Endlich wieder Kultur, endlich wieder Leben

Mit dem Künstlermarkt fand in Emmendingen nach langer Zeit wieder eine Großveranstaltung statt

Emmendingen. Im Landkreis sinkt die Inzidenz. Mitte letzte Woche lag sie zum fünften Mal hintereinander unter 50. Damit war klar, dass am Pfingstwochenende der Künstlermarkt stattfinden konnte. Nach langer Corona-bedingter Durstrecke war es die erste kulturelle Großveranstaltung in der Innenstadt.

Endlich war in den Fußgängerzonen wieder etwas los, endlich gab es Kultur zum Anfassen. An allen drei Markttagen war der Andrang riesig. Mehrere Tausend Gäste strömten in die Innenstadt. Doch nicht nur an der Besucherzahl, sondern vor allem an den Gesichtern ließ sich ablesen, wie sehr sich die Menschen nach solchen Ereignissen gesehnt hatten. Das herrliche Frühlingswetter trug seinen Teil dazu bei. Bei Sonnenschein und angenehmen 20 Grad schlenderte die Gäste mit einem Eis in der Hand über das Gelände. Es waren Momente zum Einrahmen.

Aufgrund der Corona-Pandemie lief der 50. Künstlermarkt anders ab als gewohnt. Das Konzept sah eine Entzerrung vor – sowohl zeitlich als auch räumlich. Zum einen gab es diesmal zwei statt drei Markttage. Zum anderen war das Kunstfeld zwei bis dreimal größer als sonst. Verteilt waren die 160 Aussteller auf die komplette Innenstadt. Zwischen den Ständen herrschte genügend Abstand. Beide Maßnahmen sorgten für ein unaufgeregtes Marktgeschehen. Und mehr noch: Die Kunstschaffenden verzeichneten einen höheren Absatz, weil das Gedränge nicht so groß war.

An den Markteingängen wiesen große Schilder auf die Regeln hin. Auf dem ganzen Gelände galt die Maskenpflicht. Immer nur zwei Personen konnten direkt an den Stand. Anfassen durfte man die Kunstwerke nur bei ehrlichem Kaufinteresse. Einen negativen Corona-Test vorweisen musste man nicht. Viele nutzten dennoch das Angebot der Testzentren. Als Besucher jedenfalls konnte man sich bestens an die Abstände halten. Nur an manchen neuralgischen Punkten wie beispielsweise vor dem Alten Pfarrhaus musste man sich vorsichtig fortbewegen. Polizisten und der Gemeindevollzugsdienst sorgten für Ordnung.

„Ich bin glücklich und vor allem ganz arg dankbar“, strahlte Cheforganisator Günther Hoffmann am Pfingstmontag vor dem Lenzhäuschen. Während Pandemie habe er den 50. Künstlermarkt bereits zweimal absagen müssen. Erst am Mittwochmittag sei klar gewesen, dass er über Pfingsten stattfinden darf. Er habe daher nicht lange gezögert und alles in die Wege geleitet. Von Mittwochabend bis Samstagvormittag sei er im Dauerstress gewesen. „Normalerweise braucht ein Künstlermarkt drei Wochen Vorlaufzeit“, erklärte er.

Unterstützung habe er einerseits von der Stadt bekommen. Anderseits hätten auch die Aussteller mitgezogen. Es seien nur 25 Prozent weniger Stände gewesen. „Am Ende alles Planungen war das Wetter die einzige Unsicherheit“, so Hoffmann. Als sich während des Aufbaus am Freitagabend ein Regenbogen über dem Marktplatz bildete, habe er „gewusst, dass es gut werden wird“. Tatsächlich habe an den drei Tagen alles gepasst. Es sei in jeglicher Hinsicht ein erfolgreicher Markt gewesen. Nicht nur der Künstlermarkt, sondern auch die Cafés und Restaurants seien voll gewesen. Und Emmendingen habe „gesehen, dass eine solche Veranstaltung auch in Pandemiezeiten funktionieren kann“. Daniel Gorzalka