Gut alt werden im Dorf

 Bebauung Bahnhofsachse und Kaiserstuhlstraße in Gottenheim: Pflegewohngruppe geplant

Gottenheim. Gut vorangekommen ist man in Gottenheim mit der Planung für die Bebauung der Bahnhofsachse und des Areals „Alter Kindergarten“. Neben bezahlbaren Wohnungen ist die Einrichtung einer Pflegewohngruppe in der Kaiserstuhlstraße ein zentrales Element des Projektes. Dazu wurde eine Lenkungsgruppe unter dem Vorsitz von Bürgermeister Christian Riesterer eingerichtet, die schon erste Ergebnisse vorweisen kann. Im Juni soll mit einer Einwohnerversammlung die Bürgerbeteiligung gestartet werden.

Bei einem Pressegespräch informierten am Montag, 26. April, im Rathaus der Bürgermeister sowie Mitglieder der Lenkungsgruppe über den Sachstand zur Einrichtung einer Pflegewohngruppe. Neben kompetenten Fachfrauen und -männern aus dem Bereich Pflege arbeiten in der Lenkungsgruppe auch jeweils ein Gemeinderat oder eine Gemeinderätin jeder Fraktion im Gottenheimer Ratsgremium mit. So waren beim Gespräch am Montag neben  Professor Dr. Cornelia Kricheldorff von der Katholischen Hochschule Freiburg, die mit dem Institut für angewandte Forschung, Entwicklung und Weiterbildung (IAF) das Projekt „Gut alt werden in Gottenheim“ wissenschaftlich begleitet, und Gerhard Kiechle für den Projektträger Bauverein Breisgau auch die Gemeinderäte Dr. Miriam Engelhardt (Frauenliste) und Anton Schlatter (Lust-Liste) anwesend. 
Bürgermeister Christian Riesterer berichtete vom ersten Treffen der Lenkungsgruppe für eine Pflegewohngruppe auf dem Areal „Alter Kindergarten“, wo schon erste Ergebnisse erarbeitet wurden. Als nächster Schritt sei die Bürgerbeteiligung geplant. Sofern die Pandemie das zulasse, werde es am 14. Juni eine Bürgerversammlung geben. 
 Kricheldorff erläuterte dann die wissenschaftlichen und gesetzlichen Grundlagen einer Pflegewohngruppe und stellte eine anbietergestützte  einer selbstverantworteten Pflegewohngruppe gegenüber – ein dritter Weg könne eine Kombination aus beiden Formen sein, so die Professorin. Jetzt gehe es darum, die Bürgerinnen und Bürger einzubinden, um die für das Dorf passende Betreuungsform zu finden. 
Eine erste bauliche Entscheidung sei schon gefallen, ergänzte Riesterer: Alle Zimmer würden mit einem eigenen Bad ausgestattet. Nur so sei rechtlich eine spätere Umwandlung in eine komplett anbietergestützte Pflegewohngruppe möglich. Gerhard Kiechle informierte  über einen Förderantrag für das neu aufgelegte Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg „Gemeinsam unterstützt und versorgt wohnen“, den der Bauverein gestellt habe. Bei einem Zuschlag könnten die Bewohner der Pflegewohngruppe einen Mieterlass erhalten. 
Die beiden Gemeinderäte betonten, es sei wichtig im Dorf Aufklärungsarbeit zu leisten. Im Gemeinderat sei man vom Konzept einer Pflegewohngruppe überzeugt – nun wolle man bei den Gottenheimern Zweifel zerstreuen und Akzeptanz schaffen für die Idee vom „gut alt werden“ im Dorf. „Wir hoffen, dass sich viele Gottenheimer beteiligen“, so Engelhardt. Nur dann könne der für Gottenheim passende Weg gefunden werden. Marianne Ambs