Dr. Hase verlässt im Herbst Ettenheim

Die ärztliche Leiterin der Fuß- und Sprunggelenkchirurgie geht nach Freiburg - Ist der OP-Neubau jetzt in Gefahr?

Ettenheim (ks). Die Meldung schlug Anfang der Woche wie eine Bombe ein: Dr. Charlotte Hase, renommierte Spezialistin für Fuß- und Gelenkchirurgie, verlässt im Herbst Ettenheim und wechselt ans Lorettokrankenhaus in Freiburg. Unser Mitarbeiter Klaus Schade befragte Bürgermeister Bruno Metz nach seiner Reaktion.

Herr Metz, das neue Jahr beginnt mit einer wahren Horror-Meldung: Frau Dr. Hase verlässt Ettenheim.

Metz: Ich hätte mir auch lieber eine andere Schlagzeile gewünscht. Die Gründe von Frau Dr. Hase kann ich nachvollziehen, auch wenn der Weggang für Ettenheim außerordentlich schmerzlich ist.

Die Fuß- und Sprunggelenkchirurgie war einer der wesentlichen Pfeiler, auf dem die Zukunft des Ettenheimer Krankenhauses aufgebaut war.

Metz: Diese Abteilung hat eine Strahlkraft ins ganze Land und darüber hinaus. Die medizinische Qualität ist herausragend und diese Form der Chirurgie passt sehr gut zum Ettenheimer Krankenhaus. Daneben haben wir mit der Schmerztherapie einen zweiten kreisweiten Schwerpunkt. Außerdem ist die Innere Medizin in Ettenheim sehr gut aufgestellt und ist eine ganz wichtige Anlaufstelle für die Menschen dieser Raumschaft.

Der erst unlängst im Kreistag nun endlich abgesegnete OP-Neubau am Ettenheimer Klinikum – sehen Sie ihn in Gefahr?

Metz: Ein Teil des Beschlusses zur Agenda 2030 und auch der Arbeit in der Kommunalen Gesundheitskonferenz ist die Etablierung eines multimodalen Gesundheitszentrums an Standorten, an denen Akutkliniken aufgegeben werden sollen. Für Ettenheim ist das ambulante Operieren ein Standbein. Wenn das ernst genommen wird, brauchen wir OP-Kapazitäten, die mit der derzeitigen Infrastruktur nicht über einen kurz- bis mittelfristigen Zeitraum sichergestellt werden kann. Deswegen wird es auch Investitionen in den OP-Bereich geben müssen.

Welche Strategien müssen nun für das Ettenheimer Klinikum entwickelt werden?

Metz: Da gibt es eine große Differenz zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Am liebsten wäre mir der Weiterbetrieb eines stationären Krankenhauses, wie es in Ettenheim seit fast 70 Jahren an dieser Stelle und seit über 500 Jahren in der Stadt in großer bürgerschaftlicher Leistung über den Spitalfonds ermöglicht wurde. Es gibt aber den Beschluss des Kreistags und es gibt die vielfachen Veränderungen im Gesundheitswesen, an denen wir nicht vorbeikommen. Daher muss gelten, auch für die Zukunft gut aufgestellt zu sein, mit einem Spektrum an medizinischen Leistungen, das ausgerichtet ist an dem, was die Menschen dieser Raumschaft brauchen und vielleicht auch Themen, die für den kompletten Klinikverbund an diesem Platz am südlichsten Punkt des Kreisgebiets angeboten werden sollen.