Erster Einsatz gleich am Neujahrstag

Neues Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Elzach wird in Oberprechtal stationiert

Elzach (mkt). Um das Weihnachtsgeschenk unter den Christbaum zu legen, war es schlichtweg zu groß: Das neue Einsatzfahrzeug mit der Typenbezeichnung „Gerätewagen Transport“ (GW-T), das die Freiwillige Feuerwehr Elzach noch kurz vor Jahresende bekam, ist ab sofort in Oberprechtal stationiert. Kürzlich wurde es in der Werkhalle der Fahrzeugbaufirma Dufner in Elzach übergeben.

„Das ist ein hoch flexibles, multifunktionales Fahrzeug“, stellten Bürgermeister Roland Tibi und Abteilungskommandant Klaus Moser fest. Es sei damit eine „ideale Ergänzung des Fahrzeugparks der Gesamtwehr Elzach“, sagte Joachim Gäßler, Kommandant der Abteilungswehr Elzach und stellvertretender Gesamtwehrkommandant. Der „Gerätewagen Transport“ hat insgesamt 105.000 Euro gekostet. Davon hat das Land 25.500 Euro als Zuschuss übernommen. Nach einer öffentlichen Ausschreibung ging der Auftrag an die heimische Fahrzeugbaufirma Dufner. Ein Glücksfall, wie Bürgermeister Tibi betonte, stelle doch die Familie Dufner mit ihren beiden Inhabern, Thomas und Joachim Dufner, nicht nur zwei Aktive der Feuerwehr, sondern auch den Gesamtwehrkommandanten – gebündeltes Fachwissen also, das bei der gemeinsamen Konzeptionierung des Fahrzeugs und mit Unterstützung von Kreisbrandmeister Christian Leiberich zum Tragen kam.

Nachdem das Basisfahrzeug, ein Mercedes Sprinter mit einer Doppelkabine, geliefert worden war, begann der dreimonatige feuerwehrtechnische Ausbau. An der mit einer Plane abgedeckten Ladefläche wurde eine hydraulische Hebebühne installiert. Die Ladefläche selbst ist flexibel verwendbar. Denn das Material, das darauf vorgehalten wird, ist in speziell konstruierten Rollwägen verladen. Die können innerhalb weniger Minuten von nur einem Maschinisten be- und entladen werden.

Jeder Rollwagen ist für eine spezielle Aufgabe vorgesehen. So ist zum Beispiel auf dem ersten Rollwagen alles für die Wasserförderung verladen – von der Saugpumpe über die Tragkraftspritze bis zu Förderschläuchen. Auf dem zweiten Rollwagen sind Notstromaggregat mit Zubehör verladen, auf dem dritten alles für Umwelteinsätze, auf dem vierten Schlauchmaterial. Der fünfte Rollwagen wird bei Bedarf zugeladen. Er enthält 1.000 bereits befüllte Sandsäcke.

Das Fahrzeug werde im gesamten Stadtgebiet eingesetzt und sehr niederschwellig auch bei Einsätzen der Abteilungswehr Elzach dazu alarmiert, so Gäßler. Denn damit könne man jetzt auch oftmals aufwendigere logistische Probleme lösen wie den Transport von zusätzlichem Einsatzmaterial aus den Depots, kontaminierter Einsatzkleidung usw.

„Schlagkräftige Einsatzeinheit“

Zusammen mit dem erst im letzten Jahr neu in Dienst gestellten Löschgruppenfahrzeug LF 10 verfüge die Abteilungswehr Oberprechtal jetzt über eine schlagkräftige Einsatzeinheit, die sowohl eigenständig als auch unterstützend tätig werden könne. Das neue Fahrzeug ersetzt das 32 Jahre alte Tragkraftspritzenfahrzeug TS 8, dessen feuerwehrtechnische Beladung teilweise übernommen werden konnte.

Mit der Indienst-Stellung der beiden neuen Fahrzeuge waren auch Umbauarbeiten am Gerätehaus Oberprechtal verbunden. So wurde der Umkleideraum ins Obergeschoss verlegt, um mehr Stellfläche für die beiden Fahrzeuge zu bekommen. Dies alles wurde in Eigenleistung gemeistert unter der Federführung des stellvertretenden Abteilungskommandanten Dominik Brüstle, betonte Klaus Moser.

Ortsvorsteherin Silke Matt dankte dem Gemeinderat für die Zurverfügungstellung der finanziellen Mittel trotz schwieriger Kassenlage. Die Feuerwehr leiste einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Daseinsvorsorge, für die sie aber auch das notwendige Equipment benötige. Dies sei Konsens im Gemeinderat.

Kaum im Dienst, schon im Einsatz

Kaum im Dienst, kam schon der erste Einsatz: Auch Feuerwehren des oberen Elztals beteiligten sich an der großen Hilfsaktion des Landesfeuerwehrverbandes für die Kameraden in den erdbebengeschädigten Regionen Kroatiens. Innerhalb weniger Minuten war die Laderampe des Gerätewagens geräumt, sodass Platz geschaffen war für unzählige Hilfsgüter. An den Feuerwehrgerätehäusern in Oberprechtal, Elzach, Biederbach wurde das Fahrzeug dann mit Kisten und Kartons beladen.

Gespendet wurden technisches Gerät, Feuerwehr-Einsatzkleidung, aber auch Lebensmittel und Hygieneartikel. Die Koordination der landkreisweiten Aktion wurde von der Stabsgruppe des Führungsstabes des Landkreises Emmendingen gemanagt. Diesem gehört mit Jochen Dietrich auch ein Mitglied der Führungsgruppe der Feuerwehr Elzach an. Erste Ab- und weitere Beladungsstelle des Gerätewagens war das Feuerwehrgerätehaus in Emmendingen. Von dort aus wurde in zwei Fuhren weiteres Material nach Bad-Krozingen verbracht. „Schon jetzt hat es sich gezeigt, wie wertvoll dieses Vielzweckfahrzeug ist“, zog Klaus Moser Bilanz.