht den geplanten Wall und unterquere auch die Autobahn. Es handle sich  um eine aus den Siebzigerjahren stammende Stahlbetonröhre mit etwa zwei Meter Durchmesser. Der Kanal liege  etwa drei Meter tief und nun weitere drei bis fünf Meter Erde draufzupacken, das gehe nicht. Wohl sei es möglich, eine Stahlbetondecke über dem eigentlichen Kanal als Verstärkung anzubringen. Aber da gehe es um eine Länge von etwa 50 Metern; es existiere an der gleichen Stelle auch noch ein Schachteinstieg. Ursprünglich habe man die Absicht gehabt, diesen  weiter nach oben zu verlängern, das sei aber aus Gründen der Arbeitssicherheit nicht machbar. Dann habe man noch die Möglichkeit, den Einstieg an anderer Stelle zu bauen. Doch die Kosten für diesen neuen Kontrollschacht schätze man auf 250.000 Euro. Dazu käme noch der Aufwand für die Stahlbetondecke zur Sicherung des Kanalabschnittes. Hier müsse man mit Kosten von mindestens 500.000 Euro rechnen. 
Die Gemeindeverwaltung empfahl daraufhin in der zur Sitzung vorliegenden Beschlussvorlage, vorerst diese Stelle nicht aufzuschütten. Man verwies auch auf eine Absprache mit dem Regierungspräsidium Freiburg und dem Abwasserzweckverband. Letztendlich gehe es um eine Lücke im Wall von etwa zehn Metern, die sich nach oben erweitere, stellte man fest. Anhand einer Grafik versuchte man während der Sitzung die Auswirkungen abzuschätzen. Berechnungen und Zahlen gebe es im Moment noch nicht, wurde erklärt. 
Im Gemeinderat war man mehr als verärgert. Bürgermeister Helmut Mursa erinnerte an die Gründe, weshalb man im Vorfeld auf tiefergreifende Untersuchungen verzichtet habe und weshalb der gesamte Rat dieser Vorgehensweise zugestimmt hatte. Man habe die Möglichkeit gesehen, den Wall kostengünstig mit Erdaushub zu errichten, der bei einem Tunnelbau im Elztal anfiel. Der Zeitdruck sei groß gewesen. So plane man im Normalfall nicht, stellte auch Bauamtsleiter Utz fest. 
Das weitere Vorgehen wurde in der Ratsrunde kontrovers diskutiert. Schließlich formulierte man einen Zusatz zur Beschlussvorlage: Wie von der Verwaltung vorgeschlagen, wolle man vorerst auf eine Überbauung des Kanals verzichten und eine Lücke lassen. Zusammen mit den Fachplanern soll die Verwaltung jedoch prüfen, inwieweit eine seitliche Wallaufschüttung – ein Stück weit in westlicher Richtung und damit entlang des Abwasserkanals - machbar sei und welche Verbesserung für den Lärmschutz sich daraus ergeben würde. Dieses Vorgehen wurde  mehrheitlich beschlossen. Peter Göpfert