Feuerwehren beweisen  Solidarität

Überwältigender Erfolg der Feuerwehr-Hilfsaktion für die Erdbeben-Region in Kroatien / Startpunkt: Bad Krozingen

 Bad Krozingen/Regio. Rund 180 Tonnen Hilfsgüter waren das Ergebnis eines Aufrufs des Kreisfeuerwehrverbandes Breisgau-Hochschwarzwald und des Landesfeuerwehrverbandes für die Feuerwehrleute und  Menschen in der von einem starken Erdbeben betroffenen Region Kroatiens.    Innerhalb von nur zwei Tagen waren dem Aufruf nicht nur zahlreiche Wehren aus ganz Baden-Württemberg gefolgt, sondern auch Privatpersonen sowie zahlreiche Unternehmen.  Zentrale Sammelstelle und Ausgangspunkt für den Weitertransport nach Kroatien war die freiwillige Feuerwehr Bad Krozingen.  

Eigentlich war man davon ausgegangen, dass durch den Spendenaufruf Material für maximal zwei Fahrzeuge zusammenkommen würde, mit denen man dann am Neujahrsabend von Bad Krozingen aus Richtung Kroatien starten wollte. Im Laufe des Neujahrstages meldeten sich jedoch immer mehr Feuerwehren aus ganz Baden-Württemberg an, um ihre vor Ort gesammelten Spenden an die Bad Krozinger Kollegen zu übergeben. Neben Ausrüstungsgegenständen für die kroatischen Feuerwehrleute, einschließlich zweier Feuerwehrfahrzeuge, Notstromaggregaten und einem vom THW gestifteten Zelt, wurden palettenweise Lebensmittel, Hygieneartikel und insbesondere auch Winterkleidung angeliefert. Und so bildete sich eine teilweise mehrere hundert Meter lange Fahrzeugschlange vor dem Gelände der Bad Krozinger Feuerwehr, die als zentrale Anlaufstelle für die von Gerhard Lai, dem ehemaligen Vizepräsidenten des Landesfeuerwehrverbandes, initiierten Spendenaktion fungierte. Schnell war den Organisatoren klar, um all die Hilfsgüter, einschließlich der beiden gespendeten Feuerwehrfahrzeuge, nach Kroatien transportieren zu können, würde es sehr viel mehr Fahrzeuge benötigen. Eine nicht nur logistische, sondern auch große organisatorische Herausforderung für Gerhard Lai und das Bad Krozinger Feuerwehr-Team. Der Konvoi konnte sich in der Nacht vom Samstag unter der Führung der beiden ortskundigen Feuerwehrleute Claus Lai und Martin Engler auf den rund 1.100 km langen Weg ins kroatische Krisengebiet machen. Zum Konvoi gehörten auch Feuerwehrfahrzeuge aus Achern, Kehl, Heitersheim, Schallstadt und Müllheim sowie aus dem benachbarten Kreisverband Emmendingen. Nach rund 17 Stunden Fahrzeit kamen alle 14 Fahrzeuge wohlbehalten in der Stadt Sisak an, wo sie bereits von vielen Menschen erwartet wurden. Nach einer Übernachtung und einem prophylaktischen Corona-Schnelltest ging es dann für die Fahrer am Sonntag wieder zurück nach Deutschland.
 Seit dem Ende des kroatischen „Heimatkrieges“ im Jahr 1996 besteht eine von Gerhard Lai  mitbegründete enge Partnerschaft zwischen dem Kreisfeuerwehrverband Breisgau-Hochschwarzwald sowie einigen einzelnen Feuerwehren in Baden-Württemberg und dem Kroatischen Feuerwehrverband, aus der zahlreiche persönliche und freundschaftliche Kontakte und regelmäßige gegenseitige Besuche entstanden sind, die bis heute gepflegt werden. Bad Krozingens  Bürgermeister Volker Kieber, der die Aktion vor Ort auf dem Feuerwehrgelände mitverfolgte, zeigte sich beeindruckt von der großen Hilfsbereitschaft und dankte den vielen angereisten Feuerwehren für ihr großartiges Engagement. Der Kreisfeuerwehrverband hat ein Spendenkonto eingerichtet:  IBAN DE59 6805 2328 0001 1639 55, BIC SOLADES1STF. (RK)