Eurocity-Express hielt zum ersten Mal in Ringsheim

Zug zwischen Mailand und Franfurt sorgt für (Fern-)Verbindung - Wichtig für den Europa-Park und die Region

Ringsheim (mat). „Großer Bahnhof“ im übertragenen Sinne am Ringsheimer Bahnhalt. Am Dienstag pünktlich um 9.53 Uhr hielt erstmals der Fernzug italienischer Bauart im Auftrag der Schweizer Bahn am Ringsheimer Bahnhalt, der Gegenzug um 16.40 Uhr auf der Strecke Mailand-Frankfurt ebenfalls in Ringsheim.

Seit etlichen Jahren bemühte sich Roland Mack um eine Fernanbindung für Gäste des Europa-Parks, der Wasserwelt „Rulantica“ und der Hotels. Nach dem Motto „steter Tropfen höhlt den Stein“, gelang es nun in konzertierter Aktion der Park-Leitung mit den Verantwortlichen von Bahn, Politik und den Kommunen von Ringsheim und Rust, eine erste Fernverbindung zu realisieren.

Für einen ICE-Halt der Deutschen Bahn ist der Bahnhalt in Ringsheim nicht geeignet, weil der Bahnhalt in Ringsheim zu kurz ist. In der Schublade der Bahn befinden sich bereits grobe Planskizzen, wie in rund 20 Jahren mit dem Ausbau und der Erweiterung der Rheintalbahn der neue, weiter nördlich liegende Zug- und Busbahnhof und die erweiterte Verkehrsinfrastruktur aussehen könnte. Bereits im Dezember 2020 sollte der Zug über die Fernverbindung Frankfurt-Mailand in Ringsheim halten, wurde aber von der Schweizer Bahn zunächst gestrichen.

Roland Mack

Wie wichtig die Fernverbindung für den Europa-Park und die ganze Region ist, formulierte gut gelaunt Park-Chef Roland Mack bei der feierlichen Zeremonie vor Eintreffen des ECE in Ringsheim. Viele Jahre habe man auf diesen Augenblick gewartet, sagte Mack. „Die Franzosen können es besser“, meinte Mack, denn in Paris ist der Disneyland-Park schon längst mit dem TGV-Fernzug verbunden. In Frankreich baue man zuerst die Infrastruktur, in Deutschland müsse man zuerst Erfolge nachweisen, um eine leistungsfähige Infrastruktur zu erhalten, übte Mack verhaltene Kritik an Bahn und Politik.

Der Park werde sich weiterhin an Ausbau und Verbesserung des Bahnhalts in Ringsheim beteiligen, um ein Mindestmaß an Service anzubieten. Rund 2,5 Millionen Gäste würden die Bahn gerne als Anbindung zum Europa-Park nutzen, wie Mack betonte. Eine gute Infrastruktur im Dreiländereck böte dazu die besten Voraussetzungen. „Die Schweizer sind unsere Kunden schlechthin“, meinte Mack und dankte „Oberbürgermeister“ Pascal Weber von der „Stadt“ Ringsheim und Rusts Bürgermeister Kai-Achim Klare sowie den Bundestagsabgeordneten Peter Weiß (CDU) und Johannes Fechner (SPD) sowie dem Bundestagskandidaten Jannick Bury (CDU) für die gute Zusammenarbeit.

Thorsten Krenz

Es wäre, als wenn Weihnachten, Ostern und der Geburtstag zusammenfielen, meinte Thorsten Krenz, Konzernbevollmächtigter der Bahn für BW. Strahlendes Wetter und das Jubiläum „30 Jahre ICE“ seien perfekter Anlass, den ersten Fernzughalt in Ringsheim zu feiern. Das Ziel sei, die umweltfreundliche Anreise mit der Bahn für den regionalen Tourismus weiter zu fördern.

Pascal Weber

„Frankfurt-Ringsheim-Mailand“, das hört sich für Bürgermeister Pascal Weber ziemlich sympathisch an, wie er bei seiner Ansprache zum Ausdruck brachte. Nun müsse man jedoch den Beweis erbringen, dass es funktioniert. Dazu müssen aber die Verbindungen und auch die Preise attraktiv sein, sagte Weber. „Bei der Ankunft in Ringsheim muss der Gast spüren, der Park ist nicht mehr weit.“

Für ihn und den Gemeinderat sei es eine Verpflichtung, in den nächsten Jahren dazu beizutragen, einen fernzuggerechten Bahnhof in Ringsheim zu bauen, an dem auch der deutsche Fernzug ICE halten kann. Gemeinsames Ziel sei, Nah- und Fernverkehr noch stärker zu verbinden. Der nächste symbolische Fortschritt wird im Dezember öffentlich vollzogen. Dann wird das Schild am Ringsheimer Bahnhof ersetzt und erhält die Bezeichnung Bahnhof Ringsheim-Europa-Park. Der Gemeinderat Ringsheim hatte in öffentlicher Sitzung darauf bestanden, dass Ringsheim zuerst genannt wird.

Uwe Müller als Lotse Zur Überraschung der vielen Gäste am Bahnhof Ringsheim stieg auch Ringsheims Gemeinderat Uwe Müller aus dem ECE in Ringsheim aus. Müller ist Lokführer der Bahn und fährt selbst ICE-Fernzüge. Von Karlsruhe aus begleitete er seinen Schweizer Kollegen als Lotse im Lokführerstand des italienischen ECE und gab Hinweise zum relativ kurzen Bahnhalt in Ringsheim. So kamen auch mit Ringsheimer Unterstützung die ersten Fernzuggäste sicher in Ringsheim an.